Queer Life

Masturbation Catalog – Fotos von Goodyn Green

16. Dezember 2011

Vor längerer Zeit startete ich den Versuch, als Kontrast und Ergänzung zum Lovely Saturday, der zugegebermaßen von bekannten Schauspielerinnen dominiert wird, einen alternativen Fotografie-Freitag einzuführen – doch nach Risk Hazekamp kam erstmal nichts. Um die Idee doch noch einmal aufzugreifen, liefert heute Goodyn Green Bilder für einen neuen Faszinating Friday. Die niederländische Wahlberlinerin kennen Kweens-Leser_innen ja als Hausfotografin des großartigen Bend Over-Mags und als Liebhaberin von Frauen in Boy Briefs. Manche erinnern sich vielleicht an ihre Fotos aus bzw. auf der Siegessäule, der sie bereits das ein oder andere Cover bescherte.

Das zweite Siegessäule-Cover ist bereits ein Teil ihres ersten Fotobuchs namens „The Catalog“, der diesen Herbst erschienen ist. Der kleine Foto-Band im Magazin-Format zeigt andogyne Frauen in markanten Posen. Für die Inszenierung nahm Goodyn Green sich Pornomagazine für schwule Männer zum Vorbild. Wie dort Sexyness oft am Rande zur Lächerlichkeit entsteht, regte sie an, selbst pornografische Fotografie zu machen. Denn dem Überangebot von Wichsvorlagen für Heteros und Schwule mussten endlich mal aufregende Bilder für queere Frauen entgegengesetzt werden. Ihre Arbeiten sprechen durchaus nicht alle Lesben an, an die sich die 32jährige auch gar nicht richtet:

The word lesbian has been kind of taboo in the queer circles. I’m not afraid of using the word lesbian anymore, but I think mostly I refer to queer women. The difference is that queer women want to expose themselves and show they have a strong sexuality. Some lesbians would be provoked by my photography and find it unappealing. (Interview)

Neben expliziten Aktfotos, die zum Teil stark an Greens schwule Vorbilder erinnern, gibt es auf knapp 100 Seiten auch subtilere Erotik, kurze Porno-Bilderstrecken mit Paaren und einige Aufnahmen, bei denen die kunstvolle Lichtsetzung schon fast den aufregenden Frauenkörper übertrumpft. Viele Fotos spielen mit uneindeutigen oder verwirrenden Geschlechtsmerkmalen, andere sind überaus ironisch. Sie sind queer im besten Sinne. Klar ist, dass sie die Künstlerin an einem bestimmten (ihrem eigenen) Schönheitsideal orientiert – jedoch einem, das in all den anderen Medien leider meist viel zu kurz kommt!

Goodyn has crafted a collection of images that acknowledge queer female sexuality and pornography for what it should be: hot, provocative and refreshingly tongue in cheek. (Kendal Mint Cake)

Bleibt nur eine Frage:

Does your girlfriend mind you spending so much time taking pictures of naked girls? – Ha ha! My girlfriend is one of my models! So no, she doesn’t mind.

Hier gibt es viele weitere Fotos des Projekts und dort den Catalog sowie Postkarten mit einigen der Fotos und das Bend Over Mag im Onlineshop zum sofort bestellen!

All photographs by Goodyn Green!

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar