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Die Oscarnacht 2011

1. März 2011

Angefangen hat die Oscarverleihung 2011 mit dem Roten Teppich ja recht unterhaltsam. Ob nun Reese Witherspoon im 60s Outfit, Mila Kunis in ihrem Hauch von Nichts, Sandra Bullock im roten Vera Wang-Kleid oder auch Totalschäden wie Cate Blanchetts Kleid und die umgewickelten Tischdecken von Melissa Leo und Nicole Kidman – es war amüsant!

Als sie im Interview von E!Entertainment auf die Frage, wann sie gewusst hätte, dass die Zuschauer Kings Speech mögen würden, trocken „Seit sie ihn gesehen haben“ antwortete, oder als sie den Union Jack unter ihrem Kleid zeigte, weil…ja weil sie eben Britin ist! Und auch auf das gequietschte „I love you“ von Kelly Osbourne, die sich ebenfalls auf E! über die Kleider der Schauspieler auslassen durfte, reagierte sie beim Weggehen mit einem filmreifen „What the fuck“-Gesichtsausdruck. Und katapultierte sich auf meine Liste der Damen, die Traum-Heiratsmaterial sind, nach ganz weit oben!

Und was passiert wohl, wenn sich zwei Königinnen auf dem roten Teppich treffen? Der Himmel lächelt uns zu!

Die Oscarnacht selbst war verhältnismäßig dröge. Da konnte das zum Teil lesbische Writerteam hinter dem Moderatorenduo Anne Hathaway und James Franco nicht viel dran ändern.

Die Veranstaltung hatte wie jedes Jahr ihre Längen. The Kids are alright ging leider leer aus. Zu Anfang wunderte ich mich eine ganze Zeit lang, warum jetzt Gone with the Wind oder Titanic nochmal einen Preis bekommen sollten (seltsame Retrospektive), dann erinnerte ich mich daran, dass letztes Jahr alle wie die Bekloppten in Inception gerannt sind, als dieser einige Preise absahnte und  schließlich jubelte ich erstaunt, als unter anderem Lora Hirschberg den Oscar für bestes Sound Mixing für Inception bekam – und im Team mit ihren zwei Kollegen zusammen ihren Ehefrauen dankte. Natürlich nachdem sie sie geküsst hatte. Ihre Frau heißt übrigens genauso wie sie: Laura.

Mehr über Lora Hirschberg gibt es in diesem Advocate Artikel zu lesen.

Anne Hathaway stahl derweil dem Kollegen Franco ständig die Show. Ob nun im Anzug, wo sie in einem – wirklich gut gesungenen – Song mit Hugh Jackman abrechnete:

Oder die besten Sprüche zu Lesbian Cinema 2010 brachte:

Oder nachdem sie Melissa Leo „F-Bomb“ mit einem Grinsen und dem Satz „It’s the young and hip“ Oscars kommentiere. Jemand sollte der Academy sagen, dass die Dame (und das WriterInnen Team) das sehr gut alleine hinbekommen hätten! Dann hätte sich James nicht einen ganzen Abend öffentlich langweilen müssen.

Apropos Melissa Leo: Die hat übrigens die Mutter von Helena Peabodys Kindern gespielt. Vergessen? Nicht gewusst? Tjaha, willkommen im Club!

Zwischendurch tauchte dann, wie der Käsemann bei Buffy, Alec Baldwin auf, ließ mich wundern, warum er da war, und mich schließlich Tina Fey schmerzlich vermissen!

Alles verlief ansonsten relativ unspektakulär. Zwischendurch gab es Unmengen derselben Werbung auf Pro7, als wenn in dieser Nacht Chanel No.5 und Germanys Next Top Model die einzigen, noch existierenden Dinge neben den Oscars gewesen wären. Jedes Jahr wieder schlug man einige Kategorien bei Wikipedia nach, langweilte sich bei pathetischen Reden und wunderte sich, warum plötzlich Chuck und Mandy Moore, die aussah, als hätte man ihr einen Stock in den Hals gerammt, zusammen singen.

Ebenfalls überraschend gesungen, hat übrigens diese Lady im goldenen Oscar-Outfit: Florence Welch mit einem A.R Rahmen-Song aus 127 Hours.

Dass Natalie Portman, sichtlich babybäuchig und auch sonst angenehm rundlicher, den Oscar abräumte, war ohnehin beschlossene Sache und überraschte nicht mehr. Genausowenig wie die Tatsache, dass Portman an diesem Abend ein ganz anderer Mensch war als bei den Golden Globes. Aber da sie mich die restliche Zeit überrascht, wie zum Beispiel in diesem mir zugeschickten Video mit einem SNL Sketch, sei es ihr verziehen.


Natalie Portman Uncensored Rap

Ein wirklicher Skandal aber bleibt: Wie um alles in der Welt kann es sein, dass I am Love nicht als bester ausländischer Film nominiert wurde?!

Ich muss sagen, dass mir diese Oscars nicht so viel Spaß gemacht hätten, hätte ich sie nicht auf Facebook simultan kommentiert, was zu über 450 Kommentaren führte und endlos viel Spaß gemacht hat. So hat Facebook dann auch seinen Teil dazu beigetragen – und ich spreche nicht von den unzähligen lahmen Facebook-Witzen in der Show!

Meine Wunschmodertoren für die Verleihung 2012: Cate Blanchett und Meryl Streep. Denn Cates „That’s gross“ war einer der genialsten Momente des Abends. Trotz Kleid.

Dann mal auf in das neue Filmjahr 2011!

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