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Lovely Saturday – Last Tango in Halifax

27. Dezember 2014

c_BBC

Kaum eine Serie war für mich dieses Jahr eine so schöne Neuentdeckung wie Last Tango in Halifax. Ich hatte bereits in meinem BAFTA-Rückblick die Serie und ihre Preisträgerin kurz erwähnt, allerdings nicht reingesehen. Die Prämisse der Serie, in der zwei ältere Menschen sich auf die alten Tage noch ineinander verlieben, machte mich nicht wirklich neugierig. Dann eines schönen Abends, schaltete ich auf das Drängen von Freunden dann doch noch einmal rein – und habe es keine Sekunde bereut. Aber seht selbst den Trailer zur ersten Staffel:

Spätestens, als die beiden sympathischen Hauptfiguren sich trotz Herzproblemen auf eine wilde Verfolgungsjagd im Auto einlassen, hatte Last Tango in Halifax mir mein Herz gestohlen – no pun intended.

Wenn Celia () und Alan () sich nicht gerade gegenseitig kennenlernen, werden wir Teil von den alltäglichen Dramen, die sich im Leben ihrer beiden Töchter Gillian () und Caroline () abspielen. Während Caroline, Rektorin einer Privatschule, sich um Dinge wie Geld keine Sorgen machen muss, hat sie dafür ihre nicht ganz einfache Mutter Celia und vor allem ihren Alkoholiker-Noch-Ehemann John an der Backe…

Gillian hat es auf ihren kleinen Farm in Halifax alles andere als einfach, muss weitere Jobs annehmen, trotzdem noch von ihrem Vater Alan ihre kleine Familie, die (zunächst) aus ihrem Sohn Raph besteht, unterstützen lassen. Während Caroline den Begriffen „Arroganz“ und „in the closet“ eine ganz neue Bedeutung gibt, möchte man im Verlauf der Serie bei Gillians Entscheidungen mehr als einmal die Hände über dem Kopf zusammenschlagen…

So gesehen ist es verständlich, dass Caroline und Gillian sich nicht sofort sympathisch sind. Es braucht fast ganze zwei Staffeln, bis es endlich zu Szenen wie dieser kommt:

Dann jedoch kann man kaum anders, als die beiden ein kleines bisschen zu shippen. Überhaupt dauert es ein wenig, bis diese unterschiedlichen Familien sich näher kommen, vor allem wenn Celias konservative Art auf Alans liberalen Einstellungen trifft.

Und dann hätten wir da noch dieses süße, lesbische Pärchen bestehend aus Caroline und Kate McKenzie (Nina Sosanya), dass sich durch alle möglichen Probleme kämpfen muss – an denen meistens Caroline selbst schuld ist.

Die Beziehung der beiden steht zwar nicht im Mittelpunkt der Serie, wie Caroline sich mit ihrer eigenen Sexualität auseinandersetzt und wie die Familien damit umgehen allerdings schon. Am Ende der ersten Staffel geraten Celia und Caroline dabei so böse aneinander, dass ich direkt meine eigene Mutter anrufen musste, weil es mir so nahe ging. Aber am Ende wird alles irgendwie doch gut.

One more for good luck:

Showrunner und Writer Sally Wainwright, von der u.a. auch Scott & Bailey stammt, hat mit Last Tango in Halifax eine ganz wunderbare Serie geschaffen, die berührt und für jede etwas zu bieten hat!

“Women do have very strong relationships with each other and you don’t often see that dramatised on telly. In fact, friendship itself isn’t dramatised terribly well on television. I suppose I do like reflecting on friendships. A lot of warmth and humour can come from the relationships that women have with each other.”

(Showrunner Sally Wainwright)

Morgen geht es dann endlich weiter mit der dritten Staffel von Halifax – was könnte ein schöneres Ferienprogramm sein?

Und jetzt winken euch nur noch Gillian und Caroline hinterher, während ihr losrennt und Halifax binged. Richtig? Dachte ich es mir doch!

Last Tango in Halifax Staffel 3 startet morgen um 22 Uhr auf BBC1. Ein deutscher Start der Serie ist noch nicht bekannt. Die ersten beiden Staffeln bekommt man schon als realitiv günstige Import-DVDs.

Trailer & Bilder © BBC

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