Filme Lovely Saturday

Lovely Saturday – Ingrid Bergman

29. August 2015

IngridBergmanportrait

A kiss is a lovely trick designed by nature to stop speech when words become superfluous.

Am heutigen Samstag ist der 100. Geburtstag – und gleichzeitig der 33. Todestag – von Ingrid Bergman. Die dreifache Oscar-Preisträgerin ist ein Beispiel dafür, wie die öffentliche Meinungsmache einen Hollywood-Star erst erschaffen und dann willkürlich wie eine heiße Kartoffel fallen lassen kann – nur um ihn später dann wieder als Legende zu hofieren. Bergmans Reaktion lässt sich etwa so beschreiben: epic eyeroll.

Stein des Anstoßes war damals, dass die scheinbar so solide Schwedin ihren Ehemann verließ, um den italienischen Regisseur Roberto Rossellini zu heiraten. Zu ihren drei gemeinsamen Kindern gehört Isabella Rossellini, selbst längst ein Filmstar.

Die Ähnlichkeit der zarten Isabella zur jungen Ingrid ist gut erkennbar. Allerdings trat diese von Anfang an als durchsetzungsstarke, auf Natürlichkeit bedachte Frau auf. Nicht gerade typisch fürs Filmbusiness.

als Teenager …

Anfangen hat alles am 29. August 1915 in Stockholm. Dort ergattert Ingrid Bergman, die früh ihre Eltern verlor, mit 17 Jahren ein Stipendium für die Royal Dramatic Theatre, die bereits Greta Garbo hervorgebracht hatte.

… wenig später in ihrem 1. Film „Munkbrogreven“ (1934)

Schon Mitte der 1930er Jahre ist sie eine vielbeschäftigete Filmschauspielerin. Zu ihren Rollen gehört keine Geringere als Johanna von Orleans – natürlich in akurater Helmfrisur (siehe auch Lovely Saturday – In funkelnder Rüstung).

Bald wird sie von Hollywood „entdeckt“. Es folgt ihre unsterbliche Rolle im wohl meist-zitierten Film aller Zeiten: Casablanca (1942) von Michael Curtiz, den man nach den verstümmelten und sinnentfremdenden Synchronfassungen am besten in Original (neu) anschauen sollte.

Neben Humphrey Bogart hat Bergman noch viele berühmte Filmpartner quer durch die Genres:

Eisessen mit Gregory Peck am Set von Spellbound – Ich kämpfe um dich (Hitchcock 1945), einem Psychatrie-Krimi.

Noch mehr Hitchcock: der Spionage-Thriller NotoriousBerüchtigt (1946) mit Cary Grant.

Wiedersehen mit Cary Grant in Indiscreet (1958), einer für die 50er geradezu unkonventionellen, weil außerehelichen Liebeskomödie:

Ein Tänzchen mit Goldie Hawn in Cactus Flower- Die Kaktusblüte (1969):

Als Mutter von Liv Ullmann in Ingmar Bergmans Herbsonate (1978), Ingrids letztem Kinofilm:

Happiness is good health and a bad memory.

1984 wurden posthum Bergmans Memoiren My Story – Mein Leben veröffentlicht. Die hatte sie auf Anraten ihrer Töchter verfasst, um der Mythenbildung und Gerüchteküche die eigene Perspektive entgegenzusetzen – ernüchtert nach drei gescheiterten Ehen und vielen Jahrzehnten im Rampenlicht…

Der toughen Person hinter der Medienfigur widmet sich die neue Dokumention Ingrid Bergman: In Her Own Words (2014). Anlässlich des Jubiläums strahl ARTE morgen, am 30. August, ab 20.15 Uhr einen ganzen Themenabend aus – inklusive Stig Björkmans Film-Portrait und dem unverwüstlichen Casablanca. Kein schlechter Abschluss für so ein strahlendes Spätsommerwochenende.

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