Maxim Top 100

21. Mai 2008 von Charly  
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Jedes Jahr gibt das Maxim Magazin eine Liste mit den Top 100 schönsten und begehrenswertesten Frauen heraus.
Letztes Jahr toppte die Liste Lindsey Lohan (weil Entziehungskliniken so unglaublich sexy sind), dieses Jahr schaffte es eine Frau, die mir persönlich gar_nichts gesagt hat: Marissa Miller.

Warum sie die 1 geworden ist, erschließt sich mir nicht wirklich.
Die Infos unter dem Bild sagt:

“As Sports Illustrated’s 2008 Swimsuit Issue cover girl, Victoria’s Secret’s number one Angel (sorry, Gisele), and the crème de la crème of Maxim’s ninth annual Hot 100 list, Marisa Miller embodies the official return of the all-American supermodel. Not since Cindy Crawford ruled the catwalk has a pinup born and bred on U.S. soil so thoroughly captured the imagination of the American male. It must be strange living a life in which no man can formulate a coherent sentence in your presence. Oh, and if you really need one more reason to love her: Marisa humbly says of her career, “I get a kick out of it, but it would be stupid to let it go to my head. It’s modeling—I didn’t find the cure for cancer.”


Achso. Sports Illustrated und Victoria Secret.
Moment…ich kann mich nicht daran erinnern sie da gesehen zu haben? Und ich habe die Show gesehen?
Nun gut.
Der Rest der Top 10:

2. Scarlett Johansson
3. Jessica Biel
4. Eva Longoria Parker
5. Sarah Michelle Gellar
6. Elisha Cuthbert
7. Eva Mendes
8. Christina Aguilera
9. Lindsay Lohan
10. Ashley Tisdale

Auf Platz 100 ist nochmal schnell unsere “Lieblingsbisexuelle” Tila Tequila reingerutscht.
Hat es also doch was gebracht den Mann am Ende der ersten Staffel zu wählen. Glückwunsch, Tila!

Ich bin mit den Top 10 einigermaßen einverstanden. Jessica Biel ist toll, Sarah Michelle Gellar und Scarlett Johansson sind akzeptabel. Der Rest ist wohl einfach nicht mein Fall.

Der wirkliche Skandal, meiner Meinung nach ist aber folgender:

Es fehlen einige der, meiner Meinung nach, attraktivsten Frauen.
Angelina Jolie, Kate Walsh, Maggie Gyllenhaal, Jennifer Beals usw.
Außerdem haben es ein paar Frauen auf die Liste geschafft, die gerade erst mit einem Fuß aus dem Kinderstarimage rausgekommen ist. Ew?-

Und alle die jetzt meinen, dass Angie momentan einfach zu mütterlich ist, denen möchte ich mitteilen, dass Christina Aguilera auf Platz 8 ist. Die hat im letzten Jahr nicht wirklich mehr geleistet, als ein stinkendes Parfüm auf den Markt zu bringen und schwanger zu sein.

Meine Theorie? Diese Damen sind fast alle politisch sehr aktiv und haben ihre Ecken und Kanten. Und das mögen Männer ja angeblich nicht.
Schade, dass das Magazin dieses Klischee noch zusätzlich bedient.
Oh, da erinnere ich mich daran, dass die deutsche Maxim Anne Will zu eine der unattraktivsten Frauen gekürt hatte.

Aber weiß weiß, vielleicht ist es bei Maxim auch Einstellungsbedingung blind zu sein.
Ich bin es aber gott sei dank nicht…



Feminist Ranting

20. April 2008 von Charly  
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Ich wollte euch nur eines mitteilen, Mädels:

Wenn ihr einen Rock tragt, habt ihr automatisch keine Privatsphäre mehr.
Just so you know.

Ich frage mich seit langem, was hier falsch läuft..wenn man bei Googel “Feminismus” eingibt, erscheint unter den ersten Links, eine Websites wie diese, die “angeblich” nur als Kritik gegen Gender Mainstreaming gemeint sind, jedoch eindeutig gegen die Frauenbewegung und den Feminismus grundsätzlich wettert.

“Die Frauenbewegung rekrutiert ihre Aktivisten, ähnlich wie die Umweltbewegung, überwiegend aus dem akademischen Proletariat. Die Angehörigen dieser Gruppe leiden unter einer Diskrepanz zwischen ihrem unbändigen persönlichen Ehrgeiz und ihren eher bescheidenen Kenntnissen und Fähigkeiten. Diese Frustrierten hassen die private Wirtschaft, die nicht bereit ist, ihr Genie gebührend zu würdigen. Beide Bewegung sind der Ausdruck von bildungsökonomischen Fehlentscheidungen in den 1960er Jahren, als das für Studenten kostenlose Hochschulstudium dazu führte, daß ohne Rücksicht auf die Nachfrage am Arbeitsmarkt ausgebildet wurde. Kostendeckende Studiengebühren hätten uns viele Probleme erspart.”

