Bücher Kultur Lovely Saturday

Lovely Saturday – Colette

2. August 2014

Morgen jährt sich der Todestag der exzentrischen, hoch geschätzten Schriftstellerin Colette zum 60. Mal.

Colette_1932_(2)

1932

*

Von der Kindheit auf dem Dorf bis zur Ehre eines Staatsbegräbnis – als erste Französin überhaupt! – hatte Sidonie-Gabrielle (*1873) ein wechselvolles Leben, in dem sie sich nicht nur von ihren Vornamen, sondern auch von mehreren Männern und Frauen trennte. Zwischen ihren drei Ehen lebte sie unter anderem mit der Salonière Natalie Clifford Barney und Mathilde de Morny, Marquise de Belboeuf, zusammen. Sie sprach selbst von ihrem „mentalen Hermaphroditismus“.

Ihr erster Mann zwang Colette, mehrere Romane zu schreiben und unter seinem Namen sehr erfolgreich zu publizieren. Nachdem sie sich aus dieser Ehe befreit hatte, hatte sie aber ihre Profession gefunden. Sie veröffentlichte insgesamt zwölf Romane, eine Oper mit Maurice Ravel, autobiografische und journalistische Texte. Am berühmtesten ist wohl ihr Roman Chérie (1920), der ebenso mehrfach verfilmt wurde wie ihre Claudine-Bücher oder auch das zum Musical bearbeitete Gigi.

*

Mit Themen wie der Liebe zwischen Frauen und jüngeren Männern oder auch Homoerotik brach Colette nicht selten Tabus. Wobei sich Schreiben und Leben offenbar wechselsetig inspirierten. Als Schauspielerin, Pantomimin und Tänzerin mit exotischen Programmen verdiente sie jahrelang ihr Geld – was ihr viel Freiheit sicherte und ihr einen ungewöhnlichen Ruf als „Danseuse et Homme de Lettres“ (Sacha Guitry) hinterließ.

Colette in rêve d’Égypte, 1907, Foto: Leopold Reutlinger

„Du wirst immer wieder etwas Törichtes tun, doch tu es wenigstens mit Hingabe.“ (x)

Schon seit ihrem Erfolg mit Chéri, spätestens aber in den Nachkriegsjahren hatte sie sich als Schriftstellerin etabliert. Nun lebte sie zwar mit gesundheitlichen, aber ohne finanzielle Sorgen in ihrer Pariser Wohnung und bekam noch zu Lebzeiten zahlreiche Auszeichungen sowie eine 15-bändige Werkausgabe.

1932

„Zeit, die man mit Katzen verbringt, ist niemals verschwendet.“ (x)

In dieser kleinen Doku von 1951 plaudert die gealterte Colette mit Jean Cocteau:

http://youtu.be/7sBD3h9nuNY

Colette ist bis heute eine der berühmtesten und meist gelesenen Autorinnen nicht nur in Frankreich. Sowohl ihre komplexen Frauenfiguren als ihr eigenes unkonventionelles Leben – es gäbe hier noch so viel mehr zu erwähnen – ziehen noch immer in den Bann.

„Was für ein herrliches Leben hatte ich! Ich wünschte nur, ich hätte es früher bemerkt.“ (x)

Colette, c.1900. Photo by Harlingue-Viollet.

ca. 1900. Foto: Harlingue-Viollet.

 Fotos: WikimediaCommons, Public Domain

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar