Bücher Musik Musikalischer Sonntag

Musikalischer Sonntag – Christiane Rösinger

27. Januar 2013

Da haben sich die Missys zur Eröffnung der Veranstaltungsreihe f******* Towards New Perspectives on Feminism einen feinen Gast ins Haus geholt: Am kommenden Donnerstag spielt Christiane Rösinger auf, ihres Zeichens Liedermacherin, Feministin, Zynikerin, Berlin-Hassliebende – und in all dem großen Vorbild für Generationen deutschsprachiger Frauen. Alles begann, als die Bauerstochter in den 80ern nach (West-)Berlin kam und eine Frauen-Band gründen wollte. Die Lassie Singers sind mittlerweile Geschichte. Die Tradition der legendären Flittchenbar wird aber fortgeführt und natürlich schreibt Rösinger weiter Songs und andere Texte, unter anderem für diverse Tageszeitungen. Ihr drittes Buch ist für März angekündigt. Nach sechs Lassie-Singers-Alben und vier mit ihrer zweiten Band Britta veröffentlichte Rösinger 2010 erstmals eine Platte unter eigenem Namen.

Beginnen wir den überfälligen Rösinger-Rundumschlag also mit dem ersten Lied ihrer Solo-Platte Songs Of L. And Hate: Hier spielt sie zusammen mit Andreas Spechtl (sonst bei Ja, Panik) Ich muss immer an dich denken auf einem Open-Air-Sofa in Wien 2008.

Um das programmatische Thema Melancholie gehts auch in Depressiver Tag:

Mit Songs of L. and Hate lehnt sich Rösinger überdeutlich an Singer/Songwriter-Traditionen an. Der Titel ist von Leonard Cohen geklaut und das Cover ist eine Hommage an Bob Dylan. Dessen Pose von Bringing It All Back Home nimmt Rösinger natürlich selbst ein, während sich Spechtl feminim im Hintergrund drapiert. Übrigens: Das Album gibt’s bei amazon gerade als Download-Schnäppchen für unter 5 Euro.

Trotz ihrer nachdenklichen bis schwermütigen Songs versprüht Rösinger live ordentlich Charme und Tanzlaune – zum Beispiel als Gast bei Inas Nacht, wo Ina Müller (wieder mal) total aufgeregt ist, mit ihrem tollen Besuch zu singen:

Ina hat selbst nicht nur einen Lassie-Singers-Klassiker ins Repertoire aufgenommen: Freiheit aus einem Männermund (Kotzen) und Freundinnen Müßte Man Sein.

DER Klassiker der Lassie Singers ist aber natürlich folgender:

Mit zwei Büchern hat Rösinger uns auch schon sehr gut unterhalten. Gern vergibt sie Labels für oft verschwiegene Zustände des Alltags: zuletzt mit einer humorvollen Kampfschrift gegen die „Pärchenlüge“ (Liebe wird oft überbewertet) und zuvor mit einem autobiografischen Büchlein aus dem Leben der „Lo-Fi-Bohème“ (Das schöne Leben). Hier stellt sie ihre Bücher gleich mal selbst vor:


Viel Spaß dann allen, die sich Donnerstag mit in Clärchens Ballhaus stopfen!

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar