Musik Queer Life

Musikvideo Mittwoch – Hanifah Walidah

10. August 2011

Über jemanden wie Hanifah Walidah zu schreiben, ist alles andere als einfach. Wenn man sich in ihre inzwischen 20 Jahre andauernde Karriere einliest, schwirrt einem schnell der Kopf. Sie nahm 1993 einen Song mit dem schwedischem Popact Eric Gadd auf und trat bei den schwedischen Grammys auf. 1994 hatte sie ihr Debut als Sha-Key, ihr erstes Album “A Headnadda’s Journey to Adidi-Skizm“ erschien bei BMG. Außerdem arbeitete sie mit Mousse T. und The Crystal Method zusammen.

1999 kolaborierte sie mit der türkischen Musikerin Laca Tayfa für die LP In the Buzzbag, die es auf Platz 1 der türkischen Charts schaffte. 1998 produzierte und performte sie die Hip Hop-Theaterproduktion „Bloom, Ain’t I a Woman“, die sie ebenfalls mitschrieb und die 1999 den NYFA Fellowship für Poetry bekam. 2001 wurde ihre Single Woman Thing in Frankreich bekannt und 2002 entwickelte und performte sie das Stück Black Folks Guide to Black Folks bei Queer Art- und Hip Hop-Festivals. 2006 schließlich drehte und produzierte sie selbst das Video zu ihrer Single Make a Move, das erste Musikvideo ausschließlich mit Women of Colour Mitte 30.

„I also wanted to show women with some style. There are some amazing women in that video.“ – So Walidah.

Wenig später kam dann die AfterEllen Webserie „U People“, mit demselben Titel gibt es ebenfalls eine Doku in der die Dreharbeiten zum Video gezeigt werden. U People schafft es bei AfterEllen auf 57 Folgen.

Momentan hat sie außerdem einen Blog namens Sucka for Life, bei dem sie ihre Liebe fürs Filmemachen entdeckte.

Wem raucht jetzt auch der Kopf? Diese Frau macht einfach alles – und das war nicht mal ansatzweise vollständig hier aufgezählt.

Ich habe ihr Album Once Upon it is seit einigen Jahren und höre es immer wieder gerne. Walidah macht ruhige, schöne Musik, perfekt für die Abendstunden oder auch andere…Aktivitäten. Wen die Prosaeinflüsse nicht stören, sei ihre Musik ans Herz gelegt.

Ich kannte auch die Webserie auf AfterEllen, doch so richtig beschäftigt habe ich mich mit Walidah bisher nicht. Gut also, dass ich sie hier im Musikvideo Mittwoch (wieder)entdeckt und noch mehr zu schätzen gelernt habe.

Walidah ist lesbisch, out, Muslimin, eine spannende Künstlerin mit einer nicht weniger spannenden Karriere.

„Whenever I got onstage, I was Hanifah Walidah before anything else, and I was always able to capture my audience and take them where I needed to take them. And somewhere in between they were realizing I was gay, whether it was the song I would sing or something I would say, I would out myself if they didn’t already know. By then there was no complaints; I was always accepted, or if people had issue with me, they never came to my face, because I always garnished respect amongst my peers.“

Walidah 2007 im AE Interview

Mehr von Walidah gibt es bei Sucka For Life, ihrer eigenen Website und ihrer Facebook-Fanpage. Laut ihrer Website arbeitet sie gerade an einem neuen Musik Theaterstück, dass die „zynischen und sich wiederholenden Strukturen der African-American-Musik personifizieren soll“. Das kann ja nur interessant werden. 


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