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Neues von Caitlin: #upthewolves & Moranifesto

17. August 2016

Diese Review beginnt mit schlechten Nachrichten. Raised by Wolves wurde von Channel 4 nach nur zwei Staffeln abgesetzt. ABER: Caitlin wäre nicht Caitlin, würde sie sich so einfach geschlagen geben.



Die zweite Staffel Raised by Wolves lief im März an und hatte natürlich auch dieses mal wieder nur 6 Episoden. Ich fühle mich ein wenig wie Caitlin (mit ihrer Schwester Caroline Serie-Autorin), die sich aufregt, dass BBC Sherlock-Staffeln nur drei Episoden haben – dabei sind die immerhin lang:

„Telly comes in SIX. SIX is the number of telly. Or TWELVE. Or, in America TWENTY-SIX – because it’s a bigger country.“ (Moranthology)

Was dieses mal geschah ….

„There’s something very attractive about someone who fancies you.“ – Germaine

Nachdem Germaine, Caitlins Alter Ego gespielt von Helen Monks, in der letzten Staffel entdeckt hat, dass es gar nicht so schwierig ist, einen Jungen zum Küssen zu finden, bekommt sie nun die Chance auf ein erstes Date.

„That is disappointing. Apparently Lone Cowboy and Hermit are no longer viable career options. The book suggests computer programmer or lighthouse keeper as alternatives, but they’re far too people-focused. I’m going to have to rethink my entire future.“ – Aretha

Auch die anderen Schwestern bleiben sich treu. Aretha (Alexa Davies) ist immer noch fabelhaft misanthropisch und Yoko (Molly Risker) ist weiterhin ungemein sensibel. Besonders das Artensterben und der Klimawandel belasten sie sehr.

„It’s just that the needless animal genocide is really getting to me.“ – Yoko

Auch Caitlin selbst ist von dem derzeitigen Stand der Welt erschüttert, aber deutlich proaktiver als Yoko. In ihrem neuen Buch Moranifesto bringt sie nicht nur Umweltthemen zur Sprache, sondern unter anderem Londons Mietpreiswahnsinn und Rentenkürzungen, aber auch Arethas Herzensthema die Mittelkürzungen der öffentlichen Bibliotheken. Moranifesto ist eine Sammlung ihrer Kolumnen der letzten Jahre, die von Seite zu Seite wütender werden – „Welcome to Cameron’s Britain!“ – und in einen Aufruf an uns gipfeln, ein eigenes Manifest zu verfassen. Dabei aber bitte kein falscher Perfektionismus.

„We’re all working on a massive patchwork quilt called „A Better Future“ here – anyone can pull up a chair and have a go. The only rule of Feminism Quilt Club is that we don’t expect one woman to sew the entire damn thing herself, while bitching about her to her face.“

Ein weiteres Teilchen in diesem Quilt ist der Youtube-Channel zum Buch – in 16 kleinen Weisheiten:

Wie auch schon in Moranthology und eigentlich allem, was sie macht, ist ihr Feminismus allgegenwärtig. Durch das Buch hindurch erinnert sie uns immer und immer wieder daran, dass Feminismus ein Teamsport ist.

Bei so viel mitreißender Aufklärungsarbeit verzeihen wir Grampy ausnahmsweise, dass er mal so eben Gloria Steinem um die Ecke gebracht hat.

„Yeah, he’s not the one but he’s a one and that’s all I need right now.“ – Germaine
„Gloria Steinem died for your right to do that.“ – Grampy

Meine persönliche Heldin der Serie bleibt Della (Rebekah Staton): knallhart, wunderschön und ketterauchend.

„I’m incredibly even-tempered. Am I not?“ – Della

Und während Grampy einen spannenden Vorschlag für Arethas zukünftige Berufswahl hat („You could be the next Hillary Clinton. You know, hated but also feared.“), muss ich gestehen, dass ich mir eher Sorgen mache, wie sie ihren ersten Liebeskummer überstehen soll. Sie ist ziemlich verknallt in ihre Ökonomie-Lehrerin, die allerdings schon vergeben ist.

Caitlin beendet ihr Buch deutlich hoffnungsvoller als die zweite Staffel Raised by Wolves.

„Always believe you can change the world – even if it’s only a tiny bit, because every tiny bit needed someone who changed it.“

Das war alles prä Brexit und wir dürfen gespannt sein, was die dritte Staffel bringen wird. Ich bin sicher Caitlin bekommt genug Unterstützung zusammen und wir werden die Gary Familie nicht das letzte mal gesehen haben. Also supportet sie auf allen Kanälen! Up the Wolves!

Raised By Wolves: Series 2. DVD (UK Import). 180 min. 

Caitlin Moran: Moranifesto. Ebury Press 2016, 432 Seiten, Broschur oder E-Book.

 

Übrigens: Caitlin bietet nicht nur kluge Denkanstöße und beste Unterhaltung, sondern auch Dinge des täglichen Bedarfs – Period-Drama-Panties zum Beispiel…

Mehr über Moran:

Lovely Saturday – Raised by Wolves

How to Build a Girl – oder: Große Erwartungen

Lovely Saturday – Caitlin Moran

 

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