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Rückblick auf die BAFTA Television Awards

22. Mai 2014

 bafta

Hach, Awardshows und ich. Diese (Hass-)Liebe zelebriere ich hier ja genauso ausgiebig, wie ich meine anglophile Seite zeige. Also warum nicht beides vereinen? Ab sofort gibt es hier auch einen kleinen Rückblick auf die BAFTA-Awards, beginnend mit den Television-BAFTAs, die seperat von den Film-BAFTAs verliehen werden – und immer ein bisschen mehr Spaß machen.

Bei den BAFTAs werden Fernsehprogramme und SchauspielerInnen des vergangenen Jahres geehrt. Alle Programme die im Vorjahr im britischen Fernsehen liefen, können von den ausstrahlenden Sendern eingereicht werden, dasselbe gilt für die SchauspielerInnen. Die Mitglieder der britischen Film-Academy können dann online für die Einträge voten. Die vier Einträge mit den meisten Votes werden zu den Nominierten. Eine vom Television Commitee der Academy gewählte, neunköpfige Jury bestimmt anschließend, an wen die Preise verliehen werden sollen.

Im Gegensatz zu Awardshows in den USA ist man in Großbritannien schon froh, wenn es mal nicht regnet während des Red Carpets. Die Wettergötter waren diesmal so geneigt, dass strahlender Sonnenschein herrschte. Sarah Lancashire, die für ihre Rolle als Lesbe in Last Tango in Halifax nominiert waren, wurden mit ihrer Serienkollegin Nicola Walker auch direkt zu einem Interview zur Seite gewunken.

Genauso wie Martin Freeman, während im Hintergrund das Kleid seiner Partnerin Amanda Abbington riss, als sie Autogramme gab.

Julie Walters, die am Ende des Abends mit einem Ehren-Fellowship-BAFTA gewürdigt werden sollte, bereitete schon auf dem Red Carpet gute Laune. Ja, ganz richtig, dass ist Mrs. Weasley.

Im Zusammenschnitt sind noch die restlichen Highlights zusammengefasst. Man bemerke unter anderem Oona Chaplin und Helena Bonham Carter!

Durch die Zeremonie führte dieses Jahr der Entertainer Graham Norton und ließ mich etwas bitter an deutsche Veranstaltungen solcher Art denken. Im Vergleich herrschte an dem Abend, was die queere Sichtbarkeit anging, ein fast schon ausgewogenes Verhältnis auf der Bühne.

“If you do get beaten, at least it wasn’t in a lift by your wife’s sister.”
Host Graham Nortons Tipp für alle Nominierten

Das zeigte sich bereits bei der Verleihung des Awards für die beste Nebendarstellerin, für die gleich zwei Frauen aus Last Tango in Halifax nominiert waren und den Sarah Lancashire für ihre lesbische Rolle direkt gewann!

If you ever get the chance to kiss her, do!“ Aw!

Ich habe die Serie leider selbst noch nicht gesehen, aber hiernach hat sie definitiv ihren Platz auf meiner Watch-Liste gefunden!

Den Preis für die beste Hauptdarstellerin nahm das zweite Jahr in Folge Olivia Coleman, sichtlich gerührt und wohlverdient, entgegen. Ihre Rolle in der Serie Broadchurch wird sie auch eine weitere Staffel neben David Tennant spielen und vielleicht nächstes Jahr das dritte Mal gewinnen. Diesmal hat sie sich unter anderem gegen Konkurrentinnen wie Helena Bonham Carter durchsetzen können.

Als beste Hauptdarstellerin in einer Comedyserie wurde Katherine Parkison für The IT Crowd ausgezeichnet, eine späte Ehrung der Serie, von der im letzten Jahr eigentlich nur ein Abschiedsspecial lief.

Bester Darsteller einer Comedyserie ging an Richard Ayoade, ebenfalls The IT Crowd, der mit einer witzigen Rede das Publikum unterhielt. „I hope this serves as an inspiration to other nasal men.

Bester Nebendarsteller wurde David Bradley, der mit Broadchurch alle anderen an die Wand gespielt hat.

Den Award für die wirrste Rede ever erwarb Sean Harris, der für seine Rolle in Southcliffe als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde und dessen Agent am allerwenigsten Hoffnung für ihn hatte: „If you win, which you WON’T don’t fuck it up.

Das ist doch der beste Beweis dafür, dass Schauspieler sein nicht automatisch bedeutet, dass man sich auf Bühnen besonders wohl fühlt.

Als beste Comedyserie wurde nicht ebenfalls The IT Crowd ausgezeichnet, der Preis ging an die Serie Him & Her. Als beste Miniserie gewann die Zombieserie In the Flesh.

Als bestes Fernsehdrama wurde Complicit ausgezeichnet und leider nicht An Adventure In Space and Time, der Film über die Entstehung von Doctor Who aus der Feder von Sherlock-Showrunner Markt Gatiss. Da war es ein wenig Trost, dass der Zuschauerpreis, verliehen vom Cast des Vorjahressiegers Game of Thrones, zumindest an das Special zum 50. Geburtstag von Doctor Who ging. „We are really surprised! If we’d know I think someone famous would be standing here!


Als beste Dramaserie wurde schließlich ohne große Überraschung Broadchurch ausgezeichnet. Wann die Serie, die sich um den Mord an einem kleinen Jungen und die Reaktionen der Kleinstadt, in der er gelebt hat, dreht, endlich auch hierzulande läuft, ist noch nicht bestätigt.

Als beste ausländische Serie gewann Breaking Bad gegen Favoriten wie Borgen und House of Cards. Ein Special Award wurde an Cilla Black vergeben, die uns hierzulande nichts sagt, die aber in Großbritannien schon eine ganze Weile auf den Fernsehbildschirmen zu sehen ist.

Den BAFTA Fellowship Award gewann schließlich Julie Walters, die, als sie ihn entgegen nahm, gleich noch ein paar Herzen mit dazu ihr eigen nennen konnte.

Schließlich endete der im Vergleich kurze Spaß mit Graham Norton Satz: „The Sauvignon is blanc, the night is good, good night!“

Und ich schließe mich dem an!

Alle weiteren GewinnerInnen könnt ihr hier nachlesen.

 

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