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Magazines to discover: Virginia – FrauenBuchKritik

19. April 2013

 

In der Rubrik Magazines to discover, die lesbisch-feministisch-kritische Zeitschriften fernab der Bahnhofskioske sucht, gab es bisher vor allem Zines aus dem queeren Umfeld für ein meist internationales Publikum. Von einigen dieser Magazine mussten wir bereits wieder Abschied nehmen. Im Kontrast dazu will ich heute eine Klassikerin vorstellen, die älter ist als manche von euch und ein etabliertes Dasein im Buchhandel führt, und nebenbei mal den Austausch zwischen den Generationen fördern.

Seit 1986 erscheinen zweimal jährlich allerlei Rezensionen als kleine Zeitung unter dem Namen Virginia – FrauenBuchKritik. Im Rhythmus des Literaturbetriebs werden jeweils zur Buchmesse in Leipzig (März) und Frankfurt (Oktober) „aus dem großen Spektrum der Literatur von Frauen für Frauen“ etwa 25 Bücher ausführlich besprochen von den Redakteurinnen oder anderen Journalist_innen, Wissenschaftler_innen, Künstler_innen etc. Daneben finden sich Kurzkritiken zu Krimis und Mädchenbüchern sowie eine gut gegliederte Neuerscheinungsliste.

In der Herbstausgabe erscheint immer ein Schwerpunkt zu den Autorinnen des Gastlandes der Frankfurter Buchmesse. Zuletzt war das Neuseeland in Heft 51. Dieses Jahr können wir auf Brasilianier_innen gespannt sein. Biografien, Romane und diverse wissenschaftliche Zusammenhängen sind der Virginia alle wichtig. Die Themen der aktuellen Nummer 52 reichen vom albanischen Jugendbuch Schlüsselmädchen über die ersehnte Gesamtausgabe von Mascha Kaléko bis zum Sammelband über die Schwarze Frauenbewegung in Deutschland. Und zum Jubiläum von Krug & Schadenberg wird die Situation von Verlagen mit lesbischem Schwerpunkt diskutiert.

Auch Virginia hat es mit dem Wandel auf dem Buchmarkt nicht leicht. Dank der Übernahme durch den AvivA Verlag von Britta Jürgs konnte die Zeitschrift letztes Jahr gerettet werden. Trotz Online-Archiv konzentriert sich Virginia ganz auf ihre Printausgabe. Diese gibt es im Abo für 8,50 € im Jahr oder bei Erscheinen kostenlos über diese Buchhandlungen und Bibliotheken. Unverzichtbar für alle, die nicht nur süchtig nach Büchern, sondern nach guten Buchkritiken sind.

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