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Lesben im Anime – Utena. Revolutionary Girl

3. Februar 2012

Utena ist in den 90ern als Manga und als Serie erschienen und legte Anfang der 00er Jahre mit einem Film nach, der noch mystischer ist als Manga und Serie zusammen.

Im Mittelpunkt all dieser Versionen steht die Schülerin Utena, die neu an eine Schule kommt. Wenig später wird sie mit Anthy und einem geheimen Duellierclub konfrontiert, mit dem sie sehr bald um Anthys Freiheit kämpfen muss. Diese ist so etwas wie das Maskottchen des Clubs und wird von einem Duell-Gewinner zum nächsten weitergereicht und muss für diese treu ergeben alles tun, was von ihr verlangt wird. Etwas, was für die burschikose Utena verständlicherweise ein Unding ist. Obwohl Utena absolut unterlegen ist, gewinnt sie, mit ein bisschen Hilfe von Anthy und einer seltsamen Macht aus dem Schloß überm Duellierplatz. Was Utena nicht bedacht hat, ist, dass Anthy sich in ihrer Rolle ganz wohl fühlt und jetzt für Utenas Wohl sorgen möchte, was diese zu Anfang gar nicht lustig findet, bevor sie sich ineinander verlieben und Anthy sich, in allen Versionen der Geschichte, nach und nach zu emanzipieren beginnt.

Die Welt in Utena: Revolutionary Girl ist selbstverständlich keine wie die unsere. Das geht schon damit los, dass der Duell-Champion sein Schwert aus Anthys Brust ziehen kann, über dem Duellierplatz ein Kopf über dem Schloß hängt und sich Menschen gerne mal in Kühe verwandeln. Das kann man einfach nur seltsam finden oder sich den Spaß machen, hinter die teilweise sehr gut gewählte Symbolik zu schauen und noch viel mehr zu entdecken.

Im Film wurde das Ganze dann ein wenig verändert, noch abgedrehter, auch äußerlich: Utena bekommt ein kleines Lesben-Makeover mit kurzen Haaren und einer hübscheren Schuluniform (die der Jungs), Anthy dagegen wachsen die Haare in die Länge und die komplette Schule schwebt mit sich verändernden Treppen ala Hogwarts einfach frei in der Luft.

So abgefahren dieser Film auch ist (Utena verwandelt sich an einem Punkt des Films in ein Auto) und wohl nur wirklich Sinn ergibt, wenn man Manga und Serie kennt, ist er ein schöner und wichtiger Teil von Lesben im Anime. Selbst wenn man sich danach fragt, was genau man da jetzt eigentlich gesehen hat.

Utena und Anthy sind übrigns nicht die einzigen Lesben in diesem Anime, es gibt noch die einzige andere, weibliche Duellantin Juri, die sich ebenfalls in eine Frau verliebt hat, die ihre Gefühle allerdings nicht (mehr) erwidert.

Obwohl Juri nicht die sympathischste Person ist, muss man doch mit ihr Mitleid haben, wenn im 39 Folgen starken Anime am Rande erzählt ihre eigene, traurige Liebesgeschichte erzählt wird.

Die DVDs zum Anime und zum Film, sowie der Manga mit 5 Bänden, sind, im Gegensatz zu Sailor Moon, in Deutschland erhältlich. Einen kleinen Einblick in den Film gibt es hier in einem richtig tollem Fanvideo, mit Björks „Bachelorette“ im Hintergrund.

Wer einmal etwas ganz anderes sehen möchte und sich vom leichten Retro-Charme des Animes nicht abschrecken lässt, sollte hier definitiv einmal weiterschauen.

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