Filme

Fjellet – Der Berg

24. November 2011

Zwei Frauen beim Bergsteigen, eine wortkarger als die andere. Schon bei der ersten Rast sind aus den wenigen Sätzen Sticheleien und Spitzen herauszuhören. Beim Zeltaufbau geraten die beiden unvermittelt in Streit. Erst als sie sich beim Einschlafen aneinander kuscheln, wird langsam klar, dass sie in Paar sind – eine Familie sogar: Solveig ist im dritten Monat und auch Nora hat offenbar eine Schwangerschaft hinter sich. Während die Landschaft sich immer kälter und karger zeigt, werden allmählich die Verletzungen, aber auch die tiefe Liebe der beiden greifbar…

Ellen Dorrit Petersen als Solveig

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Auf der vergangenen Berlinale präsentierte Ole Giæver das kurze, aber intensive Drama Fjellet (Der Berg). Seine Geschichte über den Verlust eines Kindes und den Kampf um einen Neuanfang lebt von der ruhigen Erzählweise, zwei sehr starken Schauspielerinnen und der in glasklaren Bildern gezeigten Berglandschaft. Trotz des schweren Themas geht es hier weder darum Schwermut noch Hoffnungslosigkeit zu vermitteln, sondern um die Auseinandersetzung der Protagonistinnen mit ihrem Leben, ihren Ängsten, mit Mutterschaft und Zukunftsplänen. In nur 73 Minuten entsteht ein komplexes Beziehungsporträt, wie man es schlichtweg noch nie gesehen hat. Dass der Film um ein Frauenpaar kreist, macht ihn zeitgemäß und frisch. Zwischen beliebte (& oft beliebige) Lesbenkomödien und Coming-Out-Storys kann man ihn aber unmöglich einreihen. Umso erfreulicher, dass Fjellet diese Woche in der L-Filmnacht zu sehen sein und auf großen Leinwänden ein hoffentlich breites Publikum vom Hocker reißen wird!

Marte Magnusdotter Solem als Nora

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Der Film ist im Verleih der Edition Salzgeber erschienen und läuft im Rahmen der L-Filmnacht in zwölf deutschen Städten am Freitag, den 25.11. bzw. Montag, den 28.11.


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