Filme Queer Life

Review: Maleficent

2. Juni 2014

Kaum ein Film wurde diese Woche von etlichen Mediaoutlets so diskutiert wie der neue Disney-Streich Maleficent. Der allgemeine Konsens: Angelina Jolie fasziniert immer noch (fast) alle. Selbst Co-Star Elle Fanning beschrieb ihre Gegenwart am Set als nichts anderes als „otherworldly“.

MALEFICENT - DIE DUNKLE FEE - Maleficent (Angelina Jolie)

„Otherworldly“ indeed!

Ich, als langjähriger Fan, die La Jolie unironisch als „die Frau“ bezeichnet, war tatsächlich ein wenig nervös, als ich mir Maleficent ansah. Denn es war auch das erste Mal, dass ich einen Film im Kino mit Originalton, also ihrer richtigen Stimme gesehen habe. Sicherlich, ich bin nicht 100% objektiv, was diese Dame und ihre Arbeit angeht – vor allem, weil ich nicht weiß, ob mein Coming Out und der weitere Fortlauf meiner sexuellen Entwicklung so reibungslos verlaufen wäre, wenn ich nicht vor ca. 13 Jahren Angelina auf dem Cover einer Petra gesehen hätte. Aber ich bin objektiv genug um sagen zu können: Maleficent ist gut!

Maleficent hat mir sogar wirklich ausnehmend gut gefallen. So sehr, dass ich mich am nächsten Tag dabei ertappte, dass ich ihn gern direkt noch einmal gucken hätte.

MALEFICENT

Jolie mit Sam Riley aka Diaval

Das mag natürlich an Angelinas pointiertem Umgang mit ihrer Rolle liegen, an dem unterschwelligen Witz, der die für Kinder bestimmt gruseligen Szenen ergänzt. Es liegt auch daran, dass dieser Film kaum den umgedrehten (!) Bechdel-Test besteht und sich so erfrischend um Frauen dreht. Eine Tatsache, die eine Rezensentin sogar dazu bewegte, den Film als „Emanzen-Porno“ (filmosophie) zu bezeichnen. Nur, weil ein Film sich mal nicht nur um Helden dreht, weil er die Sache mit dem Prinzen und dem „True Loves Kiss“ auf die Schippe nimmt? Wenn das Emanzen-Porno sein sollte, ich nehme ihn jeden Tag liebend mit Kusshand entgegen!

MALEFICENT-DIE DUNKLE FEE - Die junge Maleficent(Isobelle Molloy)

Isobelle Molloy als die junge Maleficent

Der Film bringt noch ganz andere Botschaften mit sich, zum Beispiel, dass Bosheit im Großteil der Fälle geschaffen und nicht geboren wird, dass Anderssein eine exotische Schönheit mit sich bringen kann – und dass man manchmal Liebe an Orten findet, an denen man sie am wenigstens erwartet.

Zu beurteilen wie gut die CGI-Effekte und 3D-Elemente umgesetzt sind, das überlasse ich den Blogs, die tatsächlich Ahnung davon haben. Mein einziger Kommentar dazu ist: Diese Flügel!

MALEFICENT - DIE DUNKLE FEE - Maleficent (Angelina Jolie)

Natürlich hat auch Maleficent hier und da Schwachstellen, die man diskutieren kann, die aber meines Erachtens nicht davon ablenken, dass man hier 90 Minuten lang zusehen kann, wie ein altbekanntes Märchen sich ganz neu entfaltet.

MALEFICENT

Jung übt sich: Jolies eigene Tochter hat einen kurzen Auftritt als die junge Aurora

Meckern und kritisieren tun wir doch bei so gut wie allem fast schon instinktiv. Warum also nicht einfach mal bezaubern lassen?

Und dass die Frau darin die Hauptrolle spielt, nunja, das ist bestimmt nicht nur für mich ein perfekter Bonus.

Bilder: The Walt Disney Company

UPDATE: Maleficent ist seit dem 2. Oktober 2014 auf

Blu Ray (14,99 €) und DVD (12,99 €) und 3D Blu Ray (23,99 €) erhältlich.

1 Kommentar

  • Reply apocalypse 2012 4. Juni 2014 at 12:38

    Zum Film Maleficent (eben kein „Emanzenporno“ und auch keine „Mutterliebe“):

    Die Herrin der Tiere (und des Waldes) sollte man eben nicht vergewaltigen („die Flügel wegnehmen“), denn nur sie liebt alle Lebewesen mit UNBEDINGTER LIEBE…. (inklusive die Menschen = domestiziert-zivilisierte Tiere = „little beasties“)

    Kein Wunder, dass alle Feen, Magier und Schamanen ausgestorben sind in „unserer“ Welt voll von Eisenkäfigen (Häuser aus Stahlbeton, Autos, Stromleitungen, Handys…), Eisenflügeln (Kampfflugzeugen, Drohnen) und Eisenmünzen (Geld)…

    Übrigens: es gibt auch einen „Herrn der Tiere“… Aber auch dieser ist ausgestorben.

    Und: Es gibt eben Rein-Metalle (ungebundene reine feste Metalle) und gelöste Metalle (Metall-Ionen gebunden in Flüssigkeiten) bzw. Salze (Metall-Ionen gebunden im Gestein).
    Letztere beiden gebundenen Metall-Ionen sind für Feen unproblematisch, da es sich um feine Metall-Ionen handelt, die zu Hauf in gebundener Form in der Natur vorkommen. Der Körper braucht dabei nur diese Metall-Ionen (z.B. im Mineralwasser).

    Rein-Metalle gibt es jedoch erst seit der Mensch gelernt hat, diese Metalle aus Lösungen oder Salzen (Gesteinen, Erzen) heraus zu bekommen — meist unter extrem hohem energetischen Aufwand (Erz-Minen, Bergbau, Hochöfen, Schmelzöfen).
    Daher hat der Mensch es erst vor ca. 5000 Jahren geschafft, Kupfer aus dem Gestein zu gewinnen, danach Bronze, dann Eisen (800 v. Chr.) und dann Stahl und Aluminium (v.a. heute), sodass immer härtere Rein-Metalle (und damit auch Waffen) geschmiedet werden konnten.
    Kein Wunder, dass Feen eben vor solchen von der Natur losgeeisten Rein-Metallen (Metall-Helme, Metall-Rüstungen, Waffen, etc. etc.) Angst haben, nicht jedoch vor Gesteinen oder Mineralwasser (also in der Natur gebundenen Metall-Ionen).

    Ausnahmen: Gold und Silber, die auch so in der Natur schon als reine Metalle (gediegen) vorkommen und relativ einfach aus der Natur gewonnen werden können (z.B. Gold in Bächen durch langwieriges Sieben), d.h. ohne grossen energetischen Aufwand.

    Es ist übrigens interessant, dass die Fee Maleficent (“Herrin der Tiere und des Waldes”) zwar Kinder hypnotisieren und in kurzzeitigen Schlaf versetzen kann, aber nicht mehr die korrupten Erwachsenen in Stahl-Panzern (die Juristen würden hier wohl von “Willensfreiheit” bei den Erwachsenen sprechen).

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