Kultur Musik

Solitary Fruit: neue Fotos von Risk Hazekamp

26. April 2012

Ihre letzte Berliner Ausstellung „SIE aus Solidarität“ begeisterte auf Anhieb mit starken Bildern aus der queeren Szene (siehe Jimmy Dean & gender bending). Auch die Cover Art der Lesbenbücher Drag King Träume und beziehungsweise liebe stammt aus ihrer Linse. Nun führt uns die in Berlin lebende Niederländerin in eine ganz andere Welt; dem Transgender-Motiv bleibt sie dabei treu. Risk Hazekamp stellt ab heute Fotografien auf den Spuren des Schriftstellers John Howard Griffin aus. Dieser dokumentierte seine Erlebnisse als weißer Reisender in schwarzer Maske am Ende der 50er Jahre. Hazekamp reiste als Frau in männlicher Rolle durch ebenjene US-Südstaaten: Louisiana, Mississippi, Alabama und Georgia. Das Ergebnis ist hier freilich kein Buch – Griffins Black Like Me ist längst Schullektüre – sondern eine Reihe analoger schwarz-weiß Fotografien.

Hattiesburg

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Der Titel ihrer Ausstellung, Solitary Fruit, bezieht sich auf Johnny Cashs Version von Solitary Man einerseits und andererseits auf Billie Holidays antirassistischen Klassiker Strange Fruit. „Fruit“ sei aber auch ein Slangschimpfwort für Schwule. Offensichtlich sind Hass und Einsamkeit die Grundthemen dieser Bilderreise. Wer ältere Selbstportraits der Künstlerin kennt, kann gleichzeitig die Stärke des Einzelkämpfers erwarten – so viel Stärke wie in Billies Stimme.

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Galerie Funke
(Willibald-Alexis-Str. 13/14, 10965 Berlin)
26. April – 19. Mai 2012
Mi – Fr 13-18h, Sa 12-15h
Sonderöffnungszeiten zum Gallery Weekend!!!
Fr. 27. April, 13-21 Uhr
Sa. 28. April, So. 29. April 11-19 Uhr

Website der Künstlerin

Swamp

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