Webserien Review: InSight

Ich hasse es und es läuft noch nicht einmal eine Minute.
- aus meinen Notizen-

Eigentlich wollte ich die Webserie über Heather Peaces Tour reviewen, ich hatte sogar schon mit den ersten Ausschnitten auf Youtube angefangen. Aber weil die Frau klug ist und weiß, dass Lesben überall auf der Welt mehr von ihr sehen wollen, gibt es die komplette Webserie nur gegen Geld zu sehen. Ist ihr gutes Recht, allerdings wollte ich grad kein Geld ausgeben. Stattdessen stellte ich mich der Herausforderung mir eine mir völlig unbekannte Webserie anzusehen, deren Name InSight lautet. Eine Serie über einen Cop mit Visionen… “Wir schlimm kann das schon sein”, dachte ich mir und bekam schon wenig später den miesesten Anmachspruch der Welt zu hören: ”I want to fuck you again, do you think you can handle it?”

Wer auch immer so etwas sagt, diese Person möchte ich nicht kennenlernen. Die einzige Antwort, die es darauf geben sollte, ist “Go fuck yourself!”. Aber leider fällt die hier nicht. Ein mieser Spruch (gleich zu Beginn) macht noch keine miese Serie, wohl wahr. Ein seltsamer Plot schon. Die Polizistin Guin Marcus hat eine Affäre mit einer Frau, deren Partnerin weit weg ist und schwanger. Als sie das (in einer Vision!) herausfindet, ist Schluß, obwohl die Sache schon davor nicht nach großer Liebe aussah. Abschiedsschmerz gibts keinen, denn sie schläft ja, gott sei Dank, noch mit ihrer beruflichen Partnerin. Nur eben nicht lange, die Dame stirbt bei einer “Schießerei”. Gut, dass also in der Küche von Guin immer eine Flasche Korn steht, mit der sie den Kummer herunterspült und schon bald auf der Arbeit einer neuen Kollegin zugeteilt wird. Und das war es dann auch schon. Denkt (hofft) man.

Unterhalten hat mich die Serie nur insofern, dass ich ständig damit beschäftigt war, den Ton leiser und lauter zu stellen und mich bei meinem Dauereinsatz über “Schussgeräusche” amüsierte, die eher klangen, als ob jemand einen Stock gegen eine Garagentür schlägt. Oder wenn im Hintergrund Requisiten zu Boden segelten. Ich kann nur sagen: Ich war froh, als das Ganze endete. Scheinbar endete. Denn dann entdeckte ich den Pilot zur Fernsehserie (nie gesendet), das Buch, das im April erschienen ist, und die Ankündigung, dass ein Film in Arbeit ist. Oh, Horror.

Bleibt die Frage, ob die Produzenten einfach nur extrem hartnäckig sind oder es tatsächlich Fans dieser Serie gibt, denen es nach mehr verlangt. Ich hoffe einfach, dass Ersteres stimmt. Nur, weil es etwas lesbisches ist, heißt es noch lange nicht, dass irgendjemand es auch gut finden muss. Und überhaupt: Man kann mit einem kleinen Budget ganz großartige Dinge machen, das beweisen andere Webserien, zum Bespiel B.J. Fletcher.
Ich warne vor dieser Webserie – und werde jetzt das tun, was ich von vornherein hätte tun sollen: £4.99 in Heather Peaces Webserie zu investieren. Vermutlich werde ich davon nicht so enttäuscht.

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