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Magazines to discover: BoLT

8. Juni 2012

 

 

Der Anlass dieses Artikels ist ein trauriger: BoLT – „The magazine for bisexual, lesbian and trans women in Ireland“ – wurde gerade aufgegeben! Das alternative Zine wurde als erstes irisches Lesbenmagazin gegründet und hat über zwei Jahre mit wechselnden Editors und jeweils ca. 30 liebevoll gestalteten Seiten eine erstaunliche Themenbreite abgedeckt: von Bondage über Politik bis Hypnose. Auch formal ist von Lyrik über Interviews und Comics bis zur Kolumne alles dabei. Wir bekommen Einblicke in die Entstehung eines Zines, vor allem aber in persönliche Blickwinkel und Reflexionen. Es ist schon erstaunlich, was hier meist unerfahrene Autor_innen, Redakteur_innen und Designer_innen auf die Beine gestellt haben, wie die Layouterin Rosa Devine in einem Text so schön beschreibt. Gerade Letztere leistet einen guten Job: anders als bei vielen alternativen Zines kommt hier Lesbarkeit vor Spielerei. Schließlich geht es hier um entscheidende Inhalte.

Though it was never perfect, we believe BoLT achieved its goal: It helped make LGBTQ women more visible. It challenged stereotypes about trans people. It broached subjects seldom brought up in the Irish LGBTQ community. It was a platform for experimental writing, art, and journalism from marginalised, silenced people. It gave the push to those who needed it to get their work going, make it more visible. It gave us a voice.

Wie so oft bei rein ehrenamtlichen Projekten, sind zeitliche und finanzielle Resourcen extrem knapp. Vielleicht hätte man das Ende schon ahnen können, als zuletzt The Retrospective Issue (!) mit einer fragmentierten Uhr auf dem Cover (siehe unten) erschien und die folgende Ausgabe unter dem vagen Motto Belief angekündigt wurde. Die Zeit ist abgelaufen und die böse Nummer 13 wird wohl nie erscheinen. Dafür können weiterhin wirklich ALLE bisherigen Hefte als pdf heruntergeladen werden: eine rund 400-seitige Textsammlung. Die Entdeckung lohnt auf jeden Fall!

Zum krönenden Schluss spenden die BoLT-Frauen ihr sprichwörtlich letztes Hemd an ihre Unterstützerin der erste Stunde: die irische Lesben-Website Gaelick. Hut ab!

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