“Mehr Freiheit”

Emanze? Weiterhin ein Schimpfwort.
Anne Will wurde von der FHM zu einer der unerotischsten Frauen gewählt. Gleich nach Hillary Clinton und Angela Merkel.
Weil Frauen in Machtpositionen und lesbische Frauen ja automatisch unattraktiv werden.
Nachwievor gilt: Eloquent als Frau nur dann, wenn die Brüste raushängen!

Wie kann es sein, dass es da draußen immer noch Frauen (und Lesben) gibt, die wirklich zu glauben scheinen, dass wir gleichberechtigt sind?
Wie kann es angehn, dass die einzigen Gruppen auf dem Internetportal unseres “Nachwuchses” schuelervz, der größte Alptraum einer jeden Feministin ist?
Wie in aller Welt, können so viele Menschen die Tatsache ignorieren, dass “Frauenberufe” nachwievor weniger wert sind und wir bis zu 25% weniger verdienen?
Warum wettern Frauen in Sachen Feminismus immer noch gegeneinander, wo sie das doch miteinander tun sollten?
Braucht es erst mehrere verbale Schläge ins Gesicht, die Hand des Chefs am Hintern und den ersten Gehaltcheck dazu? Oder haben sich dann schon die meisten Frauen bereits “mit ihrer Rolle” abgefunden?

Feminismus ist ein schwieriges und heißes Thema, das sich viele nicht trauen anzufassen. Meistens aus Angst vor der Resonanz von Anderen - größtenteils Frauen. Die Alten gegen die Jungen, die Jungen gegen die Alten, die Neuen gegen die Alteingesessenen oder einfach diejenigen gegeneinander, die eine andere Meinung haben.
Es wird in den Medien wieder ruhiger und wenn selbst Charlotte Roche, zwar mit einem Lächeln auf dem Lippen, aber dennoch sagt, dass sich doch jeder Mann den Feminismus nur wünschen kann, läuft immer noch so viel falsch.
Weil diese Aussage schlicht und ergreifend naiv ist.
Und Diskussionen wie diese hier, machen einen nur zusätzlich stutzig.

Video von feministing.com

L-Mag Ranting - Mein Standpunkt zum Anne Will Thema

11. Januar 2008 von Charly  
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ranting: eng. für schimpfen, sich ereifern

Gestern Nacht hab ich es doch tatsächlich getan: Ich habe das L-Mag abonniert.
Da ich eh alle zwei Monate dieses Meisterwerk queerer, journalistischer Arbeit aus dem Kioskregal ziehe und mich jedes Mal ein wenig dafür schäme, wie schlimm die Cover aussehen, habe ich es jetzt doch geschafft online (wer macht sowas schon auf dem Postweg?!) ein Abo abzuschließen.
Gut, ein wenig hab ich mich heute morgen schon erschrocken, aber dafür hab ich jetzt regelmäßig einen “unauffälligen, braunen Umschlag” im Briefkasten. Wer fühlt sich noch an etwas erinnert?
Ja. Genau. Leider Allem Anschein nach, werden sich wohl auch keine Sextoys in diesem Umschlag befinden.
Aber gut, es geht mir hier ja gar nicht um den Umschlag, sondern um die jetzige L-Magausgabe und vor allem das Thema Anne Will.

Zu allererst muss ich wohl etwas klarstellen:
Ich finde das L-Mag zwar nicht mehr so schlimm wie zu dem Zeitpunkt, als es in den Kinderschuhen steckte, aber ein wenig frage ich mich immernoch, ob es das Geld wert war.
Warum ich es mir dann kaufe und sogar abonniere?
Weil es nichts anderes gibt. Das ist leider die traurige Wahrheit.
Denn Manuela Kays (Chefredakteurin) Aussage, dass das L-Mag das „erfolgreichste Magazin für moderne Lesben“ ist, finde ich fast frech.
Das L-Mag ist Platzhirsch, wird es, wie es aussieht, wohl noch eine Weile bleiben und wir alle wissen ja, dass der Anreiz etwas tolleres, schöneres, besseres zu machen eher gering ist, wenn die Konkurrenz fehlt!

