Musik

Musikvideo-Mittwoch: Emel Mathlouthi

5. April 2017

 

Was ich der Welt zeigen will, ist, dass es auch bei uns Menschen gibt, die schon immer offen gegenüber europäischer oder amerikanischer Musik waren, woraus dann etwas Eigenes entstand. (Interview)

Eine Heldin des „Arabischen Frühling“ kommt zu Besuch: die tunesische Sängerin und Komponistin Emel Mathlouthi. Ihr Lied Kelmti Horra (Mein Wort ist frei) wurde zur Hymne der revolutionären Bewegung und war sogar Teil der Friedensnobelpreisverleihung 2015.

… in den ersten Tagen der Revolution sang ich in den Straßen von Tunis diesen Song, während einer Gedenkveranstaltung für die vielen Toten, die im Zuge der Revolution ermordet wurden. Danach reiste ich wieder zurück nach Paris, um an meinem Album zu arbeiten. Dann rief mich meine Schwester an und sagte mir, dass meine Performance überall zu sehen sei. (Interview)

Ihr Debütalbum bekam international viel Aufmerksamkeit. Nun hat Emel mit Ensen Ende Februar beim eigenen Label Little Human Records ihren Zweitling herausgebracht. Aus der Exil-Perspektive – sie lebte zunächst in Paris, jetzt in New York – singt sie von Gewalt und Zerstörungen in ihrer Heimat sowie von internationaler Politik. Daher dominiert ihre Musik oft eine Schwermut wie in Lost, das am Ende jedoch hoffnungsvoll die Flügel ausbreitet:

Zwar besingt sich Emel auf Ensen selbst als Princess Melancholy, doch viele ihrer Stücke sind extrem kraftvoll und voller dramatischer Dynamik. So zum Beispiel bei Ensen Dhaif, zu dem es ein sehr körperliches Musikvideo gibt:

Emel spielt heute in München, morgen in Köln, Freitag in Frankfurt und am Samstag dann endlich in Berlin!

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