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Lovely Saturday – Toni Collette

28. Mai 2011

It’s a role of a life time! – T.C.

Eine der schlechtesten Nachrichten der TV-Geschichte: Die einzigartige Serie United States of Tara wurde abgesetzt, nach der dritten Staffel ist Schluss. Nicht nur Diablo Cody trauert um ihre Sendung („it sucks“), auch wir sind bestürzt. Als Hommage und kleinen Trost soll dieser Samstag Toni Collette gewidmet sein, die hier die Rolle ihres Lebens gefunden hatte.

Als Tara kämpfte sie mit Buck, T, Alice, Shoshana (hier im Bild), Bryce und einigen anderen „Alters“, den Folgen ihrer Dissosiative Identity Disorder. Die vielen Identitäten in einer Figur glaubhaft zu vereinen, die Übergänge sichtbar zu machen und gleichzeitig wunderbar mit ihrer Filmfamilie zusammen zu spielen, brachte ihr locker einen Golden Globe und einen Emmy nebst weiterer Nominierungen ein.

Neben den berechtigten Auszeichnungen gewann Collette spätestens mit der zweiten Staffel auch queere Fans: Die nonkonforme Affäre zwischen dem Alter Buck, der sich für einen Vietman-Veteranen hält, und der Barkeeperin Pammy (Joey Lauren Adams) erschien völlig authentisch, weil Pammy seine Identität ernst nahm und ihre Liebe auch gegenüber Tara verteidigte.

Lesbischen Filmfans dürfte Toni Collette längst ein Begriff sein, wenn ihnen die Virginia Woolf-Bearbeitung The Hours im Gedächnis geblieben ist. Hier ließ sich die suburban housewife von Julianne Moore trösten:

Die wildesten Kostüme ihrer Karriere trug Collette vermutlich in Todd Haynes Glam-Rock-Melodram Velvet Goldmine (unten) und in Emma nach Janes Austen (dazu kein Bild, ihr kennt ja diese Roben). Weniger schrill ging es dann in The Sixth Sense und About a Boy zu…

Auch Chicks-Flicks hatte sie im Programm, wie In Her Shoes (In den Schuhen meiner Schwester) an der Seite von Cameron Diaz.

UPDATE: Im Drama Miss You Already (Review) haben die beiden als beste Freundinnen wieder zusammen gedreht.

Ihren ersten großen Erfolg hatte die Australierin bereits mit Muriel’s Wedding (1994) als unsterblicher ABBA-Fan zusammen mit Rachel Griffith gefeiert.

Seit längerem ist sie in Kinofilmen eher auf die Mutterrolle festgelegt, zum Beispiel im liebenswerten Familienroadmovie Little Miss Sunshine, in The Black Ballon oder demnächst inFright Night .

Toni Collette war nicht nur in unglaublich vielen Filmen zu sehen, sondern hat unter anderem die Mary Daisy Dinkel in dem traurigschönen Knetfilm Mary & Max gesprochen. Erstaunlicherweise musiziert und tourt sie auch mit Toni Collette & the Finish.

Langweilig dürfte der Mutter zweier Kinder (ihr Sohn wurde grade am 22. April geboren) also nicht werden, auch die Rollenangebote stapeln sich vermutlich. Ihre Vielseitigkeit hat Toni schon lange vor Tara bewiesen, eine derart abwechslungsreiche Rolle dürfte dennoch schwer zu finden sein.

Trotz der tollen Frauen, mit denen sie bereits zusammen spielte, war übrigens die Antwort auf Rove McManus‘ Frage: „Who would you turn gay for?“ – „Angelina Jolie!“ Wer würde das nicht verstehen – es sei denn, man könnte auch Toni Collette bekommen.Toni Collette

 

1 Kommentar

  • Reply melly 31. Mai 2011 at 03:27

    Es ist so schade, dass diese Serie nicht mehr weiter gesendet wird. Sie ist wirklich außergewöhnlich gut.

    Hm, leider wird auf Buck und Pammy später nicht mehr eingegangen und es verliert ein wenig an Bedeutung… Aber immerhin sagte Tara in einer Folge offen, dass sie bisexuell ist.

    Mir fallen wirklich wenige Serien ein, die so natürlich und offen mit Sexualität umgehen, ohne dabei plakativ zu wirken.

    Und ja, weil es in diesem Artikel eigentlich um Toni Colette geht: Ihre schauspielerische Leistung ist wirklich der Wahnsinn!

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