Filme Queer Life

Kyss Mig – Küss mich

11. Dezember 2012

Ein Jahr hat es gedauert, jetzt ist der schwedische Film Kyss Mig- Küss mich auch endlich hierzulande erschienen. Obwohl der Film gleich mit etwas anfing, was ich in lesbischen Filmen oder grundsätzlich in Filmen ja unfassbar gerne sehe – Heterosex – habe ich mich  zurück gelehnt und ihn konsumiert.

Hätte ich etwas verpasst, wenn ich ihn nicht gesehen hätte? Vermutlich nicht. Tun mir die fast zwei Stunden Spielzeit, die der Film meinem Leben gekostet hat leid? Auch das nicht.

Die Story hat man so oder in anderer Form schon einige Male gesehen oder gelesen. Mia und ihr Freund Tim, frisch verlobt, machen sich auf zum Geburtstag ihres Vaters, der gerade selbst in eine neue Frau, die ihre erwachsene Tochter Frida mit in die fröhliche Patchwork-Familie mitgebracht hat, verliebt ist. Er versteht sich wunderbar mit ihr und seinem anderen Sohn Oskar, das Verhältnis zu seiner eigenen Tochter jedoch ist dank der Trennung von Mias Mutter mehr als schwierig. Mia verspricht schließlich ihrem Vater ein paar Tage im Haus seiner neuer Freundin und ihrer Tochter zu bleiben, wenn er im Gegenzug verspricht, dass die beiden ein wenig Zeit miteinander verbringen können. Als Frida und Mia auf der relativ abgelegenen Insel ankommen, wird klar, dass Mias Vater sie einmal mehr versetzt hat und sie nun mit zwei fast fremden Frauen die nächsten Tage wird verbringen müssen. Nach ein bisschen hin und her, kommt wie es kommen muss: Mia und Frida kommen sich näher und Mia küsst schließlich Frida.

Eine eigentlich heterosexuelle Frau, die sich in eine andere (lesbische) Frau verliebt? Check.
Ein verrüttetes Verhältnis zum eigenen Vater? Check.
Jede Menge Drama nach der Affäre mit besagter anderer Frau? Check.

Das sind alles Bestandteile vieler lesbischer Geschichten in Film und Fernsehen und trotzdem macht es Spaß Kyss Mig zu sehen. Zum einen wegen der wirklich gut besetzten und vor allem im Fall der Damen, äußert attraktiven und talentierten Schauspielerinnen, zum anderen aber auch wegen einer ganzen Menge hübsch inszenierter Sexy Times, mit denen der Film nicht geizt. Außerdem war es erfreulich zu sehen, dass der Film einigermaßen realistisch mit den Themen Coming-Out, Betrug, Patchwork-Familie und schlussendlich auch der Sexualität des eigenen Kindes umgeht. Kein ellenbogentiefer Griff in die Klischeeschublade, kein hysterisches Geschreie und ein Mann, der im Vergleich zu denen in ähnlichen Filmen, einigermaßen ruhig mit dem Betrug klarkommt.

Kyss Mig ist ein schöner Film, den jede ohne Bedenken und mit Aussicht auf ein Happy End angucken kann. Wer etwas ganz Neues und Revolutionäres sucht, ist hier eher nicht gut beraten, allen anderen sei der Film ans Herz gelegt. Auch wenn wir das Ganze schon einmal irgendwo, irgendwie gehört/gesehen/gelesen/erlebt haben, muss das ja nicht gerade bedeuten, dass das was Schlechtes ist.

Kyss mig – Küss mich (OmU)
Freigegeben ab 12 Jahren
Salzgeber & Co. Medien GmbH
103 Minuten
ca. 15 Euro

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