Bücher Magazines to discover

Farewell, Bend Over Magazine!

4. Mai 2014

Cover auch diesmal von Goodyn Green

*

Bend Over war nicht zufällig eines der allerersten Zines in der Magazines-to-discover-Kolumne. Das Magazin der Herausgeberin/Redakteurin Ena Lind lieferte genau das, was in den Zeitschriften-Wüsten fehlt. In ihren eigenen Worten:

Bend Over fills the gaps between queer lifestyle and special-interest publications with a sexy, practical, feminist take on the people and things we love. Art, music, culture, and sex coexist interdependently, just like they do in our everyday lives. Our contributors and features span diverse ethnicities, nationalities, genders, opinions and media. (x)

Was wie ein hohes Diversity-Ideal klingt, zog sich tatsächlich Heft für Heft durch die Interviews, Bild- und Wort-Beiträge. In diesem Sinne repräsentiert Bend Over eine traumhafte Medienwelt, in der sexuelle oder feministische Identitäten nicht mehr hinterfragt/benannt werden (müssen). Wäre das ein Zustand außerhalb der Nische – wir würden sofort glücklich das L-Wort aus dem Header streichen. Aber auch als „special interest publication“ bot das schmale Heft reichlich Inspirationen und Entdeckungen.

Neben lohnenden Gesprächen zwischen queeren Frauen* finden sich nie glatte Portrait-Fotografien und kleine Kunststrecken sowie selbstreflexive Essays/Umfragen zu queer-feministischen Themen. Die nun leider letzte Ausgabe zieren nochmal hehre Namen: Peaches teilt ihre Einsichten zu Pop, Ruhm und Zukunft. Planningtorock lächelt (!). Milena Chernyavskaya berichtet aus der schwindenden russischen Subkultur, Amos Mac aus jener der US-Transmen, diverse andere versammeln ihre Orasmus-Erfahrungen. Und Sadie Lune reflektiert die Doppelmoral der idealisierten Vagina.

Das Mag selbst – etwa A5 groß, hochwertig gedruckt, mit mattem Umschlag, bis zu 6 Euro  – ziert jede Bibliothek. In meiner werden die acht Hefte ihren festen Platz haben. Danke. Nicht dass sich das Anliegen erledigt hätte – der internationale Erfolg spricht für sich – , aber vermutlich rufen die vielen anderen Projekte. Man sieht sich auf der nächsten Mint-Party oder so…

…und erkennt sich vielleicht an diesem Tank-Top.

Im Webshop erhältlich – Link im Bild

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