Filme Kultur

Birds Eye View – Das Londoner Frauenfilmfestival

8. März 2011

Are there any readers from abroad here? Wer das Glück hat, diese Woche in London zu sein, bekommt zum Frauentagsjubiläum ein ganzes Filmfestival geschenkt! Pünktlich zum 8. März startet das 10tägige Birds Eye View, das es sich seit 2002 zur Aufgabe gemacht hat, weibliches Filmschaffen zu fördern/zu feiern.

„If this is what being a bird is, I’m proud to be one.“ Joanna Lumley (Absolutely Fabulous)

Na dann. Erst mal den Trailer anschauen.

Trailer created by MJ Delaney with animations by Anna Benner and Jens Blank. Music by BONES.

Das macht doch Spaß! Und: schon jemanden erkannt?

Richtig: Élodie Bouchez! Endlich ein neuer Film mit ihr. Da bin ich sofort neugierig geworden. In „The Imperialists Are Still Alive!“ schlägt Élodie sich als arabische Künstlerin durch Manhattan – wenn ich das richtig verstehe… Mit dabei ist übrigens die Tochter von Paul Auster und Siri Hustvedt, Sofie Auster.

Ein sehr prominenter Beitrag ist Susanne Biers Film „In a Better World“, der gerade mit Golden Globe und Oscar als bester internationaler Film ausgezeichnet wurde. Er gehört zu den politischen Programmpunkten des Festivals. Ab 17. März wird das spannende Drama mit der dänischen Star-Besetzung dann schon in unseren Kinos zu sehen sein.

Eine noch bekanntere Autorenfilmerin (oder Autorinfilmerin?) kann aus gesundheitlichen Gründen nicht auf dem Festival sein, wird dafür mit Filmen geehrt, die wiederum anderen großen Frauen gewidmet sind: Der Klassiker „Rosa Luxemburg“ und der neuere Film „Vision: Hildegard von Bingen“ von Margarethe von Trotta.

So ernsthaft und bedeutungsschwanger ist nicht das ganze Festival. Die Retrospektive zeigt unter dem bissigen Titel „Bloody Women“ Horrorfilme von Frauen! Mit dabei – neben allerlei Gothic-Klassikern und Wiederentdecktem – keine Geringere als die letztjährige Academy Award-Gewinnerin Kathryn Bigelow mit einem Vampirfilm. „Near Dark“ aus dem Jahr 1987 ist ein schön düsterer Genrefilm:

Ebenfalls in der blutigen Reihe: Musikerinnen wie Imogen Heap und Micachu spielen live zu Stummfilmszenen aus den 10er bis 50er Jahren, natürlich von Frauen.

Lieber was aus der Kategorie charmantes Indie-Filmchen? Lena Dunham präsentiert ihren auf dem SXSW Festival ausgezeichneten Debütfilm „Tiny Furniture“, in dem sie auch die Hauptrolle spielt. „Nice Work!“

Lustig geht es auch in der Doku-Reihe zu: „Orgasm inc.“ berichtet darüber, wie die Pharmaindustrie unbefriedigte Frauen zu kranken erklärt. „Guilty Pleasures“ geht dem phänomen Groschenromane nach.  „Out My Window“ ist eine interaktive Dokumentation über Wohnraum und verschiedene Lebensweisen, die technisch ganz neue Wege geht, was man hier mal selbst testen kann.

Weiter mit Spielfilmen:

Michelle Wiliams spielt wieder unter der Regie von Kelly Reichardt („Wendy and Lucy“), diesmal in dem Drama „Meek’s Cutoff“, das anhand historischer Tagebücher die weibliche Sicht auf die Wild-West-Pionier-Wege anno 1845 erkundet.

Das waren jetzt schon mehr als genug Appetitmacher, aber einen Trailer hab ich noch. Für „Grown Up Movie Star“ mit Tatania Maslany in der Hauptrolle hat die Kanadierin Adriana Maggs den Jury-Preis auf dem Sundance Festival bekommen. Der Debütfilm verbindet das sexuelle Erwachen zweier Generationen, beeindruckende Landschaften und ein bißchen Girl Fight. Sollte man sich merken.

Wer Gelegenheit zum  BIRDS EYE VIEW hat, möge berichten!

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