Kurz kommentiert Politik Queer Life

Kurz kommentiert

31. Mai 2012

An dieser Stelle erhaltet ihr wieder einmal bunt gemischte Kommentare und Nachrichten über neue LGBT-Rechte, weibliche Schönheitsideale und Frauen in Videospielen. Plus eine amüsante Rede von „unserer“ Jane Lynch.

 

  • Vorausgeschickt sei etwas Entertainment. Wir selbst waren zwar wieder nicht dabei, doch als Erinnerung für einige von euch: Hier der Rückblick auf L-Beach #3

  • Argentinien leistet Pionierarbeit im Transgenderrecht: Nach einem neuen Gesetz dürfen, wie die Siegessäule berichtet, Menschen hier selbst festlegen, welchem Geschlecht sie angehören wollen, unabhängig von Genitalien oder ärztlichen Gutachten. Minderjährige können mithilfe eines Anwalts ihr Entscheidungsrecht sogar gegen die Erziehungsberechtigten durchsetzen. Das sind nicht nur für Lateinamerika sensationelle Neuerungen.
  • Dass auch in ganz Europa Transgenderrechte mit Füßen getreten werden, zeigt die gerade von ILGA-Europe veröffentlichte „Rainbow Map„. Deutschland liegt zusammen mit Spanien auf Platz 2 hinter dem United Kingdom, das selbst nur gut 2/3 der zu erreichenden Punktzahl bekam.

  • Der Kalifornische Senat stimmte jetzt einem Gesetzesentwurf zu, der Gay-to-straight-Therapien für Minderjährige (wie sie z.B. in But I’m a Cheerleader parodiert werden) den Riegel vorschiebt. Diese erschreckend verbreitete Gehirnwäsche treibt Jugendliche oft an den Rand zum Selbstmord. “It’s not just that people are wasting their time and money on these therapies that don’t work. These therapies are dangerous.” (via CNN)
  • Motivierende Abschlussreden von bekannten Persönlichkeiten hat hierzulande wohl kaum jemand erlebt. Umso schöner, dass wir jetzt nachträglich eine 20minütige Rede von Jane Lynch bekommen. Die einstige 3er-Schülerin lieferte am Mädchen-College Smith in Northampton, Massachusetts, das eine oder andere Lebensmotto – zwischen „NO WAY!“ und „I don’t like kids, I’m a dog person.“

  • Wir kennen es alle: das Erschrecken vor manch modischer Entgleisung im öffentlichen Raum. Dass knappe Kleidung an jungen Frauen nicht immer sexy ist, hat jetzt Annina von GirlsCanBlog festgestellt. „Warum nuttig aussehen ungeil ist“, beantwortet sie mithilfe einiger Faustregels: Hohe Schuhe sind nur „zu besonderen Anlässen (!) in Innenräumen (!)“ erlaubt, es werden entweder Augen oder Mund geschminkt und zu kurzen Hosen/Röcken darf auch im Sommer nicht schulterfrei getragen werden. Hallo, Beauty Pressure! Wen solche Selbstzensur glücklich macht, sollte doch nicht gleich alle anderen als Möchtegern-Huren abstempeln und im selben Atemzug über Prostituierte herziehen. Letztlich gehen uns die Outfits anderer Leute überhaupt nichts an und schon gar nicht sollte man davon auf ihre Lebensumstände schlussfolgern! Der nächste Slutwalk ist fällig.
  • Auch Scarlett Johnsson hat sich Gedanken zu Weiblichkeitsnormen gemacht: In der Huffington Post kommentierte sie unter dem Titel The Skinny journalistische Bemerkungen zu ihrem Körper, der nach dem harten Avengers-Training wieder etwas weichere Formen annimmt. Die BUST kauft ihr diese Absage ans Schönheitsideal zwar nicht ganz ab – immerhin trainiert die Schauspielerin weiterhin und profitiert ja ordentlich von ihrem Medienbild – dennoch ist ihr verantwortungsvolles Eintreten gegen Diätwahn und Körperhass lobenswert.

I’m frustrated with the irresponsibility of tabloid media who sell the public ideas about what we should look like and how we should get there. I’m someone who has always publicly advocated for a healthy body image and the idea that the media would maintain that I have lost an impossible amount of weight by some sort of „crash diet“ or miracle workout is ludicrous.

  • Nachdem Anita Sarkeesian von Feminist Frequency letztes Jahr in der großartige Video-Blog-Reihe Tropes vs. Women Popkulturstereotype vor allem in Filmen analysierte, soll es nun eine Fortsetzung geben über Frauenfiguren in Games. Derzeit sucht das Projekt noch finanziellen Support. Da die Sache schon gut anläuft, werden wir nach den verbreitetsten Klischees auch Bonus-Videos zu Games-Vorbildern und zu Men with Boobs geliefert bekommen. Go for it, Anita!

1 Kommentar

  • Reply Stef 2. Juni 2012 at 00:14

    for fuck’s sake … ich wollte diesen „warum nuttig aussehen ungeil ist“ blogpost kommentieren… mir hat sich allerdings vor genervtheit und wut das hirn überhitzt, und bevor ich in meinen kurzen hosen zur arbeit gehe und männern bier verkaufe, muss sich das wieder runterkühlen, will ja nicht das da ein kurzschluss passiert und ich denke mein job ist eigentlich ein anderer …. *augenroll

    btw, 2012 war rachel maddow commencement speaker fürs smith collage.grandios! =)

    ps: verzeiht mein schlechtes deutsch zur zeit ….verkaufe besagtes bier zur zeit immerhin auf englisch….

  • Schreibe einen Kommentar