Serien Webserien-Review

Webserien-Review: Baker Street

30. Januar 2015

Baker Street

Wer erst seit … gestern mitliest, weiß vielleicht noch nicht, dass ich ein großer Sherlockian bin (und auch Nadin dem Holmes-Universum zugeneigt ist). Beweis dafür sind Liebeserklärungen an Watson-eske Schnurrbärte, Fangirling für den nächsten Dezember, der erste Mann ever auf unserem Cover (dank The Imitation Game) und ein Lovely Saturday für die bezaubernde Amanda Abbington aka Mary Watson, die mir vor zwei Jahren mein Herz stahl.

Aber was ich mir natürlich immer ein wenig gewünscht habe, ist eine Version von Sherlock, in dem beide Hauptfiguren Frauen sind. Das wurde in einige Fanfics bereits ausgesponnen, zum Beispiel in einem 50er Jahre Alternative Universe im queeren London oder auch diesem Work in Progress, das in dem Comments bereits als „heaven for all of us kinky lesbians“ gelobt wurde. Aber wirklich gesehen haben wir es so noch nie. Bis sich die beiden Schauspielerinnen Karen Slater und Hannah Drew in Toronto im letzten Sommer daran machten ihre eigene, dreiteilige kleine Webserie über Sherlock Holmes und Jane Watson zu schreiben und zu drehen.

Was habe ich dieser Webserie entgegen gefiebert. Wurde ich enttäuscht? Nein. Das Script ist solide, die beiden Theaterschauspielerinnen wissen, was sie tun, und kennen sowohl Fandom als auch Canon. So wurde aus John „Three Continents“ Watson eine Jane, die sich ihrer Sexualität alles andere als schämt und auch – Spoiler alert – nicht nein sagt zu zwei Männern an einem Abend.

With having two women in the lead roles it was important to us to not just tell the story as Sherlock and Watson as women but as what that means with them, being women. (x)

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings doch, der leider der Natur des No Budget-Webserien-Formates geschuldet ist: Der Ton ist nicht gut gemixed und die Dialoge manchmal kaum zu hören. Da beide Hauptdarstellerinnen auch nicht wirklich kräftige Stimmen haben, muss man sich oft anstrengen, um zu verstehen, was da genau gerade gesagt wird. Die Mühe ist das allerdings wert.

Ist diese Version eine lesbische, lang ersehnte kleine Serie von Conan Doyles Sherlock-Holmes-Reihe? Nein. Ist die Serie stimmig und eine wunderbare Abendunterhaltung? Definitiv.

Slater und Drew haben sich in einem kleinen Q&A-Video bereits dazu geäußert, dass sie diesen Sommer die zweite Staffel drehen wollen, Indiegogo und andere Plattformen sollen helfen. Auch wollen sie gern auf das Fandom, dessen Ideen und Fanfics zurückgreifen – also wer weiß, was noch so alles passieren kann!

Ich als Sherlockian bin jedenfalls an Bord!

Euch jetzt erst einmal viel Spaß mit Baker Street!

 

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