Filme Queer Life

Pornfilmfestival Berlin 2012

22. Oktober 2012

 

Ab Mittwoch ist es wieder so weit. Im Kreuzberger Moviemento wird der experimentelle, der queere, der feministische Sex- und Erotikfilm gefeiert und diskutiert. Auf dem mittlerweile 7. Porn Filmfestival Berlin gibt es unendlich viel zu entdecken. Das randvolle Programm erstreckt sich über fünf Tage. Daher habe ich wie in den letzten Jahren eine Vorschau aus lesbischem Blickwinkel zusammengestellt.

Zwei der Spielfilme habe ich schon auf der dieses Jahr sehr sexuellen Berlinale begutachten können, beide mit einigem Spaß.

http://youtu.be/6aHPgGxVLxc

In Cherry von Lorelei Lee und Stephen Elliott kann man nicht nur die junge Schauspielerin Ashley Hinshaw bewundern, sondern an ihrer Seite auch James Franco und Lili Taylor sowie Heather Graham als Pornoregisseurin. Coming-of-Age-Story, sexuelle Selbstfindung und Einblicke in die Pornoindustrie werden hier zu einem unterhaltsamen, leise kritischen Film verknüpft, dessen eher unkonventionelles Happyend Lesbenherzen freuen wird…

Cheryl Dunyes Mommy is Coming lässt sich als provokante Mutter-Tochter-Trans*-Dreiecks-Porno-Komödie beschreiben, natürlich aus Berlin:

http://youtu.be/PbchG2cf9f0

Eine kurze Filmbesprechung und viele Bilder von Papi Coxx gab’s hier zum regulären Filmstart im Lovely Saturday.

Mit Tight Places und Hella Brown werden gleich zwei Pornos der lesbischen Nachwuchs-Regisseurin Nenna gezeigt, die auch selbst beim Festival zu Gast sein wird. Hier stellt sie sich kurz vor:

Laut Katalog verzichtet Nenna auf Toys und originelle Szenerien. Stattdessen werden die leidenschaftlichen Pornoszenen durch Interviews ergänzt, in denen die Darstellerinnen über Race, Sex, Gender und das Erlebnis des Pornodrehs reflektieren.

Der neue Film der feministischen Pornofilmerin Erika Lust ist diesmal strikt straight und heißt stilprägent Cabaret Desire [nicht zu verwechseln mit der deutschen Crowdfunding-Softporno-Geschichte namens Hotel Desire, Pornotitel, tja…].

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Die neueste Fortsetzung der sonst auf einzelne Städte begrenzten Fucking Different-Reihe kommt aus Berlin, Paris und San Francisco. Der Titel lautet schlicht und direkt Fucking Different XXX. Mit dabei sind Filme von Maria Beatty, Emilie Jouvet, Manuela Kay und Courtney Trouble. Vor der Kamera agieren Judy Minx, Goodyn Green und viele andere mehr. Manch eine hat den FIlm vieleicht schon Anfang des Jahres im regulären (Berliner) Kinoprogramm gesehen.

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Eine hübsche Sonderreihe blickt diesmal in die Geschichte des Pornofilms und präsentiert unter anderem Retro Lesbian Classics aus den 70ern, 80ern, 90ern. Unter dem (hoffentlich ironischen) Schlagwort „The Golden Age of Porn“ werden zum Beispiel Aufklärungsfilme aus San Francisco (Safe Is Desire) gezeigt. Deutschlands ersten Lesbenporno drehten Silke Dunkhorst und Manuela Kay unter dem Titel Airport, der im Doppelprogramm mit Du darfst gezeigt wird, der wiederum als Spielfilm mit freizügigen Sexszenen ein Wegbereiter war.

Außerdem zu empfehlen ist die sehr ausführliche Kurzfilmreihe. Dazu gibts dann noch Dokus, Workshops, eine von Sadie Lune moderierte Diskussion, eine Buchvorstellung zum Thema Porno von Frauen und natürlich Partys!

Das komplette Programm steht auf pornfilmfestivalberlin.deFür die Spielzeiten der hier empfohlenen Filme bitte den Direktlinks im Filmtitel folgen!

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