Kultur Lovely Saturday

Lovely Saturday – Agnes Goodsir

14. Februar 2015

Nachdem ich ihren 150. Geburstag im vergangenen Juni ebenso verpasst habe wie den darauffolgenden 75. Todestag, muss ich hier endlich Agnes Noyes Goodsir vorstellen. Einerseits weil sie erstaunlich wenig bekannt ist – weder in Kunst- noch Lesbengeschichte findet man viel über sie, schon gar keine Monographie – und andererseits weil sie einfach faszinierende Bilder hinterließ. Trotz vieler Stillleben und anderer Motive war vor allem ihre Portraitmalerei erfolgreich: elegante selbstbewusste Frauen in schönen Interieurs.

Die gebürtige Australierin begann erst mit über 30 zu malen. Um eine bessere Ausbildung zu bekommen ging sie 1912 nach Europa, zuerst nach Paris. In London lernte sie ihre Lebensgefährtin Rachel „Cherry“ Dunn kennen. Danach lebte sie vor allem in Paris und gehörte bald zu den dortigen lesbischen Kreisen. Cherry war ihr häufigstes Modell – und schickte nach ihrem Tod 1939 zahlreiche Bilder nach Australien, wo sie heute in öffentlichen Museen hängen. Goodwin selbst war 1927 nur für Monate mit gefeierten Ausstellungen in ihre Heimat zurückgekehrt. Agnes und Rachel teilen ein Grab in der Nähe von Paris.

(Quellen: The Queer Encyclopedia of the Visual Arts und Australian Lesbian Artists of the Early Twentieth Century)

Girl With Cigarette

The Letter, 1926

The Parisienne

Girl on couch, 1915

Malerisches Wochenende, euch allen!

Alle Bilder: Public Domain.

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