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L-Kurzfilmnacht: Es war einmal eine Prinzessin…

27. Mai 2015

Da bin ich am Montag ins wunderschöne Metropolis Kino hier in Hamburg, obwohl mir Kurzfilme durchaus Schwierigkeiten machen und ich dieses Genre in der Regel meide. Tatsächlich tat ich mich in manchen Fällen eher schwer. Doch gab es mindestens eine Überraschung in der L-Filmnacht

Eswareinmal-plakat

Der Abend begann mit dem Film The Maiden and the Princess (Ali Sher, 2011), der ausgesprochen zauberhaft und unterhaltsam war. Ein junges Mädchen auf einem Londoner Schulhof küsst ein anderes Mädchen und Alles lacht und zeigt mit dem Finger. Im Gespräch mit den Eltern wird sie angehalten „es“ einen Unfall zu nennen! Doch zum Glück gibt es einen unkonventionellen Geschichtenerzähler im „Grand High Council of Fairy Tale Rules and Standards“, der ihr neuen Mut gibt ihr „Anderssein“ zu leben! Schrille Figuren, Gesangseinlagen, eine fairy godmother wie wir sie alle gerne hätten und ein zauberhaftes junges Mädchen!

Weiter ging es mit einer Frau, die in einer heterosexuellen Beziehung steckt, aber unglücklich verliebt ist in ein junges Mädchen. (Stella, Frederik Geisler, 2014). Gefolgt von zwei Frauen aus dem Senegal, die mit dem gleichen Mann verheiratet sind und sich ganz vorsichtig näher kommen, (L’autre femme, Marie KA, 2013). Dann zwei andere Frauen in einer von außen funktionierenden und spannenden Beziehung, die dann aber doch so ihre Probleme birgt. (M wie Martha, Lena Knauss, 2015) Auch wenn mir sicherlich Details und Nuancen verschlossen blieben und mich keine der drei Geschichten inhaltlich völlig begeistert hat, hatten sie alle eine ungemeine ästhetische Qualität und bestachen durch wunderschöne Bilder und Szenerien.

Der Abschlussfilm (Luftballong, Yenni Lee, 2011) hat mir dann wieder sehr gut gefallen. Eine junge Frau in Norwegen hat Liebeskummer und wir sehen sie mit ihrer „Erinnerungsbox“ in der Vergangenheit schwelgen und beobachten sie bei dem Versuch über ihre Ex hinweg zukommen. An diesem Film gefiel mir besonders, dass die Körper hier nicht so wahnsinnig perfekt waren. Die Filme vorher waren zwar unglaublich schön, sehr weichgezeichnet und traumhaft in ihren Farben, doch war es sehr angenehm den Abend mit einem Film abzuschließen, der einen mit echteren Menschen konfrontiert.

Alles in allem war es auch jenseits der Filme ein fabelhafter Abend. Zeit zu verbringen in einem Raum, in dem Heterosexualität nicht die Norm ist, ist eben doch immer noch zu selten. Zumindest für mich.

Die L-Kurzfilmnacht ist noch in einigen Städten zu erleben, zum Beispiel heute in Potsdam oder am 29. Mai in Berlin und München. Danach geht die L-Filmnacht leider in die Sommerpause.

Bilder und Trailer © Edition Salzgeber

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