Lovely Saturday Politik

Lovely Saturday – Zanele Muholi

7. Juli 2012

 

Katlego Mashiloane and Nosipho Lavuta, Lakeside, Johannesburg, 2007

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Die Künstlerin Zanele Muholi wurde 1972 in Umlazi, Durban, an der Ostküste Südafrikas geboren. Inzwischen lebt sie am anderen Ende des Landes in Cape Town und hat sich einem großen Thema gewidmet: dem Leben von Lesben, Schwulen und Transgendern, die in ihrer Heimat immer wieder mit Vorurteilen, Diskriminierung und brutalen Hassverbrechen konfrontiert werden. Die als „curative/corrective rapes“ bezeichneten Übergriffe refelektierte sie beispielsweise in Grafiken aus ihrem Menstruationsblut (in der Serie Isilumo siyaluma/Period Pains, 2006-2011) und in wütenden Gedichten. Vor allem aber dokumentiert sie als Fotografin den Alltag südafrikanischer Lesben, von wunderschönen Portraits glücklicher Paare bis hin zu Beerdigungen von Ermordeten.

„Without a visual identity we have no community, no support network, no movement. Making ourselves visible is a continual process.“ (Quelle)

Selbstportrait aus der Reihe: Red Light

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Im April diesen Jahres wurde die „visuelle Aktivistin“ Opfer eines offenbar gezielten Überfalls. Ihr komplettes digitales Archiv, d.h. etwa 20 Festplatten mit Arbeiten aus fünf Jahren, wurden aus ihrer Wohnung in Cape Town gestohlen. Ein Verlust, den der_die befreundete Fotograf_in Del LaGrace Volcano so kommentierte:

“Zanele’s work is, in my not so humble opinion, some of the most important work being produced, not just in Africa, but anywhere. I consider her a dear friend and mourn the loss of her archive as if it were my own.”

Miss Lesbian II. Amsterdam 2009

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Noch bis Mitte September ist Muholi auf der diesjährigen Documenta in Kassel vertreten. Dort zeigt sie sowohl ihren Dokumentarfilm Difficult Love als auch Fotoarbeiten ihrer bisher wichtigsten Serie, einer Installation von über 60 Portraits südafrikanischer Lesben. Die hier folgenden Bilder entstammen dieser Reihe Faces and Phrases (2010):

Refilwe and Vuyiswa II, Johannesburg

Refilwe and Vuyiswa I, Johannesburg

Lesedi Modise, Mafikeng, North West

Zinzi and Tozama II, Mowbray, Cape Town

Zinzi and Tozama, Mowbray, Cape Town,

Diese Reihe, aus der auch ein Bildband (Prestel 2010) entstand, schließt an vorangegangene Arbeiten an wie zum Beispiel die Serie Being (2007):

Mehr zum Thema lesbisches Afrika bietet der Sammelband Reclaiming the L-Word – Sappho’s Daughters out in Africa (2011), den nicht nur ein Foto von Muholi ziert, sondern der auch ihre Texte „I have truly lost a woman I love“ und „Thinking through lesbian rape“ enthält. Ihre wissenschaftlich strukturierte Abhandlung Mapping Our Histories: A Visual History of Black Lesbians in Post-Apartheid South Africa (pdf) steht sogar zur freien Verfügung.

Im folgenden Video bekommt man einen Eindruck ihrer Ausstelung in Las Palmas, wo sie 2009 den Casa África Award for the best female photographer erhielt sowie ausführliche Statements der Künstlerin (für englischen Untertitel cc klicken):

Alle Fotos von Zanele Muholi.

  Bildquelle

 

 

 

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