Musik

Musikvideo-Mittwoch: Tacocat

26. Juli 2017

Meine Spotify-grrrl-Playlist wächst und wächst. Denn ich mache mich immer wieder schuldig, alles, was vage feministisch ist, ein Mädchen drin hat und dieses unbeschreibbare feeling auslöst, „grrrl zu nennen. So auch Tacocat, deren Bree McKenna diese Zuschreibung ein wenig irritiert:

Tacocat will always get labeled „riot-grrrl,“ but the thing is, didn’t that already happen in the 1990s? And we always get compared to Bikini Kill. I’m secretly okay with being compared to Bikini Kill because I grew up listening to/loving Bikini Kill and it makes a lot of sense that I’d be influenced by them, but does it have to happen every time? Do we always have to be put in a Bikini Kill–shaped box? And does it have to come along with a complaint that Tacocat’s politics aren’t as „serious“ as riot grrrl/post riot grrrl/Bikini Kill politics? – Bree McKenna

Mir sind Tacocat mit dem Song Dana Katherine Scully aufgefallen. Viel zu lange war es ihr einziger auf der besagten Playlist. „Cause she’s the only one, thinking it through“, murmele ich beim Schreiben vor mich her. Wer Tacocat allerdings für wenig politisch hält, hört gar nicht richtig zu. Zum Beispiel in „The Internet“  besingen sie nervtötende trolls: „Your place is so low, human mosquito„.  Mit „Men Explain Things to Me“ geben sie dem Phänomen, das Rebecca Solnit  einst beschrieb und das inzwischen unter dem Begriff mansplaining bekannt ist, eine Hymne.

We get criticized for not being feminist, not being serious, because of our party subject matter. We also write songs like „UTI“ or „TSS,“ but, apparently, having a sense of humor about urinary tract infections and toxic shock syndrome is unacceptable to people. It’s not „political“ enough. Never mind that these songs are discussing generally unspeakable issues related to the female body. – Bree McKenna

Es muss ja auch nicht jeder Song eine Agenda haben, doch die meisten haben eine. Mein persönlicher Favorit ist Crimson Wave, ein Song über Menstruation – und noch immer ist allein das Sprechen über Menstruation irgendwie ein politischer Akt. Davon abgesehen, wer hat nicht schon einmal gedacht: „Can’t believe all the pain I’m in, get me white wine and vicodin.

Tacocat ist ein Quartett aus Seattle, bestehend aus Emily Nokes (Gesang, Tambourine), Bree McKenna (Bass, Gesang), Lelah Maupin (Schlagzeug, Gesang) und Eric Randall (Gitarre, Gesang) und sind bei dem Lable Hardly Art, was gewisserweise zu Sup Pop gehört. Das erzähle ich nur, weil ich das immer schon für ein gutes Zeichen halte, bevor ich überhaupt einen Ton gehört habe.

Laut Urban Dictionary ist a taco cat eine Katze, die so wahnsinnige Fähigkeiten und Kräfte hat, dass sie jede*n zusammenschlagen kann, die*den sie möchte! Wie Mandella in der Teenieserie 10 Things I Hate About You so schön sagt: „That was awesome. It’s like your mouth knows kung-fu!“ Tatsächlich erzählt Bree, dass sie über Julia Stiles und den damaligen Film auf riot grrrl gestoßen ist. Und nicht nur die Lyrics von Tacocat können Martial Arts, auch mit gesprochenen Worten beweist Bree Schlagkraft, zum Beispiel mit diesem Kommentar zum Brook Turner Fall. Sie kann aber auch witzig. In der Reihe Your Favourite Band bei Vice erzählt Bree von einem Treffen mit Dave Mustaine (Metallica/Megadeth), den sie für ihren richtigen Vater hält (Achtung: Satire!). Richtig gut läuft das nicht:

Actually, I have a really nice girlfriend … Hey, it’s not true that you endorsed Rick Santorum, is it? Because, you know he’s really unpopular for saying that being gay was comparable to bestiality … and you know what his name means right?

Zum Schluss empfiehlt Bree noch ein Buch, das sich für alle, die sich für Punk und Musikerinnen interessieren, ausgesprochen lohnt:

Bree McKenna from Tacocat recommends…

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