Lovely Saturday Serien

Lovely Saturday – Cristina Yang

4. Oktober 2014

Wie Serien, Filme und Bücher das Leben beeinflussen können, wie man mit ihren Charakteren mitfiebern kann, mit ihnen wachsen, sie mitnehmen und sie ins Herz schließen kann, darüber habe ich schon des öfteren geschrieben. Für eine Serie und zwei bestimmte Charaktere traf das für lange Jahre bei mir zu, bis es dann nicht mehr passte. Und wie das im Leben oft so ist, trifft man sich eben mehrmals.

Die Rede hier ist von Grey’s Anatomy, Cristina Yang und ihrer unbeschreiblich gut dargestellten Freundschaft zu Meredith Grey. Grey’s startete damals, als ich mein Abitur machte, und gefiel mir ausnehmend gut. Es war ein wenig wie Dawson’s Creek für Erwachsene … oder eben mich, die ich gerade aus meinen Teenagerschuhen wuchs: Egal, welche Probleme ich selbst hatte, die Figuren in Grey’s waren definitiv gebeutelter als ich. Nach dem Abitur packte ich Yang und Co. mit ein, zog nach Berlin. Ich erinnere mich an Bügelabende (yes, that is a thing) mit viel Wein mit meinem damaligen Mitbewohner, während im Hintergrund Grey’s lief, erinnere  Zeiten, zu denen ich anscheinend so tough war, dass ich die Serie zum Frühstück geguckt habe – und auch daran, als es einfach nicht mehr ging, als ich an einem Tiefpunkt ankam und die Figuren in der Serie, nicht einmal nur sprichwörtlich, ebenfalls: Die Hälfte der Charaktere wurden Opfer eines Flugzeugabsturzes.

Zwei Staffeln bzw. Jahre später, sitze ich auf dem Bett des besagten Mitbewohners, dieses mal ohne Bügeln, aber weiterhin mit Wein und wir kommen auf „damals“ zu sprechen, auf Grey’s Anatomy und mein damaliges Mantra:

Nach ein paar skeptisch begutachteten Folgen war das Grey’s-Binging in vollem Gange bei mir. Pünktlich zum Start der 11. Staffel in den USA bin ich jetzt endlich wieder up to date mit der Serie. Obwohl ich mir mehr als einmal, während die Chirurgen in Menschen rumdoktern, irgendetwas vors Gesicht halte und trotzdem diverse Schlurp-Geräusche höre, bin ich wieder ganz bei Sache und liebe es.

That all being said, kommen wir zu dem bereits angesprochenem Hauptgrund, warum diese Serie mich immer noch so begeistert:

Sandra Oh aka Cristina Yang ist eine der vielschichtigsten, toughesten und wunderbarsten Frauenfiguren, die sich meiner Meinung direkt bei Größen wie Buffy einreihen kann. Lasst mich ein paar Gründe aufzählen, warum dem so ist:

Sie lebt für ihren Beruf und hat ihre Ziele klar vor Augen:

Und niemand hindert sie daran, die Wonder Woman der Chirurgie zu werden.

Wirklich niemand.

„Menschenfreundin“ würde sich auf ihrer Visitenkarte nie finden lassen:

Sie hat einen staubtrockenen Humor. Oder einfach sagt immer die Wahrheit, manchmal ist das nicht ganz klar.

Empathie ist auch nicht so wirklich ihr Ding:

Zum Glück hat sie sich nicht auf Kinder sondern Herzchirurgie spezialisiert:

Sie liebt Spaß.

Und denkt sich die besten Drohungen aus:

Aber egal was ist, Cristina kennt sich selbst, im Guten wie im Schlechten:

Zu „schlecht“ gehört auch, dass sie noch unordentlicher ist, als ich es bin.

Wie man Feiertage über die Bühne bringt á la Cristina Yang / All of us:

Sie ist die ultimative Dancing Queen:

Seriously, dance it out!
Sie liebt essen, obwohl sie selbst in der Küche höchstens eine Schale Cornflakes zustande bekommt:

Eine obligatorische Sportveranstaltung mit den Kollegen weiß sie auch direkt aufzupimpen:

Wenn sie Sex will, will sie Sex. Simple as that.

