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Die Verleihung der 71. Golden Globes

13. Januar 2014

Ich gestehe: Dieses Jahr, war ich bei den Golden Globes nicht ganz bei der Sache. Das hatte aber auch seinen Grund: nur wenige Stunden vorher, lief die finale Folge der neuesten Sherlock-Staffel. Wer ein bisschen hier mitliest, weiß, dass mich herzlich wenig so sehr begeistert wie alles, was mit Sherlock Holmes zu tun hat. Besonders, wenn es sich um die langersehnte dritte Staffel mit meinem Man-Crush Benedict Cumberbatch und meiner neu entdeckten Flamme Amanda Abbington handelt! Also nein, trotz Amy und Tina als Host, so ganz kam die typische Awards-Euphorie nach DEM Staffelfinale für mich nicht auf.

Laughter

Trotzdem, mit Kaffee und Chips bewaffnet, habe ich mir wie sonst auch die Nacht um die Ohren geschlagen und weniger akribisch als sonst die Verleihung der Globes verfolgt – während ich nebenbei gefühlt jedes neue Sherlock-Gif bei Tumblr gereblogged habe. (Life choices, people. Life choices.)

Gelauscht habe ich natürlich andächtig, als Amy und Tina ihren Opening-Monolog zum besten gaben:

Und gefreut habe ich mich selbstverständlich auch, dass Jennifer Lawrence den ersten Award des Abends als beste Comedy-Nebendarstellerin abgeräumt hat. American Hustle sollte den Abend über noch einige Male ausgezeichnet werden und steht jetzt wohl gezwungenermaßen auf meiner To-Watch-Liste. Die Dinge, die man sich für JLaw antut. Die fiel dieses Jahr, in ihrem an eine Bettdecke erinnerndem Kleid, nicht die Bühne hoch, war trotzdem relativ sprachlos schon wieder mit einem Award verwöhnt zu werden.

Noch sprachloser war Jacqueline Bisset, die, als sie ihren Award als beste Nebendarstellerin in einer Serie annahm, vor lauter Verwunderung an einen Fisch an Land erinnerte und einen Trend des Abends einläutete: So gut wie jede_r wurde von der nervigen Hintergrundmusik von der Bühne geschubbst.

Der Preis für die beste Miniserie ging wenig überraschend, wie schon bei den Emmys, an Behind the Candelabra und zu meiner hellen Freude, der Preis als beste Darstellerin in einer Miniserie an Elisabeth Moss. Die zeigte schon vorher beim roten Teppich, wie wenig sie (genau wie ich) von dieser bekloppten „Mani“-Cam von E! Entertainment hält:

Die nächsten Preise für beste Dramaserie und bester Schauspieler in einer Dramaserie gingen wenig überraschend an Breaking Bad. Die Serie räumte mit seiner letzten Staffel bereits bei den Emmys gehörig ab. Kein Wunder also, dass die Drogen-Serie jetzt noch einmal mit Preisen überhäuft wird. Bleibt zu hoffen, dass sich nächstes Jahr ähnliches für die finale Staffel von Mad Men abspielen wird!

Die Musik-Preise dieses Jahr ging an All is Lost als bester Score und an den U2 Song für den neuen Mandela-Film mit Idris Elba in der Hauptrolle.  Apropos Idris Elba: Tina und Amy waren dieses Jahr wirklich relativ wenig auf der Bühne zu sehen, wenn man es mit den letzten Awards vergleicht. Aber als die Miss Golden Globes vorgestellt wurde, rannte Tina schnell auf die Bühne. Gender Equality sollte es dieses Jahr geben, weswegen sie ihren Sohn Randy zum Mr. Golden Globes bestimmt hat. Und das ist Randy:

Leider weiß Randy nicht, wer von den Herren im Publikum denn nun sein Vater ist, also stürzt er sich direkt auf eine Top-Wahl im Publikum: Idris Elba. You could do worse I guess.

Wer genau jetzt Randys Vater ist, finden wir nicht raus. Wollen wir hoffen, dass es sich bei der Frisur nicht um Justin Bieber handelt. Ja, ich hau mir ja schon selbst auf die Hände, ist ja gut. Als Wiedergutmachung: Ein Gif von Julia Louis-Dreyfus, wie sie einen großen Hot-Dog isst. (Ich wusste nicht, wo ich das sonst unterbringen sollte)

Wo war ich, achja. Awards. Der Preis an die beste Darstellerin in einer Komödie ging an Amy Adams in American Hustle, die sich in ihrer Rede beschwerte, dass sie nie auf Befehl heulen könne und jetzt natürlich die Schleusen geöffnet seien. Während ich mich wiederholt fragte, was die anderen Filme getan haben, dass dieses Perücken-Epos ständig ausgezeichnet wird. Aber wer weiß, vielleicht werde ich ja noch überrascht.

Bester Nebendarsteller wurde übrigens Jon Voight. Ihr wisst schon, Angelia Jolies Vater. Nein? Okay, ist eh nicht wichtig. Denn jetzt explodierte Twitter und Tumblr kurzzeitig, als es (angeblich) zu DEM Skandal des Abends kam: Tatiana Maslany hat nicht den Award als beste Darstellerin in einer Dramaserie bekommen. Stattdessen ging der Preis an Robin Wright.

http://youtu.be/eyzXufIPtJQ

Bin ich ernsthaft die einzige, die sich für Wright gefreut hat? Sci-Fi-Serien wie Orphan Black werden grundsätzlich eher bei diesen Awards ignoriert, wie die Emmys bereits gezeigt haben und ich hab Maslanys Nominierung als Hat-Tip verstanden. Ihre Zeit kommt hoffentlich noch und der große Orphan Black-Hype wird wohl ohnehin erst mit der zweiten Staffel ab April losgehen. Bis dahin freue ich mich wirklich auf Neues von House of Cards mit Robin Wright ab dem 14. Februar. Wie schon im Lovely Saturday beschrieben, spielt sie die eiskalte Politiker-Ehefrau mit reiner Finesse! Und die sexy Frisur tut auch nicht weh, ich gebe es ja zu. Dass eine Netflix-Serie wie House of Cards so ausgezeichnet wurde, empfand ich ohnehin als große Entwicklung! Aber für die, die geweint haben, hab ich hier ein kleines Maslany-Pflaster:

Kommen wir zu den nächsten Preisen: Jared Leto wurde bester Nebendarsteller für seine Rolle als Transsexueller im Film Dallas Buyers Club, das beste Script ging an Spike Jonze für Her. Verliehen wurde dieser von einer großartigen, barfüßigen Emma Thompson mit Martini in der einen und Schuhen in der anderen Hand:

http://www.youtube.com/watch?v=wVOao5qt90U

All the Awards for Mrs. Thompson!

Der beste ausländische Film wurde der italienische Altherren-Film La Grande Bellezza und der beste Darsteller in einer Comedy-Serie wurde Andy Samberg für Brooklyn Nine-Nine. Okay: 1. Seit wann ist Andy Samberg nicht mehr bei SNL? 2. Was zum Teufel ist Brookyln Nine-Nine?! Und 3. ANDY SAMBERG?!

Aber gut. Weiter im Text. Der Preis als bester Hauptdarsteller eine Miniserie/einem TV-Film ging wie bei Emmys nämlich auch wieder an Michael Douglas für Behind the Candelabra. In seiner Rede dankte er ebenfalls wieder Matt Damon und ich muss endlich mal diesen Film gucken.

http://www.youtube.com/watch?v=Ci0Dvei0bCs

Der beste animierte Film wurde Disneys neuester Streich: Frozen. Wer das Gesinge aushält und einen Disney-Film sehen will, der den Bachel-Test besteht, dem sei dieser Film wärmstens ans Herz gelegt.

Und endlich, endlich, endlich endlich wurde als nächstes Amy Poehler für Parks and Recreations als beste Hauptdarstellerin einer Comedyserie ausgezeichnet. Wie viele Nominierungen hat DAS gedauert?! Viel zu viele! Was lange währt…

Beste Regie ging dann an den Weltraum-Film Gravity. In der Kategorie waren übrigens, wie eh und je, nur Männer nominiert.

Die beste Comedy-Serie wurde danach auch Brooklyn Nine-Nine. Ernsthaft, ich hab von dieser Serie noch nie was gehört und Twitter bestätigte mir wenige Sekunden nach dem Award, dass ich wirklich nichts verpasst habe. Wo kam diese Serie plötzlich her?! Anyway, weiter im Text: Yay, Leo! Der größte Award-Loser aller Zeiten Leonardo DiCaprio hat gestern den Preis als bester Darsteller in einem Comedy-Film für The Wolf of Wall Street bekommen! Ist es zu fassen!

http://youtu.be/80nJxDaagSg

Spoiler Alert: Den Oscar gibts bestimmt trotzdem nicht.

Der Preis für die beste Komödie ging an American Hustle. Erfreulicher: Äußerst verdient gewann Cate Blanchett den Preis als beste Darstellerin in einem Drama in Blue Jasmine. Der beste Woody Allen-Film seit Jahren profitiert wirklich hauptsächlich von seinen fantastischen Darstellerinnen Blanchett und Sally Hawkins! Apropos Woody Allen:

Diane Keaton nahm zwischendurch für Woody Allen den Cecil B. DeMille-Award an. Im Anzug. Mit einer seltsamen Rede und am Ende stimmte sie noch ein Pfadfinder-Liedchen an.

Nach ihrem Auftritt bei Ellen wundert mich ja bei Keaton nichts mehr, aber das war seltsam. Selbst für sie.

Bester Darsteller in einem Drama wurde Matthew McConau…McConaughr…MacConöughwy…McConaughey. Dass er den Preis bekommen hat, war auch wenig überraschend. Für die Rolle in Dallas Buyers Club hat er sich 20 kg runtergehungert (als gäb’s keine technischen Alternativen). Wobei er sicherlich spielerisch ganz gut war. Vielleicht. Ich mein…alrightalrightalright.

Nein, ich hab nichts gegen ihn. Genauso wenig habe ich etwas gegen den Film, der den letzten Preis des Abends abgesahnt hat. Das liegt aber bisher daran, dass ich ihn noch nicht gesehen habe und besagter Man-Crush eine Rolle darin spielt: Der Steve McQueen-Film 12 Years a Slave gewann den Preis als bestes Drama des Jahres.

Und dann waren sie auch schon wieder vorbei, die Golden Globes des Jahres. Habt ihr was verpasst, während ihr ruhig in euren Betten geschlummert habt? Wohl eher nicht. Gab es irgendwelche Schocker? Hum, nö. Es sei denn man zählt die „Fun Facts“, die E! zwischendurch mal einschaltete dazu: Ein „Fun-Fact“ war da unter anderem, wann Michael J. Fox mit Parkinson diagnostiziert wurde. Der Sender hat sich inzwischen entschuldigt. Ein anderer Fun-Fact für war übrigens dieser hier:

Da hat sich allerdings keiner für entschuldigt. Typisch.

Schalte ich nächstes Jahr, wenn Amy und Tina hosten wieder zu? Klar doch! Aber erstmal bin ich gespannt wie Ellen so ihre Frau bei der Oscar-Verleihung steht. Aber das macht sie schon! Vielleicht mit ein bisschen Amy und Tina-Sekt als Muntermacher?

Bildschirmfoto 2014-01-13 um 17.07.08

Lasset das Warten auf die vierte Staffel von Sherlock die Oscar-Nominierungen beginnen!

Die Liste mit allen Gewinner_innen.

3 Comments

  • Reply Sonja 13. Januar 2014 at 20:54

    Sehr amüsante Zusammenfassung, viel besser, als mir selbst die Nacht um die Ohren zu schlagen!

    Ich finde Brooklyn 99 sehr toll, wieheißternoch ist allerdings lange nicht das Beste dran. Ich empfehle, mal reinzugucken.

    • Reply Charly 13. Januar 2014 at 21:01

      Danke! 🙂
      Okay, gut. Dann schaue ich mal in die Serie rein. Auf deine Verantwortung! 😉

  • Reply lortzi 13. Januar 2014 at 22:15

    Wie immer sehr lustig beschrieben, ich lese es auch lieber hier & immer wieder gern,
    Danke 🙂

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