Auf zum neuen L-Mag Magazin:

Auf dem Cover Deutschlands Next Top Lesbian Anne Will.
Nun müsste man davon ausgehen, dass sich ein lesbisches Magazin eingehend mit dem Coming Out des Medienstars befasst, es auseinanderreißt, analysiert, dreht und wendet und von allen Seiten beleuchtet.
Doch leider trifft nur der Begriff ‘befassen’ zu.
Schon auf der ersten Seite auf der die ‘L-Mates’ (Frauen, die für das L-Mag arbeiten) vorgestellt werden, gleich neben einem schlechtgezeichneten Comic und den einleitenden Worten der Chefredakteurin Manuela Kay, springt die Zeitschrift auf den eh schon nervigen Zug von Namenswitzen auf:
“Für L-Mag fragte sie sich von Ost bist West durch die L-Szene und mutmaßt, was Anne will.”
Ächz.
Ich war von den Titeln der Zeitungen, die dieses Thema behandelt haben, eh schon genug genervt..
“Anne Will Frauen.”
“Anne Will Miriam”
“Anne Will ist lesbisch und das ist gut so!”
Ich erfinde mal eins dazu:
“Anne Will ihre Ruhe!”
Und ich auch, for that matter. Leider gönnt auch das L-Mag mir diese Ruhe nicht.
Als ich mich zum Anne Will Artikel durchblättere, stoße ich auf ein Bild von Daniela Sea, die für die L-Kampagne posiert. Diese Kampagne ist tatsächlich mal eine süße Idee.
Und obwohl ich ja grundsätzlich für die Freiheit jeder Frau bin, mit ihrer Körperbehaarung anzustellen, was sie will, so seh ich doch eher ungern, wenn mir selbige irgendwo beinahe entgegenspringen.
Aber Daniela Sea sieht ja grundsätzlich immer aus, als wäre sie gerade aus dem Bett ..oder von einem Berg gefallen.
(Daniela Sea spielt ab der dritten LWord Staffel Moira/Max und die Serie verfolgt ihre Wandlung zu einem Mann - mehr oder weniger gut. Daniela Sea hat außerdem bei “The Itty Bitty Titty Committee” mitgespielt. Ein Film der durchaus sehenswerter ist als ihre LWordrolle)

Ab Seite 12 wird das Anne Will Thema aufgerollt und die Zeitschrift beschäftigt sich die 4 Seiten lang mit diesem Thema. Unter dem Motto “Meinung statt Massenhysterie” gibt einen Pressespiegel und einen negativen und (angeblich) positiven Artikel.
Mich stört schon der Pressespiegel. Man bekommt Auszüge aus Presse und anderen Medien vorgesetzt, unkommentiert und darf sich seine Meinung selbst bilden.
Eigentlich ist da ja nichts gegen einzuwenden, aber warum kommen die Zitate alle aus einer Schiene?
Gala online, Bild, BZ, Brisant..und die taz darf auch mitspielen. Warum?
Die Auszüge sind größtenteils lächerlich oder Anne Will kritisch bis angreifend.
Die nächsten drei Seiten beschäftigen sich mit diesem Thema und auch mit dem Interview, was Manuela Kay welt-online gegeben hat.
Sicherlich, das, was die Redakteurinnen da geschrieben haben, lässt sich nicht von der Hand weisen. Es ist ein Wehrmutstropfen, dass es ein Outing in der Bild am Sonntag war, es ist schade, dass sie das Offensichtliche so lange verschwiegen hat, und dass sie allem Anschein nach keine Lust hat die deutsche Rosie O’donnell zu werden, ist bedauerlich.
Aber worüber sich die Schreiberinnen hauptsächlich aufregen ist folgendes:
Sie hat dem L-Mag kein Interview gegeben, will es auch nicht tun und es war wohl sogar schwer ein Coverfoto zu bekommen. Und das schlimmste: Das Coming-Out fand nicht im L-Mag statt! Oh, Überraschung!
Das L-Mag versucht nicht einmal objektiv zu sein, es ist…beleidigt.
Und welche Position sich das L-Mag auch immer schon erkämpft haben sollte, mit diesem unseriösen und teilweise klischeehaft weiblichen Verhalten, haben sie sich selbst heruntergestoßen.
Denn niemand, der auch nur bisher in Erwägung gezogen hatte, sich dort zu outen, muss nun damit rechnen von dieser Zeitschrift von hinten rum fertiggemacht zu werden und wird von diesem Plan Abstand nehmen.
So sehr die L-Magredaktion auch enttäuscht gewesen sein mag: In einer Berichterstattung, die immer darauf angelegt sein sollte objektiv zu sein, damit der Leser sich seine Meinung bilden kann, sind Artikel wie diese im höchsten Maße unprofessionell.