Und als sie dann schließlich eine große Liebe ihres Lebens trifft, scheitert es am Ende daran, dass sie wirklich, wirklich keine Kinder haben will. Ein Standpunkt, den sie vehement verteidigt:

Geheiratet hat sie übrigens nicht in weiß, sondern rot: “I’m not wearing white. It’s sexist and vaguely racist.”

Trotz allem hat auch Cristina eine schlechte Zeit und einfach nur ein Mensch:

Sie ist, selbstverständlich, Feministin:

Sie ist nicht eitel…

Nur realistisch.

Wirklich realistisch.

Und ich stimme ihr zu, die Welt wäre eine schönere, wenn wir weniger Aussehen als Intellekt anerkennen würden. Fangt heute damit an, Kittens, es ist nicht zu spät! Aber Eyecandy sollten wir natürlich weiterhin wertschätzen, zum Beispiel dieses wundervolle Gif:

Hach, natürlich fährt sie auch noch Motorrad. Natürlich. Aber da war ja noch was, richtig, ihre Beziehung zu Meredith Grey:

Serienschöpferin Shonda Rhimes, die auch für andere Serien mit tollen Frauenfiguren (Scandal, How To Get Away With Murder) verantwortlich ist, hat die Beziehung der beiden und warum sie so fantastisch ist, direkt selbst auf den Punkt gebracht:

„The show is not about a boy. It has never been about a boy. The show has always been a lovestory between Meredith and Cristina.“ (Shonda Rhimes)

Was als gesunde berufliche Rivalität begann, wurde zu einer der schönsten Freundschaften der Fernsehgeschichte. Die beiden scheuen sich nie, sich klar die Meinung zu sagen, sind immer füreinander da und für die beste Freundin, die gerade Probleme hat und über nacht bleiben will, muss der Partner/Ehemann eben mal das Bett räumen.

 

Dass wir uns nicht ständig alle gegenseitig drücken und herzen müssen, um zu demonstrieren, wie eng die Freundschaft ist, beweisen die beiden auch:

Sie sind die größte Inspiration füreinander, egal wen sie daten, egal in wen sie verliebt sind, egal was passiert. Schöner kann man Freundschaft doch gar nicht zusammenfassen!

Eine Menge Spoiler, aber trotzdem ein wunderschöner Zusammenschnitt mit den besten Meredith und Cristina Szenen lässt sich hier auf Youtube finden:

http://youtu.be/RvCKzbWOnSo

Chief Webber aka James Pickens Jr. sagt folgendes über Cristina:

„We see a reflection of the Millenium Woman in her, she is doing it on her own terms.“

Rhimes folgert, dass Cristina für sie die Frau ist, die sie sein will, ist, von der sie hofft, dass jede Frau ein bisschen mehr wie sie sein will und wird. Amen.

Besonders bewegend wird Cristinas Natur im Voice Over nach dem Tod ihres Mentors auf den Punkt gebracht:

“Breathe, Dr. Yang. Don’t be crass. You’re skulking. Women of your generation are graceless. It’s an affront to nature. Mediocre surgeons will see you and feel themselves wilting in your shadow. Do not shrink to console them. Do not look for friends here. You won’t find them. None of these people have the capacity to understand you. They never will. If you’re lucky, one day when you’re old and shriveled like me, you will find a young doctor with little regard for anything but their craft. And you’ll train them like I trained you. Until then, read a good book. You have greatness in you, Yang. Don’t disappoint.”

Wer mit Staffel 10 von Grey’s Anatomy fertig ist, der sollte das Special dazu unbedingt ansehen, aber natürlich nicht ohne vorher die Taschentücher bereit zu halten! Für alle anderen gilt: SPOILERS!

https://www.youtube.com/watch?v=xsoiI8B5pug

In diesem Sinne, sag es für uns Meredith:

Habt ein schönes Wochenende!

Die zweite Hälfte der 10. Staffel von Grey’s startet auf Pro7 am 15. Oktober

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