Bücher Lovely Saturday Queer Life

Lovely Saturday – Caitlin Moran

21. September 2013

„The more women argue, loudly, against feminism, the more they both prove it exists and that they enjoy its hard-won privileges.“

Der heutige Samstagabend gilt keiner bildhübschen Schauspielerin oder dem perfekten Foto-Shooting, sondern einer lauten, bissigen Journalistin: Caitlin Moran nennt sich stolz „a strident feminist“ (etwa: Emanze) und verbreitet als britische Kolumnisten gern provokante Rants. Besonders mit ihren beiden Büchern How to Be a Women (dt. „Wie ich lernte eine Frau zu sein“) und Moranthology brachte sie offensiv feministische Themen in Feuilletons und Diskussionsrunden. Anhand ihrer eigenen privaten und beruflichen Biografie erzählt sie pointiert von der Ungleichheit der Geschlechter. Ansonsten ist sie ganz im Sinne des Popfeminismus meist begeistertes Fangirl – immerhin begann sie ihre Karriere als Teenie-Autorin des Musikmagazins Melody Maker. Sie ist süchtig nach Twitter („It’s basically I live on Twitter.“) und Witzen.

„Dorothy Parker is monumentally important because, it seems to me at the time, she is the first woman who has ever been capable of being funny: an evolutionary step for women…“

Neben der Bonmot-Queen Dorothy Parker ist die feministische Klassikerin Germaine Greer ihr größtes Idol. Was nicht heißt, sie würde nicht auch The Female Eunuch kritisieren. Überhaupt sind ihr Frauensolidarität und Political Correctness weit weniger wichtig als Humor, Bodenständigkeit und ihr Ziel, ein breites Publikum zu erreichen. In der Absicht, auch in jungen und unbelesenen Frauen femistisches Bewusstsein zu wecken, formuliert sie bewusst streitbare Thesen. Bestes Beispiel: ihr „Feministinnen-Test“.


Natürlich ignoriert dieser „Test“ völlig die Existenz von männlichen oder trans* Feminist_innen. Man kann ihr daher Essentialismus oder gar Transphobie vorwerfen (wie in einigen Blogs zu lesen). Allerdings geht das an ihrem Gedanken vorbei: Wer sich selbst als Frau erkennt, hat schon das beste Argument Feministin zu sein, äh, in der Hand. Mit diesem Selbstbewusstsein lassen sich dann endlich die sexistischen Implikationen von winzigen Kleidungsstücken und anderem „patriarchal bullshit“ anprangern.

Lassen wir uns Caitlin Moran nochmal in Comic-Form und in einem langen Vortrag (inklusive Lesung und Interview) erklären.

All About Caitlin

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moran

Durchhalten lohnt – wenigstens bis zum Femist Smile!

 

Das Feminismus-Ding sollte soweit klar. Jetzt zu den anderen wichtigen Dingen in Caitlins Leben: Bibliotheken, Burlesque, Sherlock, Downton Abbey, Lady Gaga, Björk…

Shops are places where your money makes the wealthy wealthier. Libraries are places where the wealthy’s taxes pay for you to become a little more extraordinary. – Libraries: Cathedrals of our souls, Caitlin Moran (X)

Nur einer ihrer Texten über Benedict Cumberbatch und BBC Sherlock:

My Love Affair with Sherlock

mit Laura Charmichael und Jessica Brown-Findlay (Downton Abbey)

 „The difference between a burlesque artist putting on a single show, in front of hundreds, and a stripper on an eight-hour shift, going one on one, is immense. … Burlesque clubs feel like a place for girls. Strip clubs – despite the occational presence of a Spice Girl, ten years ago – do not. … As a rule of thumb, you can always tell if a place is culturally healthy for women when the gays start rocking up.“ [except for dark rooms, I guess]

Caitlin und Björk vor 20 Jahren (schlechte Qualität, aber so süß):

Auch wenn man in ihren Büchern nicht wenige gay clichées lesen kann, hat sie sich zuletzt als LGBT-Aktivistin hervorgetan.

Caitlin mit Putin-Gegnerin

„My best award ever: Honourary Gay Of The Year, at the inaugural Attitude Awards. Literally, SCREAM.“

Auf Elton Johns Klavier bei BBC Radio 2

*

Zum Abschluss noch ein kleiner Plausch mit Caitlin (auf Youtube gibt’s viele Interviews mehr):

Fabelhaftes Restwochenende wünsch ich!

Bilder via Twitter und Fuckyeahcaitlinmoran.

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