Jede Spekulation ob Anne Will nun erpresst wurde, sich in der Bild am Sonntag zu outen, halte ich für abwegig. Auch, dass sie ihre Show, die eh gut lief, pushen wollte. Ich denke, dass für die gute Frau Will bei der Sache auch eine Menge bei rausgesprungen ist - und zwar nicht nur Schlagzeilen.
Immer wieder fragt man sich in den Artikeln, ob ihre Karriere eine andere gewesen wäre, wenn sie von Anfang an offen lesbisch gewesen wäre. Sicherlich, das kann keiner beantworten.
Aber ich möchte meinen, dass Frau Will das Coming-Outdrama um Ellen DeGeneres damals wohl mitbekommen hat und wenn nicht das, jedes andere, das es bisher gegeben hat.
Man weiß nie was passiert, wenn man sich outet, schon gar nicht in den Medien. Es ist mutig, vor allem ab einem gewissen Level im Berufslesben sein Outing offen und mit dem Wort “Lesbe” und “Partnerin” zu machen. Aber meiner Meinung nach erfordert es noch mehr Mut, es einfach zu leben, sich eben nicht im Büro auf den Stuhl zu stellen und es über alle Köpfe zu brüllen.
Denn das ist schnell vorbei und zieht schiefe Blicke nach sich.
Es erfordert mehr Mut nicht zu lügen, wenn eine Kollegin fragt, was man am Wochenende macht und einfach zu sagen, dass man mit seiner Freundin/Partnerin wegfährt. Und es ist die Königsklasse des Outings seine Partnerin selbstverständlich als seine Begleitung mit auf berufliche Veranstaltungen zu nehmen. Denn je selbstverständlicher die eigenen sexuellen Präferenzen sind, desto selbstverständlicher werden sie für die eigene Umgebung und für die Gesellschaft.
Wie auch immer man es macht, das ist jedem nachwievor selbst überlassen.

Es ist wahr, wir haben nicht viele “sexy, erfolgreiche” Lesben in den Medien, zu denen eine junge Lesbe aufblicken kann, der man nacheifern kann. Das ist schade, ja. Auch, dass es eben “sexy, erfolgreiche, vor allem aber sexy” Lesben sein müssen. Aber wie bei so vielem, wird das noch ein paar Jahre dauern. Denn ich bin definitiv der Ansicht, dass es keine Medienskandale braucht, damit diese Entwicklung schneller vonstatten geht.
Es ist wie mit der Gleichberechtigung der Frau: Man muss klein Anfangen, es muss sich etwas in den Köpfen der Menschen ändern.
Ich persönlich sehe Anne Will als kein Vorbild für mich was ihr Outing angeht. Aber ihre Karriere ist vorbildlich und vor allem diese sollte für uns als Vorbild dienen.
Und ganz ab von Anne Will, sehe ich viel mehr zu einer Frau auf, die ganz selbstverständlich und stolz mit ihrer Sexualität lebt, anstatt jeden daran teilhaben zu lassen.

Bleibt noch zu sagen: Anne Will ist keine Jodie Foster, denn die hat ihr Coming-Out so verschlüsselt in eine Rede eingebaut, dass sich jeder fragt, ob die Gute denn nun wirklich ‘out’ ist. Sie ist auch keine Kate Moennig, die mit Paris Hilton feiert und sozusagen im Rausch in ihr unfreiwilliges Coming-Out schliddert.
Anne Will hat zwar nicht das ‘L-Wort’ benutzt, aber doch endlich das Wort Partner in Verbindung mit ihrer Freundin.
Und die Nachrichten über ihr Outing schafften es in der Szene bis in die USA. So oder so, es ist eine große Sache.
Ob Anne Will nun eine Vorbildlesbe ist, sei dahingestellt. Das was sie erreicht hat jedoch, ist durchaus vorbildlich.

Und die Redaktion der L-Mag sollte aufpassen, dass sie nicht die lesbische Variante der Emma-Redaktion wird, die sich ja bekanntermaßen gerne schützend und gackernd vor ihre Chefredakeurin wirft.
Denn jetzt schon wirkt die L-Mag teilweise wie eine Schülerzeitung: Hauptsächlich von einer Person geschrieben bzw. von deren Meinung geprägt.

Es ist beides noch ein langer Weg. Sowohl hin zu einer Gesellschaft in der Lesben genauso angesagt sind wie Schwule und in der wir alle Rechte zugesprochen bekommen, die Heterosexuelle haben, als auch für das L-Mag hin zu einem gehobenen Magazin, dem jeder in Interviews gerne Rede und Antwort steht.