Queer Life Serien

Skins USA – Want some Tea?

4. Februar 2011

Teenager fluchen, rauchen, trinken, probieren Drogen, haben Sex. Das ist kein Geheimnis, genauso wenig sollte das irgendwen schockieren. Aber anscheinend tut es das immer noch, denn die US-Version der UK Serie Skins schockiert „da drüben“ in den Staaten eine Menge Leute und selbst die Werbekunden springen reihenweise ab. Warum? Weil böse Zungen behaupten, bei der Serie handele es sich lediglich um Kinderpornografie.

Totaler Unsinn. Skins ist richtig gut. Ich habe die UK Serie (bisher) nicht gesehen, aber die US Serie hat etwas. Und dabei auch noch einen lesbischen Teenager der mich überzeugt hat. Meet Tea:


„I like girls, I like to draw, I like to smoke, I like to draw smoking hot girls.“

Bei der Ansage muss man sie ja fast lieben!

Tea hat Stil. Wenn überhaupt, masturbiert sie zu Audrey Hepburn, hält nichts von Beziehungen, dafür aber vom Sex. Immer auf der Suche nach jemanden, der ihr ebenbürtig ist, trifft sie gleich in der zweiten Folge Betty. Betty, die um himmels willen nicht geoutet werden möchte und natürlich deswegen auch einen Freund hat, blitzt jedoch ebenfalls bei Tea ab.

„I don’t want a relationship.“
„Why not?“
“ ‚Cause nobody matches up to me.“
„You are just an arrogant bitch, aren’t you?“
“ [shrugs] Sorry.“


Tea lebt mit ihrer italienischen, riesigen Familie zusammen und hat sich bei dieser mehrmals geoutet. Schade nur, dass diese ihr es entweder nicht abnimmt oder einfach nicht zuhört. Außerdem darf das L-Wort in dem Haushalt nicht fallen: es rege die Großmutter zu sehr auf. Ironischerweise erfährt Tea in der zweiten Folge auch eine traurige Wahrheit über eben dieselbe.

Photo: MTV

Und weil Tea jung ist, wie bereits erwähnt jemand Ebenbürtigen sucht und nichts unversucht lassen möchte, probiert sie sich aus. Ich sage nicht mit wem, aber ich kann euch beruhigen – sie ist danach noch lesbisch und bricht auch noch ein männliches Ego, wo sie schon dabei ist.

„I don’t know… normal girls like it!“ – „They must be really stupid.“


Einer ihrer besten Freunde ist Abbud, der Brustfanatiker, der heimlich in Tea verliebt ist – oder einfach nur ihre Brüste sehen will. Man weiß es nicht so genau. Trotzdem verbindet die beiden eine niedliche Freundschaft, die sich auf der offiziellen Skins-Seite bei den Extravideos begutachten lässt, wo Tea ihm versucht beizubringen mit einer Hand einen BH zu öffnen.

Photo: MTV

Ich gebe zu, ich habe mich bei der ersten Episode etwas schwer damit getan, wie jung die Schauspieler sind. Warum also Skins sehen, wenn einige von ihnen noch wie Kinder aussehen?

Da hätten wir die hübsche, rothaarige Michelle, die Freundin des „Teamleaders“ Tony, die zwar von allen über ihre Beziehung definiert wird, aber selbst von sich sagt „Bitch Slapping comes natural to me.“ Oder die ewig mit Tabletten zugedröhnte und leicht vergessliche Cadie, die für etliche (unfreiwillige) Lacher sorgt. Auch die anderen Mädels Daisy und Eura sind sympathische, interessante Charaktere, obwohl man von letzterer noch nicht mehr weiß, als dass sie Tonys Schwester ist.

v.l.: Cadie, Eura, Daisy, Michelle, Tea

Allerdings muss ich sagen, dass ich, bis auf Abbud, die Jungs die meiste Zeit eher nervig finde. Tony ist der Typ, den ich in der Schulzeit schon unsympathisch gefunden hätte, Chris derjenige, der ewig auf Drogen, gerne auch mal nur Viagra, allen auf die Nerven geht und Stanley, der so unsicher  und dorky ist, dass es mit gutem Willen schon fast wieder sympathisch ist. Fast. Sprich: Es ist – abgesehen davon, dass Teas Sexualität kein Thema für die Freunde ist – eine Rückreise in die eigene Schulzeit.

v.l.: Abbud, Chris (und Eura), Tony, Stanley

Apropos Tea: Ihr werdet es in den Videos zwar schon gesehen haben, aber Tea ist außerdem noch Cheerleaderin. Aus Gründen.

Selbstredend haben ihre Cheerleader-Kolleginnen keine Ahnung davon, dass sie lesbisch ist. Denn: „Where would be the fun in that?“

Das Schöne an Tea ist, dass sie, so tough sie tut und so selbstsicher sie auch rüberkommen mag, immer noch ein Teenager bleibt. Ab und an scheitert die harte Schale und sie merkt, dass sie nicht alles weiß und schon gar nicht alles kann. Und eben dies spielt Sofia Black-D’Elia wirklich gut und überzeugend.

Und keine Sorge: Sofia Black-D’Elia ist über 18. Ihr dürft sie ohne Bedenken attraktiv finden!

Photo: MTV

Wo wir schon bei Sofia sind: In diesem Video spricht sie darüber, wie sie gefeiert hat, nachdem ihr gesagt wurde, dass sie die Rolle hat.

Im UK-Original war Tea nicht dabei, sie hat in der US-Version einen schwulen Cheerleader ersetzt. Ich kenne das Original nicht, aber es war sicherlich eine gute Wahl, Tea zu erschaffen. Schon jetzt wird Tea als Serienmittelpunkt gehandelt und avancierte in Windeseile zum Fanliebling. Nächsten Montag läuft Folge Nummer 4, wir werden also hoffentlich noch eine ganze Menge von der selbstbewussten Jung-Lesbe zu sehen bekommen!

Einen anderen Effekt hat Skins US übrigens auch noch:

Man macht mehr als zehn Kreuze, wenn man das Alter von 16 lange hinter sich gelassen hat.

Mehr Infos gibts auf der offiziellen Website, mit allen Links zu den Liedern und den Extravideos, die selbst wir uns schon angucken dürfen: skins.tv

„I carry your heart (I carry it in my heart)“

(Teas Tattoo)

3 Comments

  • Reply Stef 6. Februar 2011 at 18:01

    hört sich gut an. wieso ist das an mir vorbei gegangen *sigh

  • Reply Aeryn 14. Mai 2011 at 11:18

    als fan der ersten stunde bei den briten lege ich das original jedem ans herz! die us version ist zwar besser, als ich erwartet habe, aber das original ist eben einfach das original 😉
    auch dort gibt es einen lesbischen teenager, allerdings erst in der zweiten generation (staffel 4&5), ihre familie tut sich mit ihrem lesbisch sein auch eher schwer, vor allem ihre recht homophobe zwillingsschwester…

  • Reply Aeryn 16. Mai 2011 at 11:30

    ooops, ich meinte natürlich staffel 3&4 😉 ab der 5. staffel gibt es dann frankie (francesca) die zwei väter hat. sie ist gerade in der findungsphase und weiß selbst noch nicht so genau, ob sie mädels oder jungs bevorzugt…

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