Filme Politik

Gay Rights-Kino: Freeheld

28. März 2016

2002, New Jersey. Die Polizistin Laurel Hester verlangt, dass ihre Rente im Sterbefall wie bei heterosexuellen verheirateten Paaren an ihre Partnerin geht. Die Queer-Ikone Julianne Moore und die noch frisch geoutete Ellen Page als Liebespaar in politisch engagiertem Kino – sehr vielversprechend.

Freeheld_Hauptplakat

Der Film basiert auf einer wahren Geschichte, aus der Zeit, bevor der Supreme Court im Juni 2015 beschloss, dass die amerikanische Verfassung auch homosexuellen Paaren das Recht zu heiraten einräumt.

Freeholder: „Come on. What? People can make anybody their partners and get benefits.“
„It’s really very hard to form a domestic partnership, actually. Harder than marriage.“
„Nothing’s harder than marriage.“

Die zwei Frauen lernen sich beim Volleyball spielen kennen (I know, right!?). Nach dem Spiel fragt Stacie einfach nach Laurels Telefonnummer; alles ein wenig awkward, aber effektiv. Nach ein paar Dates mit Country Music und dem obligatorischen Zwischenfall mit zwei homofeindlichen Jungs sind die beiden auch schon ein Paar. Es folgen Hund, Haus und Renovierung.

Stacie: „I can paint and drywall.“
Laurel: „You can drywall?“
Stacie: „Hell, yeah.“
Laurel: „That’s sexy.“

Warum Laurel sich auf der Arbeit nicht outen will, wird nur kurz thematisiert. Sie erklärt, dass es schon so als weiblicher Cop schwergenug ist. Die Reaktion ihres Polizeipartners Dane Wells (Michael Shannon), als sie sich dann schließlich doch outet, ist leider alles andere als ungewöhnlich.

Dane: „And all these years you’ve been holding back this part of yourself because what? Because you didn’t trust me enough to say anything?“ […]
Laurel: „I could have been out at work and gotten anywhere beyond the back office, filing reports? You don’t get it. You know? You’re straight. You’re white. You’re male. This is not…
Dane: „Don’t give me that bullshit.“
Laurel: „No. No. It is not bullshit. Things are handed to you I have to fight for. That’s the way it is.“
Dane: „Oh, boo-hoo. So you’re the oppressed minority now? Is that it?“

So nun zum Kern. Zum Haus und Hund gehört natürlich auch zumindest sowas ähnliches wie Verheiratetsein. Also lassen die beiden ihre Partnerschaft eintragen. Die Diagnose Lungenkrebs ohne reelle Heilungschancen wirft das Paar dann aber völlig aus der Bahn. Natürlich möchte Laurel nun sicherstellen, dass Stacie in der Lage sein wird, ihr gemeinsames Haus zu behalten. So beginnt der lange Kampf um Gerechtigkeit. Unterstützung bekommen sie vom Aktivisten Steven Goldstein (Steve Carell) aus New Jersey; und sogar Kollege Dane mausert sich sehr schnell zum Gay Rights-Aktivisten. Mehr soll nicht veraten werden.

Trotz kitschiger und leider auch klischeehafter Momente ging mir die Geschichte sehr nah. Insgesamt ist der Film ungemein sehenswert, nicht nur wegen der beiden großartigen Darstellerinnen. Das Script schrieb passenderweise Philadelphia-Autor Ron Nyswaner und Regisseur Peter Sollett (Nick and Norahs Infinite Playlist) hat emotionales Kino daraus gemacht.

Auch wenn ich persönlich das Konzept Ehe weiterhin ablehne, ist meine Meinung zur „Homoehe“ unverändert einfach: Wenn’s die Einen dürfen, soll es den Anderen auch erlaubt sein! Laurel und Stacie konnten nicht heiraten und ihre „domestic partnership“ sicherte ihnen weniger Rechte als eine Ehe. Seit letztem Jahr ist es nun endlich auch gleichgeschlechtlichen Partnern überall in den USA möglich, die Ehe einzugehen. Ich hätte mir ja nie Träumen lassen, dass es zwei Frauen in Texas möglich ist zu heiraten, während ihre deutschen Schwestern noch immer auf rechtliche Gleichstellung warten. Und so hat der Film, der in seiner Heimat schon zur Kategorie „Geschichtsbewältigung“ gehört, hierzulande noch annähernd die Relevanz von Philadelphia.

 

Natürlich wollt ihr auf keinen Fall Ellen Pages erste queere Rolle auf der Leinwand verpassen. Wer besonderes Glück hat, kann sogar für lau ins Kino: Wir verlosen 1 x 2 Tickets (gültig überall, wo der Film läuft). Beantwortet folgende Frage bis zum 6.4. in den Kommentaren: Wo hat Julianne Moore eine lesbische Rolle gespielt? Es gibt mehr als eine Lösung...

Freeheld startet am 7. April im Verleih von Universumfilm.

UPDATE: Am 26. August erscheint Freeheld auf DVD und Blu-Ray.

6 Comments

  • Reply Miri 28. März 2016 at 08:51

    The Kids Are All Right

  • Reply Christiane Schröder 28. März 2016 at 08:59

    The Kids are allright
    Chloe
    Freeheld

  • Reply Lisa-Marie 28. März 2016 at 13:35

    The kids are allright, Chloe, The hours (allerdings unausgelebt)

  • Reply Tatiana 28. März 2016 at 16:41

    The Kids Are All Right, The Hours

  • Reply Nadine 29. März 2016 at 13:35

    Na, da wäre noch Private Lives of Pippa Lee 🙂

  • Reply ahima 4. April 2016 at 15:37

    The kids are allright, Chloe

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