Diese Woche startete ein Dokumentation, die nicht aufgrund ihrer Machtart oder der gezeigten Bilder spektakulär ist, sondern weil sie völlig unaufgeregt einen der charismatischsten Stars des internationaler Kinos porträtiert. Charlotte Rampling – The Look ist das neue Projekt der erfolgreichsten (offen) lesbischen Filmemacherin Deutschlands: Angelina Maccarone!
Maccarone konnte Rampling, die solcherlei Anfragen sicher schnell mit einem Verweis auf ihre reiche Filmografie abtut, mit ihrem ungewöhnlichen Konzept überzeugen. Die Schauspielerin bespricht mit FreundInnen (und ihrem Sohn) vor der Kamera die großen Lebensthemen wie Liebe, Tod, Altern, aber auch spezifischere Schlagworte wie Tabu und Exponiertsein. Wir folgen in 90 Minuten 9 Gesprächen, hören Vertrautheit zum Beispiel zu Paul Auster oder Jürgen Teller heraus, hören mehr oder weniger philosophische Gedanken, sehen Ausschnitte aus 9 ihrer erfolgreichsten Filme, beobachten wie Rampling und Peter Lindbergh sich gegenseitig fotografieren…
Die Illusion, heimliche Einblicke zu bekommen, entsteht aber nicht. Denn die Konstellation des Drehs wird explizit hervorgehoben, wenn die Regisseurin durchs Bild läuft oder die Kamera im Spiegel sichtbar wird. Das letzte Veto für den fertigen Film behielt Rampling. Und deshalb verwundert es nicht, dass man hier nirgends den Eindruck hat, die Diva würde ihr “wahres Ich” durchblicken lassen oder persönliche Geheimnisse preisgeben. Der Film vermeidet dabei konsequent über Rampling, ihr Leben und ihre Arbeit zu reden; er nimmt ihre eigene Perspektive zum Maßstab. Das Einzige, was Maccarone im Interview dann über die Diva zu sagen wagt, ist, sie sei “der mutigste furchtsame Mensch, den ich je gesehn hab”. Trotz aller Vorsicht und Kontrolliertheit hat Rampling uns einen Teil ihres Lebens und ihrer Gedankenwelt kennenlernen lassen.
Derzeit ist Rampling nicht nur in The Look zu sehen, sondern auch schon als Mutter von Charlotte Gainsbourg und Kirsten Dunst in Lars von Triers bildgewaltigem Apokalypse-Drama Melancholia und ab Ende November im Kunst-Film Die Mühle und das Kreuz, der das Gemälde “Die Kreuztragung Christi” von Pieter Bruegel zum Leben erweckt. Diesen durchaus unkonventionellen Filmen stehen ihren großen Skandalfilmen wie Der Nachtportier (Nazi-SM), Max mon amour (Gorilla-Liebe) oder In den Süden (Sextouristinnen) gegenüber sowie Paraderollen bei großen Autorenfilmern wie Francois Ozon, Woody Allen oder Sidney Lumet. Charlotte Rampling (Jahrgang 1946) ging den Weg des größten Widerstand, möchte man sagen, und doch hat sie nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie ihre Karriere auch ihrer bestechenden Schönheit zu verdanken hat. Bis heute würde ihr auch niemand je die Gegenthese abkaufen.

Ich könnte noch hunderte Bilder zeigen.
Aber jetzt müsst ihr erstmal ein bis zwei Filme von ihr gucken.
Schönes Wochenende!












super film btw, zu 75% gut, leider einige technische probleme mit den untertiteln, aber in west-ger. gibts bessere kopien, also freut euch in west-ger, dass ihr keinen subtitle-augenkrebs bekommt. plus, paul auster bonus