Michelle Williams glänzt gerade nicht nur auf dem Cover des Elle-Magazines. Hierzulande erleben wir gespannt den Start des weiblichen Anti-Westerns Meek’s Cutoff (vorgestern angelaufen), derweil wird jenseits des Atlantiks der ebenso vermessene wie fesselnde Versuch diskutiert, eine Woche aus dem Leben der Marilyn Monroe lebensecht darzustellen. My Week with Marilyn (von Simon Curtis) ist sicher ein visuell berauschender Film, nur lässt der Trailer ein weiteres Verruchte-Frau-stürzt-unschuldigen-Mann-ins-Unglück-Stereotyp befürchten.
Inhaltlich spannender erscheint die neue Arbeit von Kelly Reichardt, mit der Williams schon das puristische Drama Wendy & Lucy drehte. Reichardt möchte uns in Meek’s Cutoff das zeigen, was man im klassischen Western gerade nicht zu sehen bekommt: den stillen Kampf der Frauen unter männlicher Bevormundung, Stricken in freier Wildnis, der ewige Moment zwischen zwei Schüssen aus historischem Gewehr…
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Mit 25 trat Michelle Williams (*1980) endgültig aus dem Schatten der Erfolgsserie Dawsons Creek. Sie traf das schöne Schicksal nicht nur an zwei der ergreifendsten Liebesfilme der letzten zehn Jahre beteiligt zu sein, sondern dazu beide Male eine Oscar-Nominierung zu kassieren.Vor allem verliebte sie sich beim Brokeback Mountain-Dreh in den künftigen Vater ihrer Tochter… Nur endete leider Heath Leadgers Geschichte bekanntlich ebenso traurig wie die beiden Filme.
Eine private Beziehung mit Ryan Gosling (yes, this Feminist Dude) blieb dagegen wohl ein bloßer PR-Traum. Oder doch nicht?
Unvergessen ist eine Leinwandromanze, wie wir sie uns nie zu träumen gewagt hätten: Michelle als Hippiemädchen in den Armen der Bike-Butch Chloë Sevigny im Episodenfilm Women Love Women (If These Walls Could Talk II).
Überhaupt brauchte Michelle nicht lang, um von Baywatch und Lassie zu herausragenden Independentfilmen und auch Homo-Highlights zu gelangen, wozu zum Beispiel ihre Gastrollen in But I’m a Cheerleader (Jamie Babbit) und I’m Not There (Todd Haynes) gehören. Sie drehte mit den ganz großen Regisseuren wie Martin Scorsese (Shutter Island) und Wim Wenders (Land of Plenty) sowie den weniger bekannten wie Lukas Moodysson (Mammut). Schlechte oder gar trashige Filme hat sie, meiner Beobachtung nach, seit vielen Jahren nicht mehr gedreht. Grund genug sich auf Michelles Hauptrolle in Sarah Polleys neuem Film Take This Walz zu freuen - und auf eine geheimnisvolle Fortsetzung des Klassikers Der Zauberer von Oz.

“I was born with a fierce need for independence.”

‘I feel like myself with short hair. And it’s been a really long time since I had long hair, five years, of course, the only people who like it are gay men and my girlfriends. Straight men across the board are not into this hair! I cut it for the one straight man who has ever liked short hair and I wear it in memorial of somebody who really loved it.’
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