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Musikvideo-Mittwoch + Buchtipp: FaulenzA

12. April 2017

Support your Siblings

Wegen meiner sturen Rap-Ignoranz entgehen mir immer wieder tolle Künstler*innen. Die in Berlin lebende FaulenzA habe ich (wie schon Kate Tempest) erst über den Bücher-Umweg entdeckt. Auf ihrer bereits dritten Platte Einhornrap thematisiert sie Trans*-Diskriminierung und Misogynie, Aktivismus und Party, verpackt in pointierte Texte. Mit Gästen von Sookee bis Carmel Zoum ist das musikalisch bunt und powerful.

FaulenzA alias Marina Doberkau erklärt ihre politischen Anliegen auch gern ohne Musik. Sie gibt Workshops und Interviews und lieferte einen wichtigen Beitrag für den neuen Lookismus-Reader von Unrast. Zur spezifischen Diskriminierung von Trans*Frauen/Weiblichkeiten, also Trans*misogynie, bietet ihr wunderbares Buch Support Your Sisters Not Your Cisters (edition assemblage) einen umfassenden Crashkurs. Zunächst wird das Feld von Trans*feindlichkeit, Frauenhass, Klassismus und Ableismus aufgespannt – die alle in Trans*misogynie zusammen wirken. Danach geht es zentral um die Ausschlüsse in queerfeministischen Szenen, mal explizite Trans*Verbote in behaupteten LGBTI-Räumen, mal implizite Biologismen.

Groß per Klick

Das klingt hier in der Zusammenfassung kompliziert und akademisch. In der persönlichen Schreibe der sympathischen, klugen FaulenzA wird das aber garantiert für alle verständlich. Zudem ist das Büchlein illustriert von Yori Gagarims Grafiken sowie FaulenzAs eigenen Rap-Texten und abgerundet mit praktischen Handlungstipps und Glossar. 

Damit geht es gut gebrieft auf die nächste queerfeministische Party, die ihren Namen auch verdient hat. Denn worum es FaulenzA eigentlich geht, ist, dass wir alle angstfrei miteinander feiern können:

Zum Tanzen brauch ich alles, nur kein Schönheitsideal … und so tanz ich mit allen Queens und Queers auf dieser Party.

 

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