Filme Queer Life

Bäumchen-wechsle-dich: The Four-Faced Liar

29. Dezember 2011


A girl and a guy walk into a bar. They meet a girl and a guy. The guys talk about the girls. The girl falls for the girl. The guys don’t know…until they do.

Four-Faced Liar von Jacob Chase dreht sich gar nicht um vier, sondern um fünf mehr oder weniger verliebte Twentysomething im New Yorker West Village. Da sind zunächst zwei glückliche Hetero-Pärchen und eine an Beziehungen nicht interessierte Lesbe. Drei der Personen sind im selben Seminar für englische Literatur, zwei begeistern sich für Football, eine liebt Ballett. Bridget (Marja-Lewis Ryan) und Trip haben die fast ideale WG, Molly (Emily Peck in ihrem Spielfilmdebüt) und Greg eine ebensolche Beziehung; nur Trips Freundin Chloe (die gute Seele des Films, gespielt von Liz Osborn) ist oft ein bisschen außen vor. Ganz im Zeichen der Rom-Coms ist sofort klar, dass sich an dieser Konstellation etwas ändern wird. Es wird sich herausstellen, wer hier wirklich eine ernsthafte Beziehung will und was so eine gute Kumpel-Freundschaft eigentlich aushalten kann. Und der Wendepunkt ist ausgerechnet Silvester…

Der Film-Titel hat eine dreifache Bedeutung: Erstens ist es der Name eines Pubs, den es tatsächlich gibt. Hinter dem Namen dieser Kneipe steht wiederum eine etwas mythische Geschichte. Vor allem spielt der Titel aber auf vier der Hauptfiguren an, die sich alle gegenseitig (und jeweils sich selbst) etwas vormachen. Wie schmerzhaft das für sie ist, wird trotz der vielen Gags und einiger nicht ganz zu Ende gedachter Ideen so originell wie liebevoll erzählt. „A comedy about drama“, wie es auf dem Originalplakat steht, ist sehr viel passender als der deutsche Teaser „Liebe findet ihren Weg“, denn diese vermeintliche Gewissheit bietet der Film bis zum Schluss nicht. Immerhin haben einige am Ende den Mut, ihr Leben zu ändern.

Ursprünglich für die Bühne konzipiert, funktioniert Marja-Lewis Ryans Script voller One-Liner auch als Film sehr gut, erinnert dabei an die ein oder andere Comedy-Serie. Besonders der Autorin (und Co-Produzentin) selbst schaut man beim Leben, Lieben und Hadern gern zu. Erfreulich an dieser kleinen Tragikomödie sind nicht nur der nette Soundtrack (u.a. Róisín Murphy) und die trotz ihrer Gemeinheiten durchweg sympathischen Figuren, sondern eine kleine Besonderheit: Anders als in ach so vielen Lesbenfilmen und -Serien steht hier ganz authentisch eine selbstbewusste Lesbe in einer (vor allem) hetero lebenden Clique im Zentrum. Denn mal ehrlich: Wer von uns bewegt sich schon in reinen Homo-Kreisen?

http://youtu.be/UZsbDWo3ML0

„The Four-Faced Liar“, DVD, Edition Salzgeber, Englisch mit (optionalen) deutschen Untertiteln, 87 Minuten, ca. 15 Euro.

Bilder & Trailer (c) Edition Salzgeber

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