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Die Verleihung der 65. Emmy Awards

23. September 2013

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„Welcome to the 65th and most depressing Emmy-Awardshow ever!“ hätte es gestern Nacht heißen können. Der Tod lauerte buchstäblich hinter jeder Ecke, gerade, wenn man ihn dank eines kleinen Sketches vergessen hatte, war er wieder da. Aber von vorne, von Anfang an. Mit Neil Patrick Harris in seinem Opening inkl. einem kleinen „Gay-Off“ mit Jane Lynch, vielen anderen ehemaligen Hosts und einem Bruch der Fourth Wall mit Kevin Spacey.

http://youtu.be/Xl65O425FK0

Unser Lieblingsduo Amy Poehler und Tina Fey sind danach die ersten Presenter des Abends, nachdem sie schon bereits vorher allen die Show gestohlen haben und sind wir ehrlich: Den ganzen Opening-Monolog mit gerettet haben!

Ihr Gang auf die Bühne ist ein kleiner Tribut an JLaws Stolper-Unfall bei den letzten Oscars…

http://www.youtube.com/watch?v=AA78Fm3zHS8

Der erste Award des Abends für „Supporting Actress in a Comedy Series“ ging kurz darauf an Merritt Wever für ihre Rolle in Nurse Jackie, die entweder die süßeste oder schlechteste Dankesrede ever gehalten hat. Up to you:

http://youtu.be/XbNRDyUN6Rg

Zweiter Preis für Writing in Comedy ging an 30 Rocks und damit auch Tina Fey, die den Award zusammen mit Tracey Wigfield annahm.

http://youtu.be/xrq_fs1cEtc

Die Geschwister Zooey und Emily Deschanel verliehen „Supporting Actor in a Comedy Series“, der an Tony Hale in Veep ging. Selbiger war wenig später als Julia-Louise Dreyfuß, wie bereits im letzten Jahr, den Preis für Lead Actress in Comedy in Veep bekam, ein weiteres Mal als sein Veep-Charakter auf der Bühne.

http://youtu.be/rzXTEM3juIY

Der nächste Award für Directing in einer Comedy Serie ging an Gale Mancuso für Modern Family. Sie ist damit erst die zweite Frau die je einen Award in dieser Kategorie gewonnen hat!

Den Award für „Leading Actor in Comedy“ wurde von Sofia Vergara und Jimmy Kimmel verliehen, die sich beide einig waren: Laughter kills und wer auch immer den Award jetzt gewinnen würde, ist ein Mörder. Gelacht habe ich nicht, mir entwich lediglich ein großes „aaaaw!“, als Jim Parsons für The Big Bang Theory seinen Preis entgegen nahm.

http://www.youtube.com/watch?v=K3asoNzm2QE

Seine Lieblingsperson auf der ganzen Welt, Todd Spiewak, die er am Ende der Rede erwähnt ist übrigens Parsons Partner. Er und der Art Director sind seit über 10 Jahren ein Paar, Parsons ist seit letztem Jahr geoutet. Und gerade wo man denkt es könnte nicht schwuler werden, sagen Matt Damon und Michael Douglas den Auftritt von Elton John an! Der war weniger spannend, nur soviel: Elton John meint, dass sein Kleidungsstil durchaus von Liberace inspiriert wurde. Haben wir also den Schuldigen gefunden.

Der nächste Award ging an die „Lead Actress in einer Mini-Series“, gewonnen hat ihn Laura Linney für The Big C – hereafter. Wer eine wirklich witzige Serie sehen möchte, die gleichzeitig sehr unter die Haut geht, ist mit The Big C im übrigen sehr gut beraten. Oh und Cynthia Nixon spielt auch ab und an mit!

Der Cast von How I Met Your Mother erklären uns im folgenden Sketch eine furchtbare Krankheit namens EHD – Excessive Hosting Disorder. Und sie kennen auch jemanden der darunter leidet:

http://youtu.be/wEYgl65TJws

Ich habe am Anfang des Posts bereits schon erwähnt, dass die Nacht teilweise deprimierend war. Denn anscheinend war das letzte Jahr zu keinem wirklich nett und viele Menschen aus dem Showbizz sind gestorben, was die diesjährigen Emmys nicht unter den Tisch haben fallen lassen. Der nächste Award für „Writing in einer Dramaserie“ ging an Homeland und Henry Bromell. Der Award wurde von seiner Frau angenommen, da er im letzten Jahr auf tragische Weise ums Leben gekommen ist. Als ob das schon nicht traurig genug wäre, zollten die Show hindurch – neben dem typischen In Memoriam – immer mal wieder ein Schauspieler oder eine Schauspielerin einem Verstorbenen aus der Showwelt ihren Tribut. Unter anderem auch Jane Lynch, die dem verstorbenen Glee-Star Cory Monteith gedachte:

http://www.youtube.com/watch?v=Rdx8PZYkjz4

Oder auch Edie Falco, die an den verstorbenen Soprano-Schauspieler James Gandolfini erinnerte:

http://www.youtube.com/watch?v=83jJ9EJ1WjU

Da ich gerade kein süßes Kätzchen-Gif zur Hand habe, muss es dieses hier von Christina Hendricks und ihrem Ehemann tun, der versucht hat auf dem Red Carpet mit ihr in Highschool Prom-Pose ein Foto zu erhaschen:

Na? Besser? Und ja, auch ich war erstaunt, dass Hendricks Brüste dieses Jahr endlich einmal in ihr Kleid passten. Ich hatte mit den Armen die letzten Jahre immer großes Mitleid.

Weg von der charmanten Christina, hin zum nächsten Award des Abends: Anna Gunn gewann für ihre Rolle in Breaking Bad den Award als beste Nebendarstellerin in einer Dramaserie. Den Preis für die Hauptdarstellerin ging wie bereits letztes Jahr an Claire Danes in Homeland.

Danes

Ab jetzt begann ein Trend, mit dem ich nicht gerechnet hatte: Nicht House of Cards wurde Abräumer des Abends, die Serie bekam am Ende nur einen Award, stattdessen gingen die Awards an übliche Verdächtige. Traurig aber anscheinend wahr: Die Emmys sind wohl noch nicht bereit für Serien und Sendeformate wie Netflixs House of Cards. Was nicht heißt, dass es die Preisträger nicht durchaus alle verdient hätten, wenig Mut beweist die Show damit jedoch wirklich nicht.

Direkt im Anschluss folgte die obligatorische Tanz und Gesangseinlage von Neil Patrick Harris feat. Sarah Silverman und Nate Fillion. „I’m really gonna try not to say ‚vagina‘ on TV!“

http://youtu.be/K-R4OmnwPmA

Die Awards im Variety-Part der Show gingen an The Voice in Reality Competition-Programm, Writing an The Colbert Report, Regie ging an Don Roy King (Saturday Night Live) und als beste Variety-Serie wurde The Colbert Report ausgezeichnet. Colbert bedankte sich in seiner Rede u.a. bei Jon Stewart und seiner Frau dafür, dass sie „so cruel and sexy“ ist.

http://youtu.be/7h5DRhp_ncQ

Rührend außerdem: Die Standing Ovations für Bob Newheart, der mit Parsons im Variety-Bereich Awards vergab. Newheart gewann nach einer über 50 Jahre langen Karriere dieses Jahr seinen ersten Emmy für seinen Gastauftritt in The Big Bang Theory.

http://www.youtube.com/watch?v=sBuYSF5pklo

Diane Caroll und Kerry Washington verliehen den Award für des besten Supporting Actor Drama an Bobby Canavale in Boardwalk Empire, den Preis für Lead Actor Drama ging an The Newsrooms Jeff Daniels.

Der erste und einzige Award für House of Cards folgte: David Fincher, der auch schon bei Fight Club und The Social Network Regie geführt hat, gewann.

Das erste Mal wurde der Award für Choreography live in der Show verliehen, aber nur unter der Prämisse, dass die Nominierten sich dafür auch eine Emmy-Choreography ausdenken! Leider ist es mit Diversity bei den Tänzern nichts geworden, das ganze ist eine ziemlich weiße Angelegenheit. Trotzdem ein paar Gründe dieses Video zu gucken: Daft Punk, Game of Thrones, ein singender Neil Patrick Harris und tanzende Ladies in Hosenträgern:

http://www.youtube.com/watch?v=3lf6Qe7XAok

Der Preis für „Best Writing in einer Drama-Serie“ ging endlich mal wieder an eine Frau: Abi Morgan gewann für The Hour und machte eine richtig sympathische Rede:

http://youtu.be/TfyU19j6QSw

Als bester supporting Actor in einer Mini-Serie wurde James Cromwell für American Horror Story: Asylum ausgezeichnet, der Preis bei den Frauen ging an Alan Burstyn in Political Animals.

Den Award als bester Hauptdarsteller in einer Miniserie gewann ohne große Überraschungen Michael Douglas (Behind the Candelabra), der eine wundervolle Laudatio hielt!

http://youtu.be/xD2OQkcdrg8

Make all the gay jokes. All the gay jokes.

Auch der Preis für die beste Miniserie ging ohne große Überraschungen an Behind the Candelabra von Stephen Soderbergh. Bei uns läuft der Film am 3. Oktober in den Kinos unter dem Titel Liberace an!

Die Show näherte sich ohne große weitere Zwischenfälle dem Ende entgegen und die beiden wichtigsten Preise wurden verliehen. Wie schon die letzten Jahre, ging der Preis für die beste Comedyserie an Modern Family, als beste Drama Serie wurde Breaking Bad ausgezeichnet. Beides verliehen von Will Ferrell. In Bermudas. Mit seinen Söhnen.

http://youtu.be/nnf5N0szO2o

Und das waren sie auch schon wieder, die diesjährigen Emmys. Unterm Strich kann man sagen: Nicht spannend, nicht einmal ansatzweise aufregend. Die Gewinner hatten es zwar alle verdient, könnten allerdings auch einfach als „langweilig“ bezeichnet werden. Das Highlight kam schon ganz zu Anfang in Form von Tina und Amy und man könnte glatt Shatners Worte von den letzten Oscars wiederholen („Can’t Amy and Tina host everything?“), wenn Neil Patrick Harris aus dem Abend nicht das Beste gemacht und  wenigstens versucht hat das Publikum zu unterhalten. Dass die Show ab und an einen traurigen Touch bekam, ist keine Kritik von mir. Schlimmer wäre es gewesen, wenn der Tod dieser ganzen, teilweise viel zu jung gestorbenen Menschen, völlig ignoriert worden oder einfach nur in das In Memoriam gepackt worden wäre. Wollen wir hoffen, dass es bis zu den nächsten Awardshows weniger tragische Todesfälle gibt und wir uns dann „einfach nur unterhalten“ lassen können!

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Alle Gewinner könnt ihr hier noch einmal nachlesen.

Wir sehen uns zu den Globes am 12. Januar 2014!

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