Webserien-Review

Ladies, gents or otherwise: Couple-ish!

25. Juni 2017

Seit vor gut 5 Jahren The Lizzie Bennet Diaries von Hank Green und Bernie Su auf Youtube erschien, bin ich ständig auf der Suche nach neuen fantastischen und am allerliebsten queeren Webserien. Ich bin bestimmt nicht die einzige, die Carmilla nun schon zum wiederholtem Male gesehen hat. Zu meinen Favoriten gehört ganz sicher auch: Couple-ish.

Meine erste Begeisterung kam möglicherweise daher, dass uns hier einige Carmilla-Lieblinge wieder begegnen.  Aber auch wenn uns die zweite Staffel noch etwas ratlos lässt, hat Couple-ish definitiv einen ganz eigenen Reiz!

Kaitlyn Alexander, bekannt als LaFontaine aus Carmilla – „the crazy and gender non-conforming scientist“ – hat Couple-ish nicht nur geschrieben und produziert, sondern spielt zudem eine der Hauptpersonen: Dee, non-binary, künstlerisch tätig – und mit regelmäßig gebrochenem Herzen.

„I am kinda like that with the whole gender thing: none of the above.“ – Dee

Dee braucht außerdem ganz dringend eine*n Mitbewohner*in um die Miete bezahlen zu können. Amy (Mercedes Morris), Dees Schwester, schlägt vor, im Internet zu suchen. Amy ist laut, quirky im besten Sinne und scheint deutlich mehr Spaß an der ganzen roomie-Suche zu haben. Dabie ist sowas bekanntlich nie ganz leicht …

Zum Glück treffen die beiden dann schnell auf Rachel (Sharon Belle): eine Tee hassende, Whiskey trinkende Londonerin mit „engineering degree“, die auf gar keinen Fall wieder zurück auf die Insel möchte. Um das zu verhindern, ist sie zu allem bereit. Und auch Sharon Belle kennen wir schon aus Carmilla: als super toughe „Amazone“ Danny.

Nach acht Monaten nicht immer harmonischem Zusammenlebens bekommt Dee einen ausgesprochen unerwarteten Brief – und mehr zum Plot darf gar nicht verraten werden. Nur so viel: Bald gibt es einen YouTube-Channel von Dee und Rachel. Amy ist natürlich auch immer dabei.

Ganz besonders gefällt mir – neben der Vielfalt der Sexualitäten – der Umgang mit Dees Gender und die konsequente Sprechweise der Hauptfiguren. Dass nicht alle Menschen so unterstützend und schlichtweg cool sind wie Dees Freund*innen, versteht sich (leider) von selbst und wird mitunter schmerzhaft thematisiert. So müssen sich Dee und Amy von ihrer Mutter folgenden Satz anhören:

„You know, it is bad enough that she is gay. That both the daughters, the lovely daughters we adopted are rainbow flag carrying – but she doesn’t have to be like this, too.“

Der Zusammenhalt der Geschwister und sehr viel Liebeschaos rücken das Familiendrama aber schnell wieder in den Hintergrund … Macht euch gefasst auf komplizierte, oder sollte ich sagen: komplexe, Beziehungskonstellationen und auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle (Kitsch erlaubt!).

Noch ein Tipp: Der Couple-ish-Spaß ist noch größer, wenn die Untertitel an sind. Trust me!

 

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