Musik Musikalischer Sonntag

Musikalischer Sonntag – CREEP

16. Oktober 2011


Wer letzten Monat auf dem Berlinfestival war, konnte nicht nur auf der Bühne prominente Künstler_innen erleben. Beim CSS-Konzert feierten zum Beispiel (gleich neben Kim Ann Foxman) Lauren Dillard und Lauren Flax im Publikum mit. Von ihren eigenen Fans und Friends ließen die beiden sich dann am vergangenen Donnerstag im Berghain feiern. Und in dieser Stadt basteln die Brooklynerinnen auch an ihrem ersten Longplayer. Als Duo agieren sie seit 2009 unter dem Namen Creep und haben neben ersten eigenen Tracks schon diverse Remixe verantwortet. Als DJs sind sie einzeln aktiv. Lauren Flax, 32, arbeitete schon mit Le Tigre und Sia, machte dann ein paar Jahre in London unkonventionelle Partys (“You could hear old industrial music and Katy Perry in one sitting”). Ihre BFF Lauren Dillard, 26, bringt noch mal andere Einflüsse dazu. Von New York aus holte das in die Goth-Pop-Ecke schlagende Duo bereits Romy Madley-Croft (The XX), Kazu von Blonde Redhead und Nina Sky ins Boot. Auch mit den Telepathe-Frauen sind sie freundschaftlich verbunden.

Genug Name-Dropping. Hören wir endlich Musik!

Aus ihrer Sexualität machen die beiden Laurens kein Geheimnis, vermeiden dabei konsequent ihr Privatleben zu glorifizieren. Auf Fragen der einschlägigen Medien reagieren die Damen schlagfertig, schließlich will man sich nicht vereinnahmen lassen.

How does your queerness influence your music? I can’t say it does really. My queerness is mostly influenced in the bedroom. (on AfterEllen)

In anderen Worten:

I feel our music transcends whom we fuck. … I feel we take an asexual approach to writing music. (in GLU)

Oft als „witch house“ gelabelt, beschreiben CREEP selbst ihre Musik mal als Trip-Hop oder einfach als „just dark“. Mit dem Magazin Girls Like Us philosophierten sie über Geister und paranormale Erscheinungen. Auf ihren düsteren Namen referieren sie auch im jüngsten Video You , einer Zusammenarbeit mit der schon erwähnten Nina Sky. Zu der Collaboration gibt es ausnahmsweise ein Live-Video. Sonst tritt das Duo meist ohne Live-Gesang auf und verzichten auf jegliche extrovertiert Performance, setzen stattdessen auf Visuals im Backround. Der offizielle Clip zu You von Thalia Mavros erzeugt auch auf dem heimischen Bildschirm Gänsehaut. Der schaurige Planningtorock-Remix von You kann für lau geladen werden.

Von der letztes Jahr erschienenen Single „Days“ gibt es hier das „Intro“ featuring Black Cracker und Romy Madley Croft:

Und um eurer Stimmung noch etwas Schwung zu geben, gibt’s zum Schluss einen hübschen Remix der aufstrebenden Azari & III, ebenfalls von der Single „Days“. (Einen CREEP-Remix von Azari & III gibts im Gegenzug natürlich auch: Manic.)

Azari & III-Remix: Original Video Directed by Warren Fischer

Nachdem CREEP die letzten Monate viel getourt sind und sogar das belgische Pukkelpop-Festival überlebten, darf man auf ihre nächsten Schandtaten gespannt sein…

Ihr schönes Logo hat übrigens Lauren Dillard entworden. Long live electronic goth girl power! Oder so.


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