Musik Queer Life

Musikvideo-Mittwoch: Agnes Obel II.

25. September 2013

AgnesObel

Zweites Album, zweiter Musikvideo-Mittwoch. Alle Agnes-Obel-Fans, die sich seit Jahren gewünscht haben, das grandiose Debütalbum Philharmonics würde nie enden, bekommen endlich Nachschub. Die Kopenhagenerin hat in ihrer Wahlheimat Berlin viele Monate in den Chalk Wood Studios an ihrem Zweitling gebastelt. Am Freitag erscheint nun endlich Aventine. Von Komposition bis Produktion hat die Musikerin nahezu alles selbst erledigt. Ihre klare Stimme und ihr fließendes Klavierspiel bestimmen den größten Teil der Platte. Nur einige Streicher und ein wenig Gitarre unterstützen sie.

Auch Instrumentalstücke sind nicht zu kurz gekommen. Gleich der Opener ist (wie mittlerer und vorletzter Track) so wortkarg, dass sogar sein Titel Chord Left rein musikalischer Natur ist. Selbst singend scheint Agnes Obel ihren Worten nicht mehr zu trauen. Sie fordert: „words are dead/lower them down“ und „sing quietly along“. Zum laut Mitsingen eignen sich ihre Lieder sicher nicht, mitsummen oder -seufzen lässt sich dagegen wunderbar. Durch die Schwermut dringen dann immer wieder tröstliche Melodien und wohlige Zeilen.

And their hope grew with a hunger to live unlike before

So viel kann festgehalten werden: Aventine ist die perfekte Fortsetzung der 2011-er Scheibe. Zudem sind Cover Art und Verpackung wieder fantastisch, was vor allem Alex Bruel Flagstad zu verdanken ist, der im Übrigen Knetfilme animiert.

Auch der neue Clip The Curse ist die pure Glückseligkeit – für Melancholiker*innen: In einem verwaschenen Traum scheint ein winterliches Berlin samt Tempelhofer Feld und Altbautreppenhäusern gleichzeitig am Meer und über den Wolken zu liegen…

Als Bonus hier noch The Curse in einer 7-Minuten-Session:

Ich bin nicht gut in Dingen, die ich tun muss, weil sie aus irgendeiner Perspektive Sinn machen. Diese Denkweise scheint typisch für Berlin, deswegen fühle ich mich dort sehr wohl. (x)

Pünktlich zum Aventine-Release am Freitag wird es zwischen 8 und 9 live auf Radio 1 ein exklusives Radiokonzert aus dem Berliner Maschinenhaus geben. Einschalten sollte man schon 19 Uhr, vorab wird ein Interview versprochen. Auf die ganz große Bühne steigt Agnes Obel dann bei der Tour Anfang 2014, wenn sie in der Berliner Philharmonie aufspielt. In Frankfurt, Heidelberg und Köln wird sie dagegen ganze Kirchen beschallen. Hach!

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Musikvideo-Mittwoch: Agnes Obel

 

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