Filme Pyjama-Party Queer Life

Pyjama-Party: Back to School

2. September 2012

Ein paar von euch gehen noch zur Schule, andere von euch haben die Schulzeit lange hinter sich gelassen, aber viele von uns haben wohl eine Sache gemeinsam: Wir haben irgendwann einmal, mehr oder weniger heftig, für eine Lehrerin geschwärmt. Dieses Thema, in etlichen Filmen aufgegriffen, kommt wirklich nicht von ungefähr. Circa jede dritte Lesbe, die ich kenne, war einmal in eine ihrer Lehrerinnen oder Professorinnen verliebt. Solche Geschichten wurden von Filmemacher_innen immer wieder in Filmen erzählt, die meist aber ganz anders als im richtigen Leben enden.

Für diese Pyjama-Party habe ich drei Favoriten ausgesucht, die nicht unterschiedlicher sein können und sich nicht ausschließlich am alten, abgenutzten Lehrerin/Schülerin-Thema abarbeiten. So ist etwas dabei für diejenigen, die sich ganz klassisch in ihre Lehrerin verlieben, jene, die sich in ihre Zimmergenossin vergucken und auch für solche, die sich in eine ältere oder viel jüngere Frau verlieben. Gemeinsam haben sie aber alle eines: Es geht zurück in die Schule!
Zum ersten Film des Abends, Mädchen in Uniform (1958), brauche ich gar nicht viel zu erzählen. Die zweite Verfilmung des Theaterstück Gestern und heute (1931) von Christa Winsloe, das auch als Roman namens Das Mädchen Manuela erschien, kann mit Romy Schneider und Lily Palmer aufwarten und ist so ziemlich jeder Lesbe ein Begriff. Der Trailer zum Film frischt die Erinnerung gleich noch einmal auf:

Mädchen in Uniform ist längst ein Klassiker, kann immer wieder angesehen werden und ist bei einer Pyjama-Party wie dieser natürlich Pflicht! Und sei es nur wegen der verschrobenen Oberin, den teilweise makaberen Leitsprüchen an den Wänden des Internats oder eben einfach wegen des Kusses.

Nicht nur in seine Lehrerin kann man sich leicht verlieben, auch die Zimmergenossin im Mädcheninternat kann einer den Kopf verdrehen. Wie im Film Lost and Delirious mit so bekannten Gesichtern wie Mischa Barton und Piper Parabo. Auch Jessica Paré war dabei, lange bevor sie an der Seite von Jon Hamm durch Mad Men tanzte.

Lost and Delirious ist genauso wenig wie Mädchen in Uniform ein Wohlfühlfilm. So schön er anfängt, so herrliche Landschaftsaufnahmen es zu sehen gibt, so sehr tut einem Paulie (Parabo) im weiteren Verlauf des Filmes immer mehr leid, wenn sie ihre geliebte Tori an jemand anderen verliert. Und natürlich, da es sich hier ja um Teenager handelt, bleibt eine ganze Portion Fremdschämen dabei nicht aus.

Das Ende des Filmes kann durchaus als pathetisch beschrieben werden, wenn der Film versucht, irgendwie noch die Kurve um das Label „tragisch“ zu bekommen. Trotz allem ein schöner Film, den man alleine schon wegen der Besetzung ansehen sollte.

Nach diesen beiden eher schwermütigen Filmen geht es jetzt aus einer ganz anderen Perspektive weiter in die nächste Schule. Und zwar aus der Perspektive der Lehrerin Flavia (Josie Ho). Denn was passiert, wenn du dich, verheiratet mit Kind, in eine weitaus jüngere Frau verliebst, ein Mädchen, von dem du zuerst denkst, dass sie jung genug sein könnte, ebenfalls deine Schülerin zu sein?

Flavia (Josie Ho) ist Mitte 30, als sie die ca. zehn Jahre jüngere Yip (Yuan Tian) kennen lernt, die von Anfang an offensiv mit ihr flirtet. In etlichen Rückblenden wird dem Zuschauer Flavias Vergangenheit erzählt, während sie sich in der Gegenwart immer mehr in Yip verliebt. Das alles ist unterlegt mit einem großartigen Soundtrack mit Liedern der isländische Band múm und der Band Hopscotch, deren Leadsängerin niemand anderes als Yuan Tian selbst ist. Auch Josie Ho als Flavia macht ihre Sache mehr als gut. Am Ende liefert dieser Film dann auch das einzige Happy End dieser Pyjama-Party. Dafür dann ein umso schöneres. So eines, wie es im richtigen Leben wohl nie vorkommen wird.

Butterfly – Hu Die ist bis heute mein lesbischer Lieblingsfilm und sei jeder daher noch einmal extra ans Herz gelegt!

Mädchen in Uniform
ca. 10,99€
FSK: 12
Universum Film

Lost and Delirious
gebraucht ab ca. 18,99€
FSK: 16
Universal/Polygram

Butterfly – Hu Die (OmU)
ca. 14,99€
FSK: 12
Salzgeber

Für die, die nicht genug bekommen können:
Mehr Filme aus dieser Sparte, die ich hier nicht reinen Gewissens empfehlen kann: Loving Annabelle, True Love (Episode 2) und Bloomington.

2 Comments

  • Reply Julia 6. September 2012 at 21:07

    Die norwegische Band múm ist übrigens eine isländische.

    • Reply Charly 6. September 2012 at 21:15

      Hups! Danke für den Hinweis, habs korrigiert 🙂

    Schreibe einen Kommentar