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Glee-Kids als Rockstars: Der 3D-Film

5. September 2011

Eigentlich ist es ja unglaublich: Da ist eine Highschool-Serie voller queerer Charaktere und abwegiger Plot-Twists derart erfolgreich, dass die Hauptdarsteller mit einer aufwändigen Stadion-Tour zu ihren Fans kommen, deren Träume wahr werden lässt, – und dann kommt das auch noch als 3D-Film weltweit in die Kinos. Sowas verspricht doch ein Fest für Augen, Ohren und Fanherzen zu werden. Außerdem kann uns dieser Film ein Bündel Fragen beantworten:

Wie sehen die Glee-Kids überlebensgroß in plastischer High Definition aus? Wie sehen ihre abertausenden Fans aus, die sie wie (echte) Rockstars feiern? Funktioniert Glee auch komplett ohne Handlung als reine Nummernrevue? Welche „Randgruppen“ hat man noch nicht in den Cast integriert und wie können diese einen medienwirksamen Platz bekommen? Und welches Glee-Club-Mitglied ist denn nun wirklich the sexiest?

Die letzte Frage ist natürlich längst geklärt, wie Santana alias Naya es auf der Bühne selbst sagt: „Das Volk hat gesprochen.“ Um mangelnden Plot hat man sich offenbar gesorgt und dem Konzertmitschnitt neben einigen (wenigen!) Backstage-Szenen und vielen Fan-Kommentaren auch drei „reale“ Teenager-Schicksale hinzugefügt. Im unsäglichen Reality-TV-Stil begegnen uns ein fotogener junger Schwuler, eine minderwüchsige, aber erfolgreiche Cheerleaderin (die auch noch Promqueen wird) und ein Mädchen, das seit Glee nicht länger einsam, unglücklich und Schulschwänzerin ist, sondern sich jetzt mit auffallend lesbisch wirkenden Freundinnen umgibt. Unter Tränen erzählt sie vom Glück Brittany entdeckt zu haben. Nach ihr hat sie ihren Hund benannt; die Katze heißt übrigens Santana. Kein Witz. Ja, Glee rettet Leben!

Zum Glück gibt es noch einige lustige Fan-Momente: Ein schwules Pärchen „streitet“ sich, ob denn nun Kurt oder Blaine cooler sei. Eine Frau erzählt, ihre 9jährige Tochter sei ein so großer Fan von Kurt und Blaine, dass sie sich die beiden als ihre zwei Dads wünscht. Wie süß!

Noch süßer ist nur der circa dreijährige Mini-Warbler, ein Youtube-Held. Die großen Warblers singen dann gleich drei Songs am Stück. Auch die vielen Fans in Lebanese- oder I Like Boys-Shirts und all die anderen, die mit ihren Fingern ein L in die Höhe strecken, sind schon herzerwärmend. Doch seien wir ehrlich: Der einzige wirkliche Grund, sich ein teures 3D-Ticket für einen 84-minütigen Film ohne Story zu holen, sind die glasklaren ohrenbetäubenden Performances von Rachel (Lea Michelle), Mercedes (Amber Riley), Kurt und Co. Schöner denn je, genau wie die perfekten Tanzszenen. Brittany als Britney ist schon zu gut, um noch eine Imitation des Originals zu sein. Bei den Kostümen und der Show hat es jedenfalls nicht an Aufwand oder Ideen gemangelt. Nur kann man nicht richtig mittanzen, ohne dass die doofe 3D-Brille verrutscht.

Was sonst noch auffiel: die süße Bassistin Ginger Pooley – sie hat einst bei den Smashing Pumpkins gespielt und zuletzt als Ginger Sling ihre dritte EP veröffentlicht.

Auf richtige Überraschungen wartet man leider vergeblich, keine Jane Lynch, kein Mr Shue, nur Gwyneth Paltrow schaut mal für ein Lied vorbei. Auch einige der Hauptfiguren kommen zu kurz. Dianna Agron aka Quinn scheint bei ihrer einzigen Nummer nicht recht bei der Sache zu sein. Tina sieht man nur am Rande. Und nach all den Großaufnahmen, fragt sich, wie lange man den „Kids“ ihre jugendlichen Rollen überhaupt noch abkaufen wird… Nicht, dass wir sie nicht schrecklich vermissen würden! Denn so viel Spaß und gute Laune Glee 3D auch verbreitet, vor allem verstärkt der Film die Vorfreude auf neue Folgen. Mehr Dialog, mehr Sue Sylvester, mehr Plot-Twists bitte!

That’s how Sue C-s it:

Hoffen wir auch auf mehr lesbisches Drama in der dritten Staffel. Denn dass aus Glee auch ein ganz anderer Film hätte werden können, einer, in dem es nur um zwei lesbische Paare an einer Highschool ginge, zeigt dieser Fan-Trailer. Das würde ich mir auch anschauen!

Deutscher Kinostart von Glee 3D ist der 22.9.
Die dritte Staffel startet in den USA bereits zwei Tage davor.
Hierzulande ist gerade seit heute die zweite Staffel montags auf Super RTL zu sehen.


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