Bücher Queer Life

Ode an alle Nerdinnen, Indie-Mädchen und Leseratten: „Geek Girls Unite“

19. Dezember 2011

With all the hoopla and publicity regarding the „Geek Girl“ phenomenon these days, it was inevitable that a book would come along to capture the zeitgeist of the movement. (MTV)

Meet The Geek Girl Guild

Die Musikjournalistin Leslie Simon hat nach Veröffentlichungen über diverse Musikszenen und die Emo Culture nun ein überschwängliches Buch den Geek Girls dieser Popkultur-Welt gewidmet. Mit Geek Girls Unite feiert sie das Fantum an sich sowie die individuellen Musik-, Film-, Literatur-, Games- und Comedy-Nerdinnen, selbst die „Domestic Goddesses“ werden in einem großen Abschnitt geehrt. Zu Beginn „outet“ die Autorin sich selbst als Geek – nur um zur Vereinigung all der vereinzelten weiblichen Geeks, Nerds, Dorks, Dweebs und Weirdos aufzurufen.

I never joined a sorority in college, so it seemed like a great idea to start my own as a way to connect with my long-lost, like-minded sisters. And, so the Geek Girl Guild was born.

In den folgenden Kapiteln reiht sich Wissens-Quiz an Fangirl-Lexikon, Geek-Geschichte an Typologie, Playlist an Lese-Liste (on- und offline). Von berühmten und namenlosen Geeks kann man Zitate am Seitenrand genießen. Als große Geek-Heldinnen werden sowohl fiktive Heroinen (Daria, Buffy, Juno & Co.) aufgeführt als auch reale Vorbilder gefeiert wie Felicia Day, Zooey Deschanel, Martha Stewart, Tina Fey und Liz Phair, aber auch Tavi Gevinson und Rachel Maddow. Vor „Frenemies“ (falschen Freunden) wird gewarnt und der „Perfect Match“ imaginiert.

In Letzterem liegt der Wermutstropfen: Leslie Simon schreibt strikt heteronormativ; jedem Geek Girl wird sein idealer männlicher Partner empfohlen. Das passiert zwar genauso unernst wie die restlichen Kategorisierungen, wird aber nirgends durch glückliche Single-Nerds, Dyke-Geeks oder andere Lebensweisen gebrochen. Dabei hätten so einige der weiblichen Geek-Idole durchaus erotisches Potential. Und wer sich wie die vorgestellten Mädels schon in seinen Interessen so gegen die Norm stellt, könnte ja auch gelegentlich gegen die Norm begehren.

Doch trotz dieses blinden Flecks hat Leslie Simon ein aberwitziges Kompendium des Girl-Geekism vorgelegt. Die liebevollen Illustrationen von Nan Lawson und die ganze durcheinander gewürfelte Gestaltung laden zusätzlich dazu ein, immer wieder durch das amüsante Buch zu blättern. Die ein oder andere Parallele oder Anregung lässt uns auch beim x-ten Mal ganz sicher schmunzeln.

„Geek Girl Unite“ hat gut 200 Seiten und ist seit Oktober für ca. 12 Euro erhältlich (Leseprobe bei Amazon).

1 Kommentar

  • Reply Arina 19. Dezember 2011 at 20:16

    Klingt nach einem Buch, das in meinem Bücherregal nicht mehr lange fehlen wird!
    Danke für diese inspirierende Rezension.

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