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MagaZines to discover: Zinefest-Beute

11. November 2013

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Zwei Wochen nach dem Berliner Zinefest habe ich mich allmählich durch die erstandenen Heftchen gelesen. Ich hab ergatterte Lesezeichen und Sticker verteilt, folge nun ein paar neuen Facebook-Seiten und Tumblr-Blogs. Zeit, meine total subjektiven Entdeckungen mit euch zu teilen. Vertreten sind Comic-Kunst, kleine feministische Zeitschriften und ganz persönliches Zines. Nicht in meiner winzigen Auswahl des riesigen Angebots vertreten sind zum Beispiel Informationsblätter, buchdicke Textsammlungen, schicke Literaturmagazine, Lyrik, Märchen, Leporellos, Miniatur-Zines, nicht mal klassische Musik-Fanzines. Das alles fand bei dem großen Andrang seinen Weg zu anderen Liebhaber_innen des individuellen Druckerzeugnisses.

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Brav_a #3

Texte, Fotos, Comics, A5, bunt!, 50 S., deutsch und englisch

Keine wirkliche Neuentdeckung, sondern fast schon Standart: Nach dem Debüt auf dem letztjährigen Zinefest bot Brav_a schon ihre dritten Ausgabe. Diesmal traut sich die queer-feministische Bravo-Parodie etwas weiter von der Vorlage weg, was sie inhaltlich umso spannender macht. Neben offensiven „Tabuthemen“ (Intersex, Pillenzwang, Alkohol-Abstinenz) bleibt weiterhin Platz für amüsante Klassiker wie Foto-Lovestory, Psychotest und „Mein erstes Mal“. Auch das Layout ist schöner denn je. Weiter so!

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Stutenschisz

Texte, Collagen etc., s/w (jetzt auch mit buntem Umschlag), A5, 72 S., deutsch

Ebenfalls ganz in der Tradition von DIY und Riot Grrl stellt sich das neue Feminist Fanzine Stutenschisz. Die Frankfurter_innen haben viele sehr persönliche Beiträge in einem gar nicht dünnen Heft voll diverser Textformen, Kritzeleien, Bildchen versammelt. Warum sie sich fürs gedruckte Medium entschieden haben?

„Du kannst uns verschenken, ausschneiden, kopieren, sammeln, verlieren und in sieben Jahren ganz hinten im Regal wiederfinden…“

Recht haben sie. Ihre High-Heels-Hommage, die Dr Who-Bekenntnisse oder Bastel-Tipps würden uns aber auch online unterhalten und manch anderer Artikel zu streitbaren Kommentaren anregen…

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No Love Lost – Momo #2 about love, relationships and freedom

Texte, Fotos, Zeichnungen, s/w, A6, 70 S. englisch

Momo ist das „queer:feminist:pirate:riot:grrrl:art:perzine“ der Leipzigerin Johanna. Während sie als Herausgeberin von Riot Made With Love Texte anderer Autor_innen versammelt, hat sie in diesem liebevollen Heftchen ihre ganz persönlichen Geschichten zu Liebe und Beziehungen reflektiert und bebildert. Dazu hat sie Zitate zum Thema versammelt, von Toni Morrison bis Nate aus Six Feet Under. Geschmückt ist das Ganze mit Zeichnungen von Stephanie Schoepke. Eine wahre Gedanken-Fundgrube im Hosentaschenformat.

For me zines are a wonderful way to share things with other people and to get to know them. I learned that zines can create friendship and they are a good reason to travel as well!

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Mischief

2. Auflage!, Cartoons, s/w, A6, hochwertiger Druck, 36 S. , englisch

Die gebürtige Südafrikanerin Katrin Hagen lebt und zeichnet mittlerweile in Berlin unter dem Motto: „Mischief Champion – odd drawing to make you happy.“ Ihr Markenzeichen ist es, meist niedlichen Tieren typische Alltagssätze in den Mund zu legen. Aber auch traurige Menschen und Gegenstände finden sich in den lakonischen, sauber gezeichneten Cartoons. Im eigenen Webshop sind Klappkarten und Zines erhältlich.

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Fuchs sein fetzt

Comic, s/w, bunter Umschlag, 12 x 8 cm, 12 S., deutsch

Drei Comics von Tim Gaedke in einem wunderschönen kleinen Heft: fuchs sein fetzt / pfeile / allein. Diese und noch viel mehr Comics gibt es auch der Website von Doppeltim. Das Comic-Buch Punchdrunk habe ich sogar schon in meiner Stadtteilbibliothek entdeckt. Das stilvolle Fuchs sein fetzt kann ich als Geschenk für (selbsternannten) Füchse und alle anderen Comicfans nur empfehlen.

 

(c) Tim Gaedke

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Honorary Mention: My Pillow is my Sign of Protest! von Nina Prader

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Mehr Tipps im Zinefest-Blog oder bei Heavy Metal Distro, die leider nach dem Fest leergebombt sind. Auch eine reiche Quelle: The Queer Zine Archive Project!

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