Musik Queer Life

Musikvideo Mittwoch – Mika Vember

1. Juni 2011

Darf politische Popmusik sich gut anfühlen? Klar! Und nett aussehen darf sie auch.

Mika Vember hat im Oktober ihr bereits drittes Album „Our Lady of loops“ diesmal beim Wiener Label monkeymusic veröffentlicht. Zuvor hat die Österreicherin, von 2006 bis 2008, als Percussionistin und Backgroundsängerin bei der Folk-Band Clara Luzia mitgemacht. Inzwischen stand sie schon mit Wendy McNeill und bei einem Johnny Cash-Tribute-Festival auf der Bühne. In ihrer Band spielen derzeit unter anderem Martina Winkler am Akkordeon (!). Die Songs, denen man nicht anhört, dass Mika einst ein Metal-Fan war, laufen mittlerweile regelmäßig auf einigen Wiener Radiosendern.

Wie der von Mélissa Laveaux gesungene Opener „Her Own History“ (assoziiere ‚herstory‘) schon andeutet, hat Mika Vember durchaus Feministisches im Sinn und regt sich schon mal feuerspeiend über den alltäglichen Bullshit auf:

„I’ll breathe in the bullshit that you throw, I’ll fuel up, exhale fire…I’ve got my own history“

Eindrucksvoll ist der neue Videoclip zu „We all agree“, dem Song, mit dem die 31jährige es in die Finalrunde des aktuellen Spex-Protestsong-Wettbewerbs schaffte. Thematisiert werden darin unter anderem Wehrpflichtflucht und die EU-Arbeitsmarktpolitik. Die Reaktionen der Jury: „Das ist ein wunderbares Singer-Songwriter-Oldshool-Americana-Liedchen“, freut sich Stephan Rath und Andreas Spechtl (von Ja, Panik) ergänzt: „Wenn ich das richtig verstehe, geht es um good old Austria. Da kenn ich mich aus. Yes, it’s too fucking cold here.“

Nicht mit aufs Album geschafft, hat es „Rubberband“, dafür hat das Lied seine eigene Vinylsingle und ein nettes Video, das hier ebenfalls auf euch wartet.

Mika Vember – Her own History by mica

Es ist ja nicht so, dass sich Musikerinnen 24/7 nur mit Musik beschätigen. Nein, manche lesen auch BÜCHER. So hat Mika Vember dem Wien-Blog namens Stadtspionin ihre Lieblingslektüre verraten: Jugendbuch, moderne Klassiker und Zen; Margaret Atwoods „Gute Knochen“ kann ich übrigens auch nur empfehlen. Siehe da: Mika Vember alias Michaela Koglbauer hat sogar ein Studium der angloamerikanische Literatur absolviert. Naheliegend, dass sie dann auch nur englisch textet.

Morgen, am 2. Juni, spielt Mika Vember für lau beim Festival der Bezirke 2011 abends im Wiener Prater.

Photos by Ute Zosch

Mika Vember on Twitter, bei Myspace und im Facebook.


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