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Unsere Held_innen 2015

1. Januar 2016

Da dreht man sich einmal weg – schon ist das ganze Jahr 2015 vorbei!

Also erst einmal:

CarolNewYear

Neujahr fällt ja dieses Jahr auf einen besonderen Tag …

… weshalb wir beide vor Aufregung etwas neben uns stehen (Hintergründe zu Sherlock & Charlott).

Zudem können wir Lady Ediths (Laura Charmichael) großes Finale noch gar nicht ganz fassen, nach den Strapazen von sechs Staffeln Downton Abbey!

Doch raufen wir uns zusammen und versammeln die wunderbarsten Damen* des Popkulturjahres, während das neue noch unberührt vor uns liegt. Auf dem Programm stehen Klassikerinnen, neue Idole und einige Abschiede…

DAS Liebespaar des Jahrzehnts – Carol & Therese alias Cate Blanchett & Rooney Mara (oben) – erreichte uns erst Mitte Dezember und hinterließt dafür einen umso größeren Eindruck. Übrigens auch bei Tina Fey.

Zuvor war es eher ein Jahr der selbstbewussten Einzelkämpferinnen – nicht das wir dagegen etwas einzuwenden hätten. Das Beste daran: die Tendenz zog sich durch alle Genres.

Von der aufwendigen Klassiker-Verfilmung Far From the Madding Crowd mit Carey Mulligan (bald auch als Suffragette im Kino):

Über die ganz großen Geek-Fandoms im Marvel-Universum: Jessica Jones alias Krysten Ritter und Agent Peggy Carty aka Hayley Atwell (beiden werden uns 2016 wieder beehren). Daneben erkannten auch die Franchises Mad Max und Star Wars den Zeitgeist, bei denen endlich mal Frauen in den Hauptrollen landeten.

Bis zu allerlei Indie-Perlen, die aufregende Protagonist*innen lieferten, darunter ein Beispiel aus dem Horror-Genre mit A Girl Walks Home Alone at Night (Sheila Vand), ein Trip durchs nächtliche Berlin mit Victoria (Laia Costa) – und die genderqueere Liebesgeschichte in Something Must Break, für die erstmalig eine Trans*Schauspielerin (die Schwedin Saga Becker) als beste Darstellerin geehrt wurde.

Wie man Geschichte schreibt, haben ihnen natürlich die großen Damen der Filmhistorie vorgelebt, von denen wir besonders an Ingrid Bergman zu ihrem 100. Geburtstag und Louise Brooks zum 30. Todestag erinnerten.

Wo wir gerade den alten Zeiten gedenken, kommen wir doch gleich auf die TV- und Kino-Heldinnen, die uns 2015 den Laufpass gaben.

Neben unserer erwähnten komplexen Beziehung zu Downton Abbey endete auch die 8-jährige Affäre mit den Ladies von Mad Men. Joan & Peggy (Christina Hendricks & Elisabeth Moss) werden für immer zu unseren Role Models gehören.

Genauso wie die unnahbare Detektivin Kalinda Sharma (Archie Panjabi), die sich von The Good Wife trennte:

Wir freuen uns drauf, sie anderswo wiederzusehen (bei The Fall neben Gillian Anderson beispielsweise).

Sogar vielversprechende nagelneue Serien wurden uns vom britischen Fernsehen gleich wieder entrissen…

… dabei hatten Cuffs (mit Amanda Abbington, oben, und Eleanor Matsuura, unten) und Banana (im Trio mit Cucumber und Tofu) jede Menge queeres Held_innen-Material.

Leichter fiel der Abschied von der Fantasy-Show Lost Girl, die ihren Schwung schon länger verloren hatte (no pun intended). Mit einem Lächeln wünschen wir Anna Silk und Zoie Palmer vor allem ein paar aufregende neue Rollen.

Um die Zukunft von Katniss oder die von Jennifer Lawrence muss man sich wirklich nicht sorgen. Eher darum, wann das nächste derart empowernde Franchise die Kinos stürmt! Und ob das Bogenschießen-Revival weiterwirkt.

Unsere musikalischen Highlights würden hier den Rahmen sprengen. Kurz erwähnt werden sollen zumindest die im Februar verstorbene Lesley Gore (You Don’t Own Me), das Multitalent Carrie Brownstein (Bild), die queere Schwedin Beatrice Eli und der Punk-Engel Soko.

Die meistdikutierte Künstlerin im Berliner Raum war vermutlich Heather Cassils mit ihrem Post-Gender-Selbstportrait als Plakat zur Homosexualität_en-Ausstellung.

Literarisch haben sich langjährige Heldinnen noch tiefer in mein Herz geschrieben: neben Yoko Tawada vor allem Banana Yoshimoto, Siri Hustvedt (Antwort auf deutschen Moderator: „Honey, the whole world is dominated by men.“) und Laurie Penny, die mich dieses alle drei mit sehr inspirierenden Lesungen begeisterten.  Zu den Lieblingsbüchern gesellten sich zuletzt auch ein Wende-Comic von Ulla Loge und ein Kinderbuch über Ada Lovelace & Mary Shelley.






Was dem durchschnittlichen Fangirl 2015 so durch den Kopf ging, hat Caitlin Moran nicht nur in ihrem ersten Roman (der jetzt auf deutsch erschien, das nächste folgt schon im März!) beschrieben, sondern auch in der TV-Serie Raised by Wolves auf den Punkt gebracht. Sind wir nicht alle ein bisschen wie Germaine?

…wenn er nicht gerade als Hamlet den Degen schwingt.

Apropos Fangirling. 2015 gab es nicht die spektakulären Outings des Vorjahres, sondern „Nicht-Outings“ als smarte Kommentare auf impertinente Medienfragen. Allen voran von Cate Blanchett.

Gefolgt von Kristen Stewart, die die Lächerlichkeit der Fragerei so konterte: „Google me. I’m not hiding.“

Bevor ihr gleich weiter euren Kater auskuriert (vielleicht im Stil von Hannah Gatsby aus Please Like Me) …

… gibt es jetzt noch eine Umarmung für alle, hach.

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