Musik Politik

Musikvideo-Mittwoch: Peaches für Pussy Riot

15. August 2012

Wenn eine feministische Performance plötzlich in Mainstream-Medien diskutiert wird, möchte man sich darüber freuen können. Mittlerweile wurde auf sämtlichen Kanälen, selbst in 3-Minuten-Radio-News schon über die russische Punk-Gruppe Pussy Riot berichtet. Leider ist der Anlass ein erschütternder. Drei Frauen, zwei davon junge Mütter, werden – infolge eines systemkritischen Konzerts in der Moskauer Erlöser­kathedrale – mit demonstrativer Härte inhaftiert und einem einwöchigen Schauprozess unterzogen. Den Aktivistinnen drohen bis zu 7 Jahren Haft im Arbeitslager. Das erregt international Aufmerksamkeit und Kritik. Für den 17.8.12, an dem die Urteilsverkündung stattfindet, wurde ein Internationaler Tag der Solidarität ausgerufen. Eine der vielen Unterstützer_innen neben beispielsweise Madonna und Björk ist auch Peaches, die heute ein mit Simonne Jones und vielen anderen zusammen in Berlin gedrehtes Video rausbrachte. Zusammen mit einem Aufruf zur Beteiligung an Protest und Spendensammlung:

Good Morning! Let’s start the day off right with the new video that all the pussy riot supporters put together with us! You can download the song for free too! Please sign the petition and donate to the legal defense fund if you can! xxxp

Laut Angaben auf der Petitionsseite wurde Peaches‘ Aufruf „Free Pussy Riot!“ bereits von unzähligen Künstler_innen unterzeichnet:
Kate Nash, The Knife, Lykke Li, Miike Snow, Peter Bjorn and John, Light Asylum, Deichkind, The Hives, Dave Catching (Eagles of Death Metal), Screamclub, JD Samson ( Le Tigre, MEN), Marshall Crenshaw, Wayne Kramer (MC5), Bonaparte, Margaret Cho, Dave Hill, Nick Zinner (Yeah Yeah Yeahs), Jake Shears (Scissor Sisters) und Bun E Carlos (Cheap Trick).

Hoffen wir, dass die drei Musikerinnen nicht – all dem Medienaufriss zum Trotz – jahrelang im Gulag verschwinden werden!

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UPDATE vom 17.8.12: Das Gericht sprach die drei Pussy-Riot-Mitglieder schuldig und verurteilte sie zu zwei Jahren Straflager. Die Antwälte kündigten eine Revision an. Von dem Vorschlag, ein Gnadengesuch bei Putin zu erbitten, nahmen die Verurteilten lachend abstand.
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