Kultur Queer Life

Feminist conqueerors: a playground

23. März 2014

Freitag, 21. März, 18 Uhr – nach nur fünf Wochen haben die Kurator_innen von COVEN Berlin es endlich geschafft: Ihre erste Ausstellung mit dem Titel Feminist conqueerors: a playground im Kleinen Salon (Manteuffelstrasse 42, 10997 Berlin) ist eröffnet.

we want to grow, learn, create, play, perform and share – (COVEN Berlin)

Vom 21. März bis 29. März stellt das Kollektiv die Werke von neun verschiedenen Künstler_innen aus. An jedem Abend gibt es wechselnde Performances.

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(c) COVEN Berlin

Besonders beeindruckt haben mich die Fotoserie Man of Action, die Videoinstallation Fuck or Fight, die Fotos der Serie Andr and Gyné, das Selbstmalprojekt Role Models und das Memory-Spiel Series: “Subject: The Grid”, die alle die Konzepte von Gendernorm spielerisch, witzig und originell hinterfragen:

Man of Action von Goodyn Green inszeniert die Action Man-Figur auf queere Weise. Zu sehen ist der muskulöse und knallharte Kämpfer mal sehr intim und leidenschaftlich – es gibt (un)geahnte Seiten an diesem männlichsten aller Männer zu entdecken! (Unbedingt selbst anschauen!)

Fuck or Fight von Kiona Hagen Niehaus und Frances Breden ist ein großartiges Video-Mashup, das die Absurdität von Hollywood-Inszenierungen von Männern und Frauen vorführt. Zu sehen sind Szenen aus bekannten Blockbustern im Wechsel mit Interpretationen der beiden Künstler_innen, die wunderbar verbildlichen, was vielen wahrscheinlich schon klar sein dürfte: die in Hollywood-Filmen oft propagierten Rollenbilder sind so künstlich, übertrieben und eindimensional, dass eine direkte Übertragung auf die Lebensrealität eher ungewollt komisch anmutet, als cool und sexy…

Andr and Gyné von Jessica Polar ist eine wunderschöne Fotosammlung androgyner Models.

Role Models von Judy Mièl ist eine Einladung und Anregung, sich künstlerisch und spielerisch mit den Stereotypen, die wir mit bestimmten Beschreibungen verbinden, auseinanderzusetzen.

Series: “Subject: The Grid” von Eve T ist ein Memory basierend auf Bildern, die sich ein (Hetero-)Paar zugeschickt hat. (Am besten selber mal spielen!)

Sehr verwirrend war mein Date mit COSMOgirl (Performace Looking for Love von Frances Breden). Setting: ein erstes Date. Die Besonderheit: Die Künstlerin durfte nur Zitate aus der Cosmopolitan benutzen. – Ich lese solche Magazine selbst so gut wie nie (meistens schaue ich mir nur die Bilder an, wenn ich mal beim Zahnarzt im Wartezimmer sitze), war mir aber darüber klar, dass diese Art von Zeitschriften kein für mich erstrebenswertes Frauenbild entwerfen und anpreisen. Ich war ehrlich schockiert…

Außerdem ging es an diesem Abend viel um Haare und die (Schönheits-)Ansprüche der westlichen Gesellschaft an Frauen: Lo Pecado (Performance The Unesthetician) hat Freiwilligen vor aller Augen die Beine mit Warmwachs enthaart (einige Passanten, die zufällig Zeugen des Geschehens wurden haben wirklich sehr entsetzt und verstört geguckt). Bei Lalou Rousseau gab es Free Haircuts.

Hier könnt ihr euch anschauen, was in den nächsten Tagen auf dem Programm steht.
Geht hin, nehmt teil, habt Spaß